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03.12.2019 10:28
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Deutsche Unternehmen bei Russlandgeschäft optimistischer - Umfrage

Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Deutsche Unternehmen sind für ihre Geschäftsaussichten im kommenden Jahr etwas zuversichtlicher geworden. Allerdings belasten hausgemachte Störfaktoren ihr Geschäft. Das ist das Ergebnis einer Umfrage für die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) und den Ost-Ausschuss - Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV). Sie ergab, dass 43 Prozent für das nächste Jahr eine positive oder leicht positive Wirtschaftsentwicklung erwarten, nach 41 Prozent im Vorjahr. Nur noch 15 Prozent befürchten eine Verschlechterung. Zuvor hatten noch 23 Prozent mit Einbrüchen gerechnet.

"Trotz schwacher Konjunktur wachsen die deutschen Unternehmen insgesamt schneller als der russische Markt", sagte Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der AHK.

Russland sollte Bürokratie abbauen

Eine positive Veränderung ihres Geschäftsklimas beobachten jedoch nur 30 Prozent der befragten Unternehmen, weniger als die 31 Prozent, die eine negative Entwicklung sehen. Für 39 Prozent sind die Bedingungen gleich geblieben. "Bei den Störfaktoren im Russland-Geschäft haben hausgemachte Probleme wie der bürokratische Aufwand und protektionistische Hürden an Bedeutung gewonnen", sagte Michael Harms, Vorsitzender der Geschäftsführung des OAOEV. "Die russische Regierung sollte jetzt durch den Abbau von Bürokratie und die gezielte Förderung des Mittelstands für neue Wachstumsimpulse sorgen."

Mehrheitlich zufrieden zeigen sich die deutschen Unternehmen mit ihrer eigenen Geschäftslage in Russland. 41 Prozent bewerten ihre Geschäftslage mit gut bis sehr gut nach 40 Prozent im Vorjahr, knapp die Hälfte sahen sie als befriedigend an. Jeweils ein Drittel der Unternehmen will laut Umfrage seine Belegschaft in Russland ausbauen und dort in den nächsten zwölf Monaten investieren. Die geplanten Investitionen belaufen sich auf fast 530 Millionen Euro.

"Die deutsche Wirtschaft setzt weiterhin auf den Standort Russland und investiert kräftig", sagt Schepp von der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Im vergangenen Jahr hätten sich die deutschen Netto-Direktinvestitionen in Russland auf 3,26 Milliarden Euro belaufen, was laut AHK ein Spitzenwert seit der Finanzkrise vor zehn Jahren sei.

Die 112 befragten Unternehmen zeigen sich zudem "überraschend optimistisch" über das russisch-ukrainische Verhältnis. Mehr als zwei Drittel rechnen unter dem neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit einer Verbesserung.

Forderungen nach Ende der Russland-Sanktionen

Auch wünschen sich mit 93 Prozent nahezu alle befragten Unternehmen eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland. Dabei votieren erneut 51 Prozent für einen schrittweisen Abbau, 42 Prozent sprechen sich für die sofortige Aufhebung der Wirtschaftssanktionen aus. "Die Sanktionen bleiben eine Belastung für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und tragen zu einer Abschottung Russlands und einem wachsenden Einfluss Chinas bei", sagte Harms.

Die AHK hofft, dass die für nächste Woche geplanten Normandie-Gespräche zwischen den Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine der Friedensprozess zwischen Russland und Ukraine einen entscheidenden Schritt voranbringen. "Wenn es greifbare Fortschritte gibt, sollte auch der Abbau erster gegenseitiger Sanktionen besprochen werden, um Anreize für eine weitere Entspannung zu setzen", so Harms.

Eine Mehrheit der befragten Unternehmen unterstützen die russisch-deutsche Gasröhre Nord Stream 2, die Gas direkt von Russland nach Deutschland bringen soll. Auch sind die Unternehmen mehrheitlich für einen langfristigen Transit von Gas durch die Ukraine.

"Angesichts der rückläufigen Gasförderung in der EU und dem Ausstieg aus Kohle- und Atomkraft in Deutschland brauchen wir alle Importoptionen", sagte OAOEV-Geschäftsführer Harms. "Jede zusätzliche Importroute sichert eine verlässliche und preisgünstige Energieversorgung für die europäische Industrie und die Verbraucher."

Die AHK Russland hat rund 900 Mitglieder. Die Zahl der Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Russland belief sich laut AHK Ende 2018 auf 4.461 Firmen.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/mgo

(END) Dow Jones Newswires

December 03, 2019 04:29 ET (09:29 GMT)

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