08.09.2021 13:12

Warnung vor vierter Welle - Regierung verschärft Impfkampagne

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Berlin (Reuters) - Angesichts der vierten Welle der Corona-Pandemie verstärkt die Bundesregierung ihre Impfkampagne und warnt vor einem verschärften Infektionsgeschehen im Herbst und Winter.

"Wenn es uns nicht gelingt, die Impfungen drastisch zu steigern, dann kann die aktuelle vierte Welle einen fulminanten Verlauf nehmen", sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Mittwoch in Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn appellierte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wieler, das Impfangebot anzunehmen. "Was wir gerade sehen, ist eine Pandemie der Ungeimpften." Ab kommendem Montag soll es bundesweit eine "gemeinsame Impfwoche" geben, an der sich auch der Einzelhandel beteiligt.

Wieler sagte, die Intensivbetten-Belegung habe sich in den vergangenen beiden Wochen fast verdoppelt. "Auch auf den Intensivstationen wird der Altersdurchschnitt immer jünger." Es müsse jetzt mehr Impfungen geben. "Sie sind unsere Chance, die Pandemie zu beenden." Derzeit sind in Deutschland etwas über 60 Prozent vollständig geimpft. Die Hospitalisierungsrate gibt das RKI mit 1,79 an, über die Weihnachtszeit lag der Wert bei über 15. Spahn wies darauf hin, dass Geimpfte auch andere schützten, vor allem Kinder unter zwölf Jahren, die sich derzeit noch nicht impfen lassen könnten. Gerade Kinder hätten in der Pandemie auf sehr viel verzichten müssen, um Ältere zu schützen. "Und jetzt sollten die Impfmuffel im Zweifel sich auch dazu vielleicht mal zwei Gedanken machen", sich für eine Impfung zu entscheiden, sagte Spahn.

Ab Montag sollen bei der Impfwoche vor Ort niedrigschwellige Angebote gemacht werden. Dazu arbeiteten Bund, Länder und Kommunen mit Organisationen und Verbänden zusammen, sagte Spahn. In den sozialen Medien läuft die Aktion unter dem Hashtag #hierwirdgeimpft, zudem gibt es eine gleichnamige Internetseite. Auch der Einzelhandel unterstützt die Kampagne. "Der Handel steht für Leben statt Lockdown", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes HDE, Stefan Genth, bei der Pressekonferenz mit Spahn und Wieler. Bislang seien in Einkaufszentren bundesweit bereits mehr als 100.000 Impfdosen verabreicht worden. Der Handel wolle diese Kampagne ausweiten. Eine 2G- oder 3G-Regelung beim Einkaufen schließt der Verband allerdings derzeit aus. Das sei "momentan nicht der Weg für das Einkaufen", sagte Genth.

"GROSSTEIKL DER MENSCHEN UNSICHER"

Laut Wieler sind viele bei Impfungen noch unentschieden. "Ein großer Teil der Menschen ist unsicher." Dies liege unter anderem an der schnellen Zulassung der Impfstoffe, die skeptisch machten. Etwa zehn Prozent wollten sich nicht impfen lassen, davon seien die Hälfte echte Impfgegner. "Es gibt auch einen Teil der Menschen, die die Krankheit nicht genügend ernst nehmen." Auch bildungsferne Schichten ließen sich eher nicht impfen. Spahn wies daraufhin, dass etwa im Norden mehr geimpft werde als im Süden, im Westen mehr als im Osten. Menschen mit Migrationshintergrund ließen sich eher seltener impfen. Für gerechtfertigt hält es der Minister, dass ungeimpfte Arbeitnehmer, die in Quarantäne gehen müssen, Lohnabzüge hinnehmen müssen. Er sehe nicht ein, dass andere auf Dauer dafür zahlen sollten, wenn sich Menschen trotz ausreichender Impfstoffe nicht impfen ließen.

Das RKI verzeichnete für Mittwoch 13.565 neue Positiv-Tests in Deutschland. Das sind 34 mehr als am Mittwoch vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 82,7 von 83,8 am Vortag. 35 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 92.448. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als vier Millionen Corona-Tests positiv aus.

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