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Kursrally nach Waffenruhe: DAX erobert 24.000-Punkte-Marke letztlich zurück - Zinspolitik rückt in den Fokus

08.04.26 19:33 Uhr

BÖRSE AKTUELL: Mittwoch an der Börse Frankfurt - Feuerpause im Iran-Krieg - DAX knackt mit starken Gewinnen die 24.000-Punkte-Marke | finanzen.net

Der DAX zündete am Mittwoch ein Kursfeuerwerk, nachdem die USA und der Iran sich in letzter Minute auf eine Waffenruhe einigten.

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Der DAX legte zum Start des Mittwochhandels satte 4,80 Prozent auf 24.021,81 Zähler zu und eroberte damit die 24.000-Punkte-Marke zurück. Im Anschluss bewegte sich der Leitindex seitwärts auf sehr hohem Niveau. Zum Handelsschluss belief sich das Plus auf 5,06 Prozent bei 24.080,63 Punkten.

Auch an den Börsen in Asien ging es teils kräftig nach oben. Der japanische Leitindex Nikkei kletterte um mehr als 5 Prozent nach oben auf das Niveau von Anfang März.

Anleger feiern Feuerpause im Iran-Krieg und Einbruch der Ölpreise

Die Einigung in allerletzter Minute zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe sorgte bei den Anlegern am Mittwoch weltweit für enorme Erleichterung - vor allem dank des massiven Einbruchs der Ölpreise. Mehrere Börsianer sprachen von einem "Geschenk von Pakistan". Der Nachbar des Iran vermittelte eine weitreichende, sofortige Waffenruhe, die auch für die US-Verbündeten gilt und sich bis in den Libanon erstreckt.

Daraufhin sackten die Ölpreise prozentual zweistellig ab. Sie sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit mehr als zwei Wochen.

Wichtig für die globalen Märkte ist vor allem, dass der Iran die Straße von Hormus nun wieder für den Schiffsverkehr öffnen will. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Energie. Ihre Öffnung war die Bedingung der USA für eine Feuerpause.

Märkte atmen auf

"An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.

Marktstratege Matthew Ryan vom britischen Fintech-Unternehmen Ebury ergänzte: "Der Fokus richtet sich nun auf die bevorstehenden, entscheidenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran." Die zentrale Frage werde sein, ob diese zu einem dauerhaften Frieden führen oder ob der Waffenstillstand nur einen Aufschub des Problems darstellt.

DAX-Rekord zuletzt im Januar

Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.

Melanie Schürmann, Julia Walter, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Bildquellen: Stonel / Shutterstock.com, Aleksandra Gigowska / Shutterstock.com

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