finanzen.net
14.02.2020 16:09

DIE AUTO-WOCHE - das waren die wichtigsten Themen

Volkswagen will Kläger im Dieselskandal direkt entschädigen

Nach dem Scheitern der Vergleichsverhandlungen mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) um manipulierte Dieselfahrzeuge wendet sich Volkswagen direkt an die Kläger. Wie das Unternehmen mitteilte, hat der Vorstand ein Vergleichspaket über insgesamt bis zu 830 Millionen Euro beschlossen. VW erklärte, man wolle den Kunden, die sich zur Musterfeststellungsklage angemeldet haben und die Vergleichskriterien erfüllen, den bereits ausgehandelten Vergleich auch ohne die Unterstützung des vzbv anbieten.

Daimler sieht EBIT 2020 deutlich über Vorjahr

Beim Autobauer Daimler sollen sich die Effizienzmaßnahmen bereits in diesem Jahr auszahlen. Das Konzern-EBIT soll 2020 deutlich über dem von zahlreichen Einzelproblemen belasteten Niveau des Vorjahres liegen, stellte der Stuttgarter DAX-Konzern in Aussicht. Der Umsatz dürfte auf dem Niveau von 2019 stagnieren. Das Ergebnis werde indes durch die Restrukturierungsmaßnahmen sowie den damit verbundenen Stellenabbau belastet, hieß es. Die Daimler AG will die Material- und Verwaltungskosten sowie die Personalkosten bis Ende 2022 um mehr als 1,4 Milliarden Euro drücken. Die Sparmaßnahmen könnten noch verschärft werden. Das Unternehmen werde "weiterhin alle Nicht-Kernaktivitäten überprüfen, um die finanziellen Ressourcen auf die Geschäfte mit den höchsten wirtschaftlichen Potenzialen zu konzentrieren", kündigte der Konzern anlässlich der Jahres-Pressekonferenz an.

Daimler kappt Dividende nach Gewinneinbruch

Daimler wird nach dem Gewinneinbruch 2019 und den hohen Kosten für den Konzernumbau die Dividende massiv kürzen. Die Aktionäre sollen für das angelaufene Jahr eine Ausschüttung von 0,90 Euro je Aktie erhalten, wie Daimler anlässlich der Jahres-Pressekonferenz mitteilte. Damit zahlt Daimler den Aktionären 0,10 Euro weniger als Analysten zuletzt erwartet haben. Im Jahr zuvor hatte der DAX-Konzern noch 3,25 Euro je Aktie ausgeschüttet. Der Nettogewinn brach vergangenes Jahr trotz höherer Erlöse um 64 Prozent auf 2,7 Milliarden von knapp 7,6 Milliarden Euro 2018 ein.

Daimler bekräftigt Margenprognose für Autogeschäft

Daimler hält nach der enttäuschenden Gewinnentwicklung im vergangenen Jahr an den Zielen fest. Die operative Rendite bei Mercedes-Benz Cars & Vans soll 2020 mindestens 4 Prozent betragen, kündigte der DAX-Konzern anlässlich der Jahres-Pressekonferenz an. Im besten Fall sollen es 5 Prozent sein.

Opel exportiert jetzt auch nach Kolumbien und Ecuador

Opel weitet sein Südamerika-Geschäft aus und bringt vom Sommer 2020 an Fahrzeuge nach Kolumbien und Ecuador. Dazu hat Opel Vereinbarungen mit den dortigen Importeuren SKBerge und Nexumcorp unterzeichnet, die exklusive Vertriebspartner der deutschen Marke für den kolumbianischen beziehungsweise den ecuadorianischen Markt werden, wie der zu Peugeot gehörende Rüsselsheimer Autobauer mitteilte.

VW verlängert Produktionsstopp in einigen chinesischen Werken

Volkswagen wird einige Werke in China wegen der Auswirkungen des neuartigen Coronavirus später wiedereröffnen. Die Produktion des Gemeinschaftsunternehmens Saic Volkswagen werde nicht vor dem 17. Februar starten, kündigte VW an. Lediglich in einem Werk in Schanghai werde die Fertigung bereits ab dem heutigen Montag wieder beginnen. Saic Volkswagen ist ein Joint Venture des Wolfsburger Konzerns und der Saic Motor Corp.

Volkswagen-Konzern setzt im Januar deutlich weniger ab

Nach dem starken Dezember ist der Volkswagen-Konzern mit einem spürbaren Absatzrückgang ins neue Jahr gestartet. Wie der Wolfsburger Konzern mitteilte, sanken die weltweiten Auslieferungen im Januar um 5,2 Prozent auf 836.800 Fahrzeuge.

BMW kündigt CO2-Reduktion um 20% bei europäischer Neuwagenflotte an

BMW-Chef Oliver Zipse ist zuversichtlich, dass sein Unternehmen den CO2-Flottengrenzwert der EU einhält. "Wir werden unsere Ziele erreichen", sagte der Vorstandsvorsitzende des Münchner Autobauers bei einer Rede in Bochum mit Blick auf die Grenze von 95 Gramm CO2 pro Kilometer. BMW werde den durchschnittlichen Ausstoß seiner Neuwagen in Europa in diesem Jahr um rund 20 Prozent senken.

