Erneut Hoffnung im Nahost-Konflikt: DAX mit kräftigen Aufschlägen - letztlich aber unter 25.000 Punkte

Nach den Vortagesverlusten fassten Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitag wieder Mut: Dabei sorgte auch die Geopolitik für Kauflaune.
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Der DAX hat am Freitag mit guten Vorgaben aus Fernost im Rücken 0,66 Prozent höher bei 24.768,49 Zählern eröffnet. Im weiteren Handel blieb das Börsenbarometer klarer im Plus. Dabei rückte die runde Marke von 25.000 Punkten und der knapp darüber verlaufende Korrekturtrend seit dem Rekord Mitte Januar wieder in greifbare Nähe. Letztlich nahm der deutsche Leitindex diese Hürde jedoch nicht. Stattdessen verabschiedete er sich mit einem Plus von 1,15 Prozent bei 24.888,56 Punkten knapp darunter ins Wochenende.
Wieder Hoffnung auf Nahost-Einigung
An der Börse wurde wieder einmal auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran gesetzt - und Frieden im Nahen Osten. "Allerdings liegen beide Länder bei der Frage nach dem angereicherten Uran weiterhin weit auseinander. Auch die vom Iran beabsichtigten Zölle für die Straße von Hormus könnten für komplizierte Diskussionen sorgen", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.
Er erinnerte daran, dass die Friedenshoffnungen der Anleger zuletzt immer wieder enttäuscht wurden. "Die letzten Male war das Einpreisen eines Friedens zwischen den USA und dem Iran jedes Mal verfrüht." Entsprechende Vorsicht zeigten relativ geringe Handelsumsätze wie am Donnerstag. "Mit der Hoffnung auf Frieden ist auch die Hoffnung auf ein zumindest etwas schnelleres Abebben der aktuellen Inflationswelle verbunden", so Altmann - und damit Entspannung bei den Zinsen.
"Die globalen Aktienmärkte zeigen angesichts der hohen Ölpreise und des Ausverkaufs an den Anleihemärkten weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit", schrieb vor diesem Hintergrund auch der Barclays-Fachmann Emmanuel Cau. Taktisch werde derzeit auf die künftige Entwicklung der aktuell maßgeblichen Ölpreise gewettet. Cau warnte aber davor, dass sich die Schlagzeilen in diesen Tagen immer wieder schnell ändern. Anleger blieben also hin- und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen. Daher steckten die europäischen Aktienmärkte nun schon seit mehr als einem Monat in einer engen Handelsspanne fest, die im DAX etwas über 25.000 Punkten ihre Grenze hat. Cau erwähnte auch, dass der Krieg das Konjunkturumfeld mit fortlaufender Dauer immer schwieriger mache.
NVIDIA-Zahlen offenbar verdaut
Die Zahlen des KI-Riesen NVIDIA, die am Donnerstag noch für Verunsicherung gesorgt hatten, obwohl das Unternehmen auf allen Ebenen überzeugt hatte, traten am Freitag etwas in den Hintergrund. Noch am Donnerstag waren erfolgsverwöhnte Anleger skeptisch geworden, da die Erwartungen wohl nicht so deutlich übertroffen worden waren, wie erhofft.
DAX-Rekord zuletzt im Januar
Der Abstand zum Rekordniveau bleibt am deutschen Aktienmarkt bestehen. Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern aus dem Handel gegangen, was zudem einen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Claudia Stephan, Melanie Schürmann, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
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