30.05.2014 14:10

Google stellt Löschformular ins Netz

Folgen
Gut zwei Wochen nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Recht auf Vergessenwerden im Internet hat Google sein Verfahren für Löschanträge vorgestellt.
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Google beugt sich europäischem Recht: Europäer können ab sofort die Löschung unerwünschter Suchergebnisse über sie beantragen. Der US-Konzern stellte am Freitag ein entsprechendes Formular ins Netz. Damit setzte Google nach gut zwei Wochen das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Recht auf Vergessenwerden im Internet um. Google-Chef Larry Page zeigte sich offener für europäische Datenschutz-Bedenken, warnte aber zugleich vor möglichen negativen Folgen des EuGH-Urteils für Innovationen und Demokratie.

Twitter, Facebook & Co. - Internetkonzerne an der Börse

Nutzer

Facebook: Rund 1,32 Milliarden Nutzer weltweit
Google+: Rund 360 Millionen Nutzer weltweit
LinkedIn: Rund 313 Millionen Nutzer weltweit
Twitter: Rund 271 Millionen Nutzer weltweit
XING: Rund 7,57 Millionen Nutzer weltweit

Börsenwert bei IPO

Facebook: Rund 104 Milliarden Dollar
Google: Rund 23 Milliarden Dollar
Twitter: Rund 14 Milliarden Dollar
LinkedIn: Rund 4,3 Milliarden Dollar
XING: Rund 270 Millionen Dollar

Börsenwert heute

Google: Rund 365,78 Milliarden Dollar
Facebook: Rund 185,25 Milliarden Dollar
Twitter: Rund 31,81 Milliarden Dollar
LinkedIn: Rund 24,48 Milliarden Dollar
XING: Rund 644 Millionen Dollar

Letzte Bilanz

Google: Im zweiten Quartal 2014 verzeichnete Google einen Umsatz von 16,0 Milliarden Dollar. Dank der strömenden Werbegelder lag auch der Gewinn bei 3,4 Milliarden Dollar.
Facebook: Facebook konnte im zweiten Quartal 2014 einen Umsatz in Höhe von rund 2,9 Milliarden Dollar verbuchen. Auch der Gewinn konnte sich mit 791 Millionen Dollar sehen lassen.
Twitter: Im zweiten Quartal 2014 lag der Umsatz von Twitter bei rund 312 Millionen Dollar. Dennoch bleibt Twitter unprofitabel. So lag der Verlust zuletzt bei rund 145 Millionen Dollar.
LinkedIn: LinkedIn setzte im zweiten Quartal 2014 rund 534 Millionen Dollar um, verbuchte aber einen Verlust in Höhe von einer Millionen Dollar.
XING: Laut den aktuellen Quartalszahlen konnte das deutsche Karrierenetzwerk XING im zweiten Quartal 2014 einen Umsatz in Höhe von 24,4 Millionen Euro und einen Konzerngewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 6,5 Millionen Euro erzielen.

Aktie

Die Google-Aktie konnte seit dem Börsengang stetig zulegen und kostet momentan rund 581 US-Dollar.
Die Aktie von Facebook begab sich nach dem Börsengang zunächst auf Talfahrt. Erst über ein Jahr nach dem IPO konnte sie ihren Ausgabepreis wieder erreichen und übersteigen. Derzeit notiert sie bei rund 77 Dollar.
Die Twitter-Aktie schlug sich beim Börsengang phänomenal und legte verglichen mit dem Ausgabepreis am IPO-Tag in der Spitze um rund 90 Prozent zu. Aktuell liegt der Kurs bei rund 51 Dollar.
LinkedIn legte einen fulminanten Börsenstart hin. Die Aktie des Berufsnetzwerks konnte ihren Wert noch am Tag des Börsengangs verdoppeln. Auch auf längere Sicht schlug sich die Aktie gut und notiert heute bei rund 229 Dollar.
Beim Börsengang Ende 2006 nahm XING zwar deutlich weniger ein als erhofft, die XING-Aktie schlug sich in der Folgezeit aber dennoch gut: War die Aktie am ersten Handelstag nur rund 30 Euro wert, liegt ihr Kurs heute bei rund 90 Euro.

Google schaltete am Freitag ein Formular frei, mit dem man die Entfernung von Suchergebnissen verlangen kann. Die Antragsteller müssen die Forderung zu jedem Link begründen und die Kopie eines Ausweises hochladen, um einen Missbrauch der Funktion zu vermeiden. Google werde jede Anfrage individuell prüfen und zwischen den Datenschutzrechten des Einzelnen und dem Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft und Informationsweitergabe abwägen, hieß es.

Die Ausweispflicht stieß auf Kritik des in Deutschland für Google zuständigen Hamburger Datenschützers Johannes Caspar. Die automatisierte Speicherung des Personalausweises durch nicht-öffentliche Stellen sei laut Gesetz nicht zulässig, erklärte er. Google müsse nun "unverzüglich nachbessern". Das Formular verlangt nach einer "Kopie Ihres gültigen Führerscheins, Personalausweises oder eines anderen gültigen Lichtbildausweises".

Der EuGH hatte entschieden, dass Europas Bürger Google dazu verpflichten können, Links zu unangenehmen Dingen aus ihrer Vergangenheit aus dem Netz verschwinden zu lassen. Google müsse die Verweise aus seiner Ergebnisliste entfernen, wenn dort enthaltene Informationen das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz einer Person verletzen. Die Informationen können dabei auch weiterhin im Netz verfügbar bleiben.

