Fortschritte in Nahost lassen auf sich warten: DAX schlussendlich wenig verändert

Der deutsche Leitindex zeigte sich zum Wochenstart angesichts ausbleibender Fortschritte in Nahost von Vorsicht geprägt.
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Der DAX begann die Woche mit einem kleinen Abschlag von 0,02 Prozent bei 24.333,31 Punkten. Überwiegend tendierte er danach um die Nulllinie, wenn auch mit einem Drall nach unten. Schlussendlich ging er 0,05 Prozent höher bei 24.350,28 Zählern aus dem Handel.
Iran-Konflikt weiter ohne Lösung
Die Kriegssorgen rund um den Iran ließen die Anleger auch am Montag nicht los, insbesondere vor dem Hintergrund wieder steigender Ölpreise.
Die USA und der Iran kommen bei ihren Bemühungen um ein Ende des Kriegs nicht voran. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die jüngste Antwort des Irans auf den US-Vorschlag für eine diplomatische Lösung des Konflikts als "völlig inakzeptabel" und sprach weitere Drohungen gegen die Islamische Republik aus.
Weiterhin hoffen die Anleger, dass der nach wie vor wackelige Waffenstillstand im Nahost-Krieg hält und die für den Energiehandel wichtige Straße von Hormus letztlich wieder geöffnet wird. Allerdings zeige die Vergangenheit, dass Rückschläge in einem möglichen Annäherungsprozess einkalkuliert werden müssten, schrieb Analyst Christian Reicherter von der DZ Bank. Die unter den Marktakteuren vorherrschende Zuversicht scheine daher zuletzt etwas zu weit vorausgeeilt zu sein.
Inflationssorgen treiben Anleger um
Die Entwicklungen im Nahost-Konflikt dürften damit weiter die Richtung am Aktienmarkt bestimmen. Dabei achten die Anleger insbesondere auf die Auswirkungen auf den Rohölmarkt. Sollte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent dauerhaft über der viel beachteten Marke von 100 US-Dollar liegen, droht ein deutlicher Anstieg der Inflation. Dies wiederum könnte die Notenbanken zu höheren Leitzinsen zwingen und die Aktienmärkte belasten.
Vor diesem Hintergrund werden die Anleger in der neuen Woche wohl auch auf die US-Preisdaten am Dienstag schauen. Präsident Donald Trump brauche baldmöglichst niedrigere Inflationsraten, um bei den Zwischenwahlen im November eine realistische Chance für eine Verteidigung der republikanischen Mehrheit in den Kongresskammern zu haben und nicht zur "Lame Duck" zu werden, schrieb Robert Greil, der Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Der Trend sei bisher aber ein ganz anderer: "Die US-Inflationszahlen für den April dürften sich eher der Vier- als der Dreiprozentmarke nähern."
Analysten mit verhaltender Zuversicht
Greil sieht noch weitere Gründe, warum Trump an einem baldigen Ende des Kriegs interessiert sein dürfte. So steige generell der Druck am Markt, zu einer Einigung zu kommen. Zudem gebe es Munitionsengpässe, und wegen des Krieges fehle Geld für Aufgaben im Inland.
Auch die Börsenstatistik-Experten von Index Radar blicken nicht allzu pessimistisch in die nahe Zukunft. Hohe Ölpreise, geopolitische Spannungen, wieder anziehende Inflationserwartungen und eine US-Notenbank, die sich maximale Flexibilität offen hält, ergeben zwar kein Umfeld, das normalerweise für Rekordstände in Aktienindizes wie dem DAX bekannt sei. Doch Liquidität, Technologiefantasie und robuste Unternehmensgewinne wirkten weiterhin wie ein belastbares Gegengewicht.
Analystin Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen äußerte sich ebenfalls recht zuversichtlich: "Bislang üben sich die Anleger lediglich in Zurückhaltung, eine Rückkehr in den Krisenmodus ist noch nicht zu beobachten, zumal US-Präsident Trump eine Fortsetzung der Verhandlungen mit dem Iran bekräftigte." Stand heute würden damit die kriegsbedingten Schwankungen zwischen Risk-on und Risk-off anhalten, bis ein Friedensabkommen in Kraft trete.
Ablaufende Berichtssaison bleibt im Fokus
Ansonsten müssen die Anleger in der neuen Woche auch eine Fülle weiterer Unternehmenszahlen verarbeiten. Sowohl im DAX als auch in den Nebenwerteindizes stehen für diese Woche zahlreiche Bilanzvorlagen auf der Agenda.
DAX-Rekord zuletzt im Januar
Der Abstand zum Rekordniveau bleibt am deutschen Aktienmarkt bestehen. Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern aus dem Handel gegangen, was zudem einen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Claudia Stephan, Alexandra Hesse, Evelyn Schmal, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
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