26.06.2014 10:35

BNP droht längeres Verbot von bestimmten Dollar-Geschäften

Folgen
Wegen mutmaßlicher Verstöße gegen US-Handelssanktionen droht BNP Paribas ein längeres Verbot von bestimmten Dollar-Geschäften als zuletzt angenommen.
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Der Chef der New Yorker Finanzaufsichtsbehörde Benjamin Lawsky dränge darauf, dass das Institut ein Jahr lang von bestimmten Dollar-Abwicklungen etwa bei Öl- und Gasgeschäften ausgeschlossen werde, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf einen Insider. Zuletzt hatte es geheißen, dass BNP Paribas vermutlich nur einen Monat lang Dollar-Tranfers verboten werden sollten. Die US-Behörden und die Bank wollten dazu nicht offiziell Stellung nehmen.

Die größten Finanzskandale 2013

Steuer-Razzia bei der Commerzbank

Anfang Dezember 2013 durchsuchten etwa 270 Beamte die Geschäftsräume der Commerzbank an rund 40 Standorten. Anlass hierfür war die Vermutung, dass der italienische Versicherungskonzern Generali, mit dem die Commerzbank zusammenarbeitet, mittels Lebensversicherungsverträgen Beihilfe zur Einkommensteuerhinterziehung in mehr als 200 Fällen geleistet haben könnte. Die Ermittlungen richteten sich somit nicht gegen die Commerzbