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15.06.2018 07:27
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Deutsche Börse sieht sich im Kampf um Euro-Clearing leicht im Vorteil

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Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Börse sieht sich im Buhlen um das viele Milliarden schwere Clearing-Geschäft von Euro-Derivaten nach dem Ausstieg von Großbritannien aus der EU leicht im Vorteil.

"Im Moment läuft es ein bisschen in unsere Richtung", sagte Börsen-Chef Theodor Weimer am Donnerstagabend in Frankfurt. "Aber es ist viel zu früh, wir sind noch nicht auf der Zielgeraden." Die Börse hofft, dass sie nach einem Brexit möglichst viel der bislang zum allergrößten Teil über eine Tochter der Londoner Börse LSE abgewickelten Geschäfte abbekommt. Derzeit liegt ihr Marktanteil laut Weimer bei acht Prozent, der von LCH Clearnet bei rund 90 Prozent. Wichtigster Konkurrent der Frankfurter im Kampf um das Clearing ist der Finanzplatz Paris.

Weimer hatte Anfang des Jahres als Ziel einen Marktanteil beim Euro-Clearing von 25 Prozent bis Ende kommenden Jahres ausgegeben. Am Freitag erklärte er, sollte die Politik am Ende entscheiden, dass das Clearing von Euro-Zinsswaps auch künftig in London und nicht an einem Standort in der EU erfolgen darf, bestehe die Gefahr, dass Banken wieder abspringen, die zuletzt ihr Clearing auf die Systeme der Deutschen Börse verlagert haben. In der jüngeren Vergangenheit waren mehrere bedeutende Adressen in diesem Geschäft zumindest teilweise auf die Systeme der Frankfurter gewechselt, zuletzt die französische Großbank BNP Paribas, wie Weimer bekannt gab.

Erst Ende vergangener Woche hatte sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz dafür ausgesprochen, das Clearing nach einem Brexit auf jeden Fall in die verbleibende EU zu verlagern, damit Politik und Aufseher auch dann noch jederzeit Zugriff auf das Clearing haben. Bei diesem steht eine Institution - das zentrale Clearinghaus - zwischen Käufer und Verkäufer und sorgt so für größtmögliche Sicherheit beider Parteien. Zugleich steigt aber durch diese Konzentration das Risiko für das Finanzsystem, wenn es zu einer Krise kommt. Deshalb will die EU sicherstellen, dass sie auch nach dem für Ende März 2019 erwarteten Brexit noch kompletten Zugriff hat.

Für die Deutsche Börse und damit für den Finanzplatz Frankfurt könnte es einen ungeheuren Wachstumsschub bedeuten, sollte sie den Zuschlag bekommen. Der Markt ist riesig, wie auch Weimer betonte. "Das ist der größte Markt, der derzeit zu verteilen ist." Weltweit werden jedes Jahr Derivate in einem Volumen von umgerechnet 340.000 Milliarden Euro abgerechnet, das entspricht etwa dem sechs- bis siebenfachen der weltweiten Wirtschaftsleistung. Das Clearing-Volumen der in Euro denominierten Papiere liegt bei rund 80.000 Milliarden Euro.

Zuletzt hatten die Ambitionen Frankfurts in der Clearing-Frage einen Dämpfer bekommen. Mitte Mai hatte das Europa-Parlament beschlossen, dass Clearing-Häuser für Euro-Geschäfte nach dem EU-Ausstieg Großbritanniens nicht unbedingt in einen anderen EU-Staat umziehen müssen. Eine Hintertür ließen die Vertreter allerdings offen: Falls die Aufsichtsbehörde in einem Nicht-Mitgliedsland - hier also die Bank of England nach dem Brexit - nicht ausreichend mit den EU-Überwachern zusammenarbeite, könnte das Clearing doch für EU-Kunden zwangsweise in die Union verlagert werden. Dafür sollen aber hohe Hürden gelten.

In London hängen Tausende Jobs vom Euro-Clearinggeschäft ab. Branchenverbände warnen, dass eine Zersplitterung des Euro-Clearing hohe Kosten für die Kunden verursachen würde und die Banken mehrere Milliarden Euro für zusätzliche Sicherheiten beiseitelegen müssten.

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