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13.06.2019 07:17
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Der Elektromobilität droht der Strom auszugehen

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- von Vera Eckert und Jan Schwartz

Rüsselsheim/Hamburg (Reuters) - Der Sprung in die Elektromobilität droht an einer wichtigen Hürde hängen zu bleiben: Von den von der Bundesregierung bis 2020 in Aussicht gestellten 100.000 E-Tankstellen existiert landauf, landab erst etwa ein Fünftel.

Viel zu wenig, um beim erwarteten Absatzwachstum der E-Mobile mitzuhalten, meinen Branchenvertreter. Die Stadt Rüsselsheim in Hessen, Stammsitz von Opel, könnte zu einem Vorreiter werden. Der Ort will nach eigenen Angaben bis zum kommenden Jahr europaweit die größte Dichte an Ladestationen schaffen. Allerdings gibt es typische Anlaufschwierigkeiten, die das Projekt verzögern könnten.

Rüsselsheim hat nach eigenen Angaben 12,8 Millionen Euro aus Fördertöpfen des Sofortprogramms "Saubere Luft" zugesagt bekommen, mit dem die Bundesregierung belasteten Kommunen unter die Arme greift. Mit dem Geld und der Hilfe von Opel sollen im Stadtgebiet bis zu 1300 E-Ladepunkte installiert werden. Einen Teil davon will die Stadt zusammen mit einer Wohnungsbaugesellschaft errichten. Die größere Anzahl entsteht nach Unternehmensangaben auf Opel-Parkplätzen, die öffentlich zugänglich gemacht werden sollen, sowie für Dienstwagen hinter den Werkstoren. Pro öffentlich zugänglicher Ladedose würden so 72 Einwohner versorgt, rechnet die Stadt vor. Gemessen an der Einwohnerzahl von 65.000 sei dies die größte Ladedichte in der Europäischen Union. Zum Vergleich: Die in der Ladeinfrastruktur bislang führende Stadt Hamburg kam mit ihren 1,8 Millionen Einwohnern im vergangenen Jahr auf 785 Ladepunkte.

Doch Rüsselsheim droht nun ein Dämpfer. Langwierige Genehmigungsverfahren, ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und fehlende Hardware für die geplanten Ladepunkte könnten die Installation um bis zu zwei Jahre verzögern, berichteten städtische Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters. Das Vorhaben werde zudem vermutlich teurer als zunächst angenommen. Unter anderem spielt die Frage eine Rolle, ob das örtliche Stromnetz dem Ausbau des Ladenetzes gewachsen ist. "Wir müssen darauf achten, dass es keine Überlast gibt", sagt Matthias Schweitzer, Bereichsleiter Technik und Netze der Stadtwerke. Die Konkurrenz ist groß, denn auch andernorts wird das Netz an E-Zapfäulen enger geknüpft. "Wir buhlen um dieselben Ladesäulen, Personal und Zuliefertechnik mit allen anderen", erklärt Asswin Zabel, Sprecher der Stadt Rüsselsheim.

AUSBAU HÄLT NICHT SCHRITT

Die Zahl der Elektroautos auf deutschen Straßen hat sich in den vergangenen vier Jahren fast verfünffacht auf gut 83.000. Das sind gerade einmal 0,2 Prozent des gesamten Pkw-Bestandes. Dennoch: Europaweit sind batteriegetriebene Wagen auf dem Vormarsch, weil die Autobauer die schärferen Klimavorgaben erfüllen müssen und in immer mehr Metropolen Einschränkungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gelten. Mit dem steigenden E-Absatz kann der Ausbau aber nicht mithalten. "Bis heute ist weitgehend unklar, wer die notwendigen Investitionen in die Ladeinfrastruktur in den Städten, den Wohnanlagen und entlang der Autobahnen kurzfristig aufbringen wird und wie sich diese auf mittlere und lange Sicht refinanzieren sollen", moniert Jens Haas von der Beratungsgesellschaft Alix Partners.

Das Verhältnis von Ladestationen zu E-Autos verschlechtert sich zusehends. Kamen 2015 in Europa statistisch noch 6,1 Wagen auf einen Ladepunkt, so zählte Alix Partners 2018 sieben Stromer je Steckdose. Noch schlechter war das Verhältnis in den USA mit 19,7 (2015: 12,6) Autos je E-Zapfsäule. In China, wo die Elektromobilität am stärksten wächst, waren es immerhin je 7,6 (5,3).

Nach Meinung von Analysten könnten die Verzögerungen beim Aufbau der Ladeinfrastruktur zum Problem für die Autobauer werden, denen beim Verfehlen der CO2-Vorgaben hohe Strafen drohen. Die drei deutschen Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen mit großen Standorten der Automobilindustrie dringen darauf, die Rahmenbedingungen für die Elektromobilität zu verbessern. Sie fordern - neben anderen Maßnahmen - einen bedarfsgerechten Aufbau von öffentlich zugänglichen Ladesäulen bis Ende 2020. Volkswagen, der in den nächsten Jahren zum führenden Anbieter von Elektroautos aufsteigen will, um die Dieselkrise vergessen zu machen, will erreichen, dass die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer angekündigte zusätzliche Milliarde zur Förderung von Ladestationen möglichst bald freigegeben wird.

Und auch wenn die Gelder fließen, ist längst nicht sicher, dass damit auch das Vertrauen der Autokäufer in die E-Mobilität zunimmt und der Absatz wie erhofft neuen Schub erhält. "Der Wandel ist nicht einfach, es ist eine Generationenaufgabe", sagt Birgit Scheppat, Professorin an der Hochschule RheinMain, die das Projekt in Rüsselsheim begleitet. "Aber nicht anzufangen, geht nicht."

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