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30.06.2020 10:36

DIW: BIP bricht im zweiten Quartal um rund 12 Prozent ein

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Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für das zweite Quartal einen Konjunktureinbruch in "bisher ungekanntem Ausmaß". Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte in den Monaten April bis Juni um rund 12 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres eingebrochen sein. Das DIW-Konjunkturbarometer fiel im Juni auf einen neuen Tiefststand von nur noch 2 Punkten nach 20 Punkten im Mai.

Allerdings zeigte sich das Berliner Institut etwas optimistischer für die kommenden Monate. "Die gute Nachricht bei alldem ist, dass die deutsche Wirtschaft den Tiefpunkt bereits hinter sich gelassen haben dürfte - es geht wieder aufwärts", sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.

Die Lockerungen der Einschränkungen zeigten mittlerweile Wirkung. Der Konsum belebe sich allmählich, die Produktion in der Industrie laufe wieder an, wenngleich die Störungen in den Lieferketten wohl noch nachwirkten und insbesondere die zu befürchtende Absatzflaute gegen kräftigere Produktionssteigerungen spreche. Viele Dienstleister kehrten zu einem etwas normaleren Geschäftsbetrieb zurück, wobei vorsichtigeres Konsumverhalten, anhaltende Einschränkungen zum Infektionsschutz und vor allem eine - mit Blick auf die Einkommensentwicklung - gedämpfte Ausgabefreude eine stärkere Belebung verhinderten.

"In Deutschland dürfte das beherzte Krisenmanagement der Regierung das Schlimmste verhindern", sagte DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. "Der Bremsklotz wird wohl in den kommenden Monaten der Außenhandel sein, denn in vielen Ländern sind die Auswirkungen der Krise - insbesondere auf den Arbeitsmärkten - gravierender als in Deutschland. Das wird die Nachfrage nach deutschen Autos und Maschinen noch für geraume Zeit belasten."

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/kla

(END) Dow Jones Newswires

June 30, 2020 04:37 ET (08:37 GMT)

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