finanzen.net
26.03.2020 14:36

Commerzbank erwartet zur Jahresmitte 19 Millionen US-Arbeitslose

Werbung

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Commerzbank rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitslosen in den USA bis Mitte des Jahres um 13 Millionen auf 19 Millionen steigen wird - entsprechend einer Arbeitslosenquote von 11,5 (Februar: 3,5) Prozent. Die Prognose beruht nach Aussage der Volkswirte Christoph Balz und Bernd Weidensteiner auf der Annahme, dass die Beschäftigung im zweiten Quartal aufgrund der Corona-Krise ebenso stark wie die Wirtschaftsleistung schrumpfen wird, nämlich um knapp 8 Prozent.

In der Woche zum 20. März ist die Zahl der Erstanträge um gut 3 Millionen auf 3,283 Millionen gestiegen, wie das Arbeitsministerium am Mittag mitteilte. Das war der stärkste jemals verzeichnete wöchentliche Anstieg überhaupt und doppelt so viel, wie die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte im Durchschnitt erwartet hatten (1,5 Millionen).

Die Commerzbank hatte am Mittwochabend eine aktualisierte Prognose von 3 Millionen zusätzlichen Arbeitslosen herausgegeben, nachdem sie am vergangenen Freitag noch einen Zuwachs von 0,5 Millionen prognostiziert hatte. Neue Erkenntnisse gewannen die Ökonomen den Angaben zufolge unter anderem aus Erstantragsdaten, die einige US-Bundesstaaten herausgegeben hatten, ehe das Arbeitsministerium derartige Veröffentlichungen untersagte.

Warum glauben Balz und Weidensteiner, dass die Beschäftigtenzahl ebenso stark wie die Wirtschaftsleistung sinken wird? Sie verweisen darauf, dass die Corona-Epidemie im Gegensatz zur Finanzkrise von 2008/2009 nicht alleine auf einem Nachfrage-, sondern auch auf einem Angebotsschock beruht.

"In der Finanzkrise 2008 sank die Beschäftigung stärker als das Bruttoinlandsprodukt (BIP), da viele Unternehmen rationalisierten oder vorrangig Arbeitnehmer entließen, die Tätigkeiten mit relativ geringer Produktivität ausübten", schreiben sie in ihrem Kommentar. Da die jetzige Krise teilweise auch ein Angebotsschock sei, erscheine ein starker Produktivitätsanstieg unwahrscheinlich. "Wir nehmen daher als groben Maßstab an, dass die durchschnittliche Arbeitsproduktivität unverändert bleibt und die Beschäftigung somit im gleichen Ausmaß schrumpft wie das BIP."

Das bedeutet nach Rechnung der beiden Ökonomen, dass die Arbeitslosenquote von zuletzt 3,5 Prozent um 8 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent steigen würde und damit höher wäre als der bisherige Nachkriegsrekord von 10,8 Prozent Ende 1982. "Damit wären 19 Millionen Menschen arbeitslos, ein Anstieg um etwa 13 Millionen", kalkulieren die Commerzbank-Volkswirte.

Arbeitsmarktdaten für März werden am Freitag nächster Woche veröffentlicht. Die aktuellen Daten für die dritte März-Woche legen nahe, dass es bereits jetzt eine große Entlassungswelle gibt.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/rio

(END) Dow Jones Newswires

March 26, 2020 09:36 ET (13:36 GMT)

Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht tiefer ins Wochenende -- US-Börsen schließen im Minus -- US-Arbeitsmarkt büßt massiv Stellen ein -- adidas braucht frisches Geld -- Tesla, PUMA, TRATON, Shop Apotheke, BNP im Fokus

DIC Asset senkt wegen Corona-Krise Gewinnprognose. Nordex profitiert von hoher Nachfrage in Europa. Bundesregierung in Gesprächen mit Lufthansa über Staatsbeteiligung. RTL zieht Ausblick und Dividendenvorschlag zurück. H&M: Q1-Zahlen besser als erwartet. Ryanair hält Gewinn noch im Prognoserahmen.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Rohstoffe: Die Gewinner und Verlierer im März 2020
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
DAX 30: Die Gewinner und Verlierer im März 2020
Welche Aktie macht das Rennen?
TecDAX: Die Gewinner und Verlierer in Q1 2020
Welche Aktie macht das Rennen?
Die erfolgreichsten Kinofilme der letzten 25 Jahre
Welche Titel knackten die Milliardenmarke an den Kinokassen?
DAX: Die größten Verluste an nur einem Tag
An diesem Tagen verbuchte der DAX das höchste Minus
mehr Top Rankings

Umfrage

Corona-Crash und Chaostage an den Börsen. Wie handeln Sie in unsicheren Zeiten?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Microsoft Corp.870747
Scout24 AGA12DM8
TeslaA1CX3T
Lufthansa AG823212
Wirecard AG747206
Shell (Royal Dutch Shell) (A)A0D94M
Daimler AG710000
Amazon906866
Airbus SE (ex EADS)938914
Allianz840400
Apple Inc.865985
BASFBASF11
BayerBAY001
NEL ASAA0B733