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20.01.2015 14:05
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SAP-Aktie bricht ein nach verschobenen Gewinnzielen

Cloudgeschäft drückt Marge: SAP-Aktie bricht ein nach verschobenen Gewinnzielen | Nachricht | finanzen.net
Cloudgeschäft drückt Marge
Europas größten Softwarekonzern SAP kosten die hohen Investitionen in das Cloudgeschäft mehr Zeit bei den Gewinnzielen als bisher geplant. Die Anleger reagieren verschnupft auf die verschobenen Gewinnziele und schicken die Aktie abwärts.
Die SAP-Aktie gibt am Dienstag deutlich nach und verliert zeitweise rund 5 Prozent.

Bei SAP geht der Ausbau des Zukunftsgeschäfts Cloud kräftig ins Geld. Die ursprünglich für 2017 veranschlagte Vorgabe, beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sonderposten eine Marke von rund 35 Prozent vom Umsatz zu erreichen, peilt das Management nun nicht mehr an. Dieses sei im günstigsten Fall jetzt im Jahr 2020 drin. Grund sei die milliardenschwere Übernahme des US-Reisekostenspezialisten Concur, teilte der DAX-Konzern am Dienstag mit. Weil die Gewinnspannen beim Zukauf niedriger sind, drückt das auf die Aussichten im Konzern.

Im laufenden Jahr will das Unternehmen bereinigt vor Zinsen und Steuern 5,6 bis 5,9 Milliarden Euro verdienen - das ist weniger als von Analysten bislang erwartet. Der Wert soll bei Umsätzen zwischen 21 und 22 Milliarden Euro bis 2017 auf 6,3 bis 7 Milliarden Euro zulegen - was eine schwächere Gewinnspanne als die bislang anvisierte Marke impliziert. Eine bestimmte Marke bei der Marge zu erreichen sei im Prinzip einfach, sagte Konzernchef Bill McDermott - dafür müsse man aber auf Wachstum verzichten. "Wir streben in der Cloud den Gewinn von Marktanteilen an", sagte er.

Die Aktie rutschte am Vormittag um fast vier Prozent ab. Bereits im vergangenen Jahr hatte SAP das mittelfristige Margenziel aufgeschoben. Dass die Anleger sich nun erneut in Geduld üben müssen, beurteilten Händler am Morgen negativ - auch wenn Experten mit dem Schritt gerechnet hatten.

CLOUDGESCHÄFT BLEIBT WACHSTUMSMOTOR

Im Cloudgeschäft - also dem Bereich bei dem die Software nicht mehr beim Kunden, sondern SAP selbst installiert wird - sollen die Umsätze in diesem Jahr weiter stark wachsen: Die Messlatte liegt bei einem Anstieg auf 1,95 bis 2,05 Milliarden Euro von 1,1 Milliarden in 2014. Die Gesamterlöse mit Software und Wartung sollen im Vergleich zum Vorjahreswert von 14,3 Milliarden Euro währungsbereinigt um 8 bis 10 Prozent steigen.

Nach dem Concur-Zukauf soll sich die Strategie von Vorstandschef McDermott nun in den kommenden Jahren beweisen. An vielen Randbereichen in der Cloud hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren viel Geld ausgegeben - Analysten rechnen mit rund 13 Milliarden Euro allein für das neue Geschäftsfeld. Das soll sich in den kommenden Jahren auszahlen. 2018 sollen die Umsätze mit Abomodellen in der Datenwolke höher sein als die Erlöse über den Verkauf von klassischen Softwarelizenzen.

McDermott will zudem mit neuen Zielen für das Jahr 2020 Vertrauen bei den Anlegern wecken: Dann soll der gesamte Konzernumsatz bis zu 28 Milliarden Euro erreichen, davon 7,5 bis 8 Milliarden Euro aus dem Geschäft mit Abo-Modellen. Das seien aggressivere Ziele für das Wachstum in der Cloud als von ihnen gedacht, schrieben die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Auch ein Händler wertete das anvisierte Wachstum als ambitioniert.

VERHALTENES 2017ER-UMSATZZIEL

Allerdings soll der Erlös bis 2017 nun nur noch auf 21 bis 22 Milliarden Euro steigen. Vor einem Jahr war SAP bis zu diesem Zeitpunkt noch von mindestens 22 Milliarden Euro ausgegangen. Ursprünglich hatte SAP auch schon in diesem Jahr mehr als 20 Milliarden Euro Umsatz angepeilt. Davon ist nun nicht mehr die Rede, obwohl der Softwarekonzern im vergangenen Jahr seine Ziele erfüllt hatte. Mit ein Grund ist laut Finanzvorstand Luka Mucic die schwächere Entwicklung in Schwellenländern wie Russland, Brasilien und Mexiko. Zuletzt habe es hier einen prozentual zweistelligen Rückgang beim herkömmlichen Lizenzumsatz gegeben.

2014 stieg der Umsatz - wie bereits bekannt - um vier Prozent auf 17,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn ging nach berichteten Zahlen wegen der Kosten aus der Concur-Übernahme um drei Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zurück. Das Nettoergebnis lieferte SAP noch zu den bereits bekannten Eckdaten zum abgelaufenen Jahr nach, mit 3,28 Milliarden Euro lag es rund ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotz des sinkenden Gewinns stellte Finanzchef Mucic SAP vorsichtig eine höhere Dividende in Aussicht, wollte aber nicht konkret werden. Analysten rechnen größtenteils bereits mit einer steigenden Ausschüttung, für 2013 hatte SAP 1 Euro gezahlt.

'SAP MUSS NACHWEISE LIEFERN'

Viele Analysten zeigten sich enttäuscht von den neuen Aussichten. Trotz des vielversprechenden Wachstums im Cloud-Geschäft müsse SAP allmählich Nachweise liefern, dass der Konzern auch wirklich so profitabel sei wie früher angekündigt, mahnte Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank. Getrieben vom US-Konkurrenten Oracle hatte SAP dem ursprünglichen Margenziel seit Jahren vergeblich hinterhergejagt.

Thomas Becker von der Commerzbank zeigte sich allerdings beeindruckt vom Umsatzausblick für 2020. SAP sieht im Cloud-Geschäft - bei dem Software und Speicherplatz in Rechenzentren gemietet werden - den großen Treiber. Bislang kam das Geld vor allem durch die Verkäufe neuer Software-Lizenzen herein.

Im vergangenen Jahr war der Konzernumsatz um 4 Prozent gestiegen, der Gewinn unterm Strich wegen der Übernahme des US-Reisekostenspezialisten Concur indes leicht gesunken./men/zb/stb

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