Google macht keine Angaben dazu, wie lange die Bearbeitung der Anträge dauern könnte und wie viele Mitarbeiter dafür abgestellt worden seien. Der Konzern habe bereits einige tausend Anfragen erhalten. Sie müssten erneut über das neue Formular gestellt werden. Gelöscht werden nur Links in Google-Diensten in den 28 EU-Ländern sowie Island, Norwegen, Lichtenstein und der Schweiz - nicht aber etwa in der Domain "Google.com".

Vieles sei für die Umsetzung des Urteils noch unklar - zum Beispiel, nach welcher Frist die Links zu den Informationen gelöscht werden sollten, sagte ein Sprecher. Google rechnet damit, dass Streitfälle vor Gericht landen werden.

Google-Chef Page warnte, die EuGH-Entscheidung könne jungen Internet-Startups schaden. "Wir sind ein großes Unternehmen und wir können auf solche Sorgen antworten und Geld dafür ausgeben, es ist kein Problem für uns", sagte er der "Financial Times". Ein Google, das noch aus drei Leuten in einer Garage bestand, hätte es aber härter getroffen. Er befürchte auch, dass dies ein ermutigendes Signal für Regierungen sein könnte, die Online-Zensur betreiben.

"Wir versuchen, europäischer zu sein", sagte Page der "Financial Times". Der Konzern wolle die Datenschutz-Problematik stärker aus dem europäischen Blickwinkel betrachten. Zugleich appellierte er erneut, Daten von Menschen mutiger zum Beispiel für medizinische Forschung einzusetzen. "Ich denke, wenn wir Gesundheitsdaten quer durch Europa und die USA teilen würden, könnten wir 10 000 Leben in diesem Jahr retten. In 10 oder 20 Jahren sind wir vielleicht soweit, aber in der Zwischenzeit sterben Menschen."

Google betont, dass man bei der Prüfung der Löschanträge untersuchen werde, ob es ein öffentliches Interesse an den Informationen gebe - zum Beispiel, ob es um finanzielle Betrugsfälle, Berufsvergehen oder Amtsmissbrauch, strafrechtliche Verurteilungen oder das öffentliche Verhalten von Regierungsbeamten geht.

Google bildet zugleich einen Beirat, der den Konzern beim Umgang mit dem Problem beraten soll. Dem Beirat gehört unter anderen der Gründer des Online-Lexikons Wikipedia, Jimmy Wales, an, der die EuGH-Entscheidung scharf als Schritt zur Zensur kritisiert hatte.

In dem vom EuGH behandelten Fall hatte ein Spanier geklagt, dessen Grundstück vor mehr als 15 Jahren zwangsversteigert wurde. Die Informationen über die Pfändung wurden 1998 in einer spanischen Zeitung und im Internet veröffentlicht. Der Betroffene wandte sich dagegen, dass Google bei der Eingabe seines Namens einen Link dazu anzeigte. Die Pfändung verdiene keine Erwähnung mehr. Der Kläger zeigte sich in der "FT" zufrieden mit dem Google-Verfahren./so/DP/stb

MOUNTAIN VIEW (dpa-AFX)

Platz 5: Aktie

Die Google-Aktie konnte seit dem Börsengang stetig zulegen und kostet momentan rund 581 US-Dollar.
Die Aktie von Facebook begab sich nach dem Börsengang zunächst auf Talfahrt. Erst über ein Jahr nach dem IPO konnte sie ihren Ausgabepreis wieder erreichen und übersteigen. Derzeit notiert sie bei rund 77 Dollar.
Die Twitter-Aktie schlug sich beim Börsengang phänomenal und legte verglichen mit dem Ausgabepreis am IPO-Tag in der Spitze um rund 90 Prozent zu. Aktuell liegt der Kurs bei rund 51 Dollar.
LinkedIn legte einen fulminanten Börsenstart hin. Die Aktie des Berufsnetzwerks konnte ihren Wert noch am Tag des Börsengangs verdoppeln. Auch auf längere Sicht schlug sich die Aktie gut und notiert heute bei rund 229 Dollar.
Beim Börsengang Ende 2006 nahm XING zwar deutlich weniger ein als erhofft, die XING-Aktie schlug sich in der Folgezeit aber dennoch gut: War die Aktie am ersten Handelstag nur rund 30 Euro wert, liegt ihr Kurs heute bei rund 90 Euro.

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01.10.2021Alphabet A (ex Google) OutperformRBC Capital Markets
13.09.2021Alphabet A (ex Google) OutperformCredit Suisse Group
13.09.2021Alphabet A (ex Google) BuyGoldman Sachs Group Inc.
28.07.2021Alphabet A (ex Google) OutperformCredit Suisse Group
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01.10.2021Alphabet A (ex Google) OutperformRBC Capital Markets
13.09.2021Alphabet A (ex Google) OutperformCredit Suisse Group
13.09.2021Alphabet A (ex Google) BuyGoldman Sachs Group Inc.
28.07.2021Alphabet A (ex Google) OutperformCredit Suisse Group
28.07.2021Alphabet A (ex Google) BuyJefferies & Company Inc.
02.11.2018Alphabet A (ex Google) neutralJMP Securities LLC
12.10.2018Alphabet A (ex Google) HoldPivotal Research Group
26.09.2018Alphabet A (ex Google) HoldMorningstar
24.07.2018Alphabet A (ex Google) HoldMorningstar
24.07.2018Alphabet A (ex Google) HoldCanaccord Adams
15.05.2019Alphabet A (ex Google) verkaufenCredit Suisse Group
24.11.2008Google sellMerriman Curhan Ford & Co
19.11.2008Google ausgestopptNasd@q Inside
16.03.2007Google Bär der WocheDer Aktionärsbrief
08.03.2006Google im intakten AbwärtstrendDer Aktionär

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