Eon und Volkswagen entwickeln flexible Schnellladesäule

Der Energieversorger Eon und die Komponenten-Tochter des Autobauers Volkswagen haben eine neue, flexible Schnellladesäule entwickelt. Durch die Integration eines Batteriesystems könne sie ohne Tiefbau oder Netzanschluss nahezu überall günstig installiert werden. Der Prototyp des Systems sei von beiden Unternehmen in Essen vorgestellt worden, teilte Eon mit. Der verbaute Akku werde über einen Stromanschluss von 16 bis 63 Ampere dauerhaft gespeist.

Renault kürzt nach unerwartetem Verlust Dividende

Ein schwächerer Autoabsatz und hohe Aufwendungen haben der Renault SA 2019 überraschend einen Verlust eingebrockt. Die Aktionäre des französischen Autobauers müssen sich mit einer deutlich niedrigeren Dividende von 1,10 Euro je Aktie zufriedengeben - nach 3,55 Euro im Vorjahr. Der Ausblick für 2020 ist verhalten. Im vergangenen Jahr fuhr Renault einen Nettoverlust von 141 Millionen Euro ein nach einem Gewinn von 3,3 Milliarden im Vorjahr. Analysten hatten im Factset-Konsens auf einen Gewinn von 1,77 Milliarden Euro gehofft. Renault musste viel Geld für Steuern sowie für Abschreibungen und Restrukturierungsmaßnahmen aufwenden.

Tesla beschafft sich 2 Milliarden Dollar über Aktienemission

Der Elektroautobauer Tesla will sich frisches Kapital beschaffen. Das Unternehmen kündigte an, Stammaktien für rund 2 Milliarden US-Dollar anzubieten. Den Zeichnern sei eine Frist von 30 Tagen eingeräumt worden, um weitere Stammaktien im Wert von bis zu 300 Millionen Dollar zu erwerben. Tesla-CEO Elon Musk werde sich durch den Kauf von Stammaktien im Wert von bis zu 10 Millionen Dollar an dem Angebot beteiligen, und Boardmitglied Larry Ellison werde Aktien im Wert von bis zu 1 Million Dollar kaufen.

Autoabsatz in China fällt im Januar um 18 Prozent

Der chinesische Automarkt ist im Januar um 18 Prozent auf 1,94 Millionen verkaufte Fahrzeuge geschrumpft. Der Herstellerverband begründete die Entwicklung mit dem Neujahrsfest, das 2020 anders als im Vorjahr teils in den Januar gefallen ist. Während der einwöchigen Feiern kommt das Geschäftsleben in China nahezu zum Erliegen.

Nissan verlangt von Carlos Ghosn 83 Millionen Euro Schadensersatz

Der japanische Autobauer Nissan will von seinem früheren Chef Carlos Ghosn Schadensersatz in Millionenhöhe erstreiten. Der Konzern reichte in Japan eine Zivilklage auf Zahlung von zehn Milliarden Yen (umgerechnet rund 83,4 Millionen Euro) ein. Grund dafür seien Ghosns jahrelanges "Fehlverhalten und betrügerische Handlungen".

Volvo und Geely Automobile prüfen Fusion und Stockholm-Notierung

Die beiden Autobauer Volvo Cars und Geely Automobile Holdings prüfen eine Fusion ihrer Geschäfte, um die Hebung von Synergien zu beschleunigen. Eine Doppelnotierung in Hongkong und Stockholm könnte zudem den Zugang zu den Kapitalmärkten verbessern. Beide Unternehmen gehören der chinesischen Geely Holding Group Co. Volvo teilte mit, durch einen Zusammenschluss mit Geely Automobile erhielte das Unternehmen die Größe, das Wissen und die Ressourcen, um die fortgesetzte Transformation der Automobilindustrie anzuführen.

US-Justizministerium stellt Untersuchungen gegen vier Autohersteller ein

Das US-Justizministerium hat kartellrechtliche Untersuchungen gegen vier Autohersteller eingestellt. Es habe nach mehrmonatigen Ermittlungen keine Beweise für Absprachen zwischen Ford, Honda Motor, BMW und Volkswagen in Bezug auf Emissionen gegeben, heißt es von mit der Materie vertrauten Personen. Sprecher von Ford und BMW bestätigten, dass das US-Justizministerium die Ermittlungen eingestellt hat, worüber zuerst die New York Times berichtet hatte.

Ford ernennt Jim Farley zum COO

Der US-Autobauer Ford hat nach dem enttäuschenden Quartalsbericht diese Woche Veränderungen im Management vorgenommen. Strategiechef Jim Farley solle künftig als COO für das operative Geschäft verantwortlich sein, teilte der US-Konzern mit. Farley wird damit als möglicher Nachfolger des 64 Jahre alten CEO Jim Hackett positioniert. Farley übernimmt auch Aufgaben von Joe Hinrichs, der als President das Automotive-Geschäft führt und nun zum 1. März in den Ruhestand geht.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/bam/mgo

(END) Dow Jones Newswires

February 14, 2020 10:10 ET (15:10 GMT)

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