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15.08.2019 09:29
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DIHK: Besetzung von Ausbildungsplätzen bleibt schwierig

Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Wirtschaft hat nach einer neuen Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) weiterhin Probleme, genügend Auszubildende zu finden - auch wenn ein Abwärtstrend bei den Ausbildungsverträgen gestoppt scheint. "Der deutschen Wirtschaft fällt es nach wie vor schwer, alle offenen Ausbildungsplätze zu besetzen", erklärte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. In 32 Prozent der Betriebe seien 2018 laut der neuen Ausbildungsumfrage der Kammern Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben, nach 34 Prozent 2017.

Fast jeder zehnte Betrieb habe 2018 überhaupt keine Azubi-Bewerbung erhalten. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssten alles daran setzen, den Fachkräftemangel zu bekämpfen, forderte Dercks. Allerdings gewinnen Betriebe, die zum Beispiel mit einer Azubi-Webseite oder Beratungen von IHK-Mitarbeitern aktiv für ihre Ausbildung werben, Auszubildende für sich. "Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Wer nicht wirbt, geht immer häufiger leer aus."

Trotz der demografischen Entwicklung und der Studienneigung vieler junger Menschen sei der Abwärtstrend bei den Ausbildungsverträgen vorerst gestoppt. "Im vergangenen Jahr konnten die Betriebe insgesamt mehr Ausbildungsverträge schließen, obwohl die Schülerzahlen weiter rückläufig waren", sagte Dercks. Auch im laufenden Jahr bewege man sich auf nahezu vergleichbarem Niveau.

Leichte Verbesserungen der Ausbildungssituation seien zum Beispiel im Gastgewerbe zu erkennen, wo Qualitätsoffensiven in der Ausbildung, eine bessere Planbarkeit von Arbeitszeiten und auch das starke Engagement bei der Integration von Geflüchteten sich auszahlten. Dass diese zur Verbesserung der Besetzungsquote beitrage, zeige sich auch im Baugewerbe, in dem laut Dercks rund 5 Prozent mehr Ausbildungsverträge geschlossen wurden. Dazu hätten auch der Bauboom und eine groß angelegte Imagekampagne beigetragen.

Politik muss Rahmenbedingungen verbessern

"Wir dürfen mit diesen ersten Fortschritten aber nicht zufrieden sein", mahnte der Vize-Hauptgeschäftsführer des DIHK. Vor allem brauche man schon in den Schulen mehr Engagement in der Berufsorientierung. 47 Prozent aller Betriebe gebe an, dass realistische Berufsvorstellungen der Jugendlichen ihnen das Ausbilden erleichtern würden. Die Berufsorientierung müsse daher "ausgebaut und praxisorientierter werden".

Für 37 Prozent der Betriebe würde laut der Umfrage zudem eine bessere Zusammenarbeit mit ihrer Berufsschule das Ausbilden erleichtern. Einen besonderen Fokus legten die Betriebe auf den Abgleich von betrieblichen und schulischen Lehrinhalten. "Die Kooperation von Betrieben und Berufsschulen muss aber nicht nur inhaltlich, sondern auch räumlich verbessert werden", verlangte Dercks. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen verbessern.

Dass bereits ein Drittel der Betriebe die Entfernungen zur Berufsschule als zu weit bezeichne, sei alarmierend. Deshalb müssten Berufsschulstandorte erhalten bleiben. Auch brauche man neue, innovative Wege wie virtuelle Klassenzimmer und flexible Klassengrößen. Zudem müssten viele Berufsschulen dringend modernisiert werden - gerade mit Blick auf die digitale Berufswelt. Der DIHK sieht laut Dercks allein für Investitionen in den Berufsschulen einen Finanzierungsbedarf von 2,5 Milliarden Euro - die Hälfte der vereinbarten 5 Milliarden Euro für die Digitalisierung aller Schulen.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

(END) Dow Jones Newswires

August 15, 2019 03:30 ET (07:30 GMT)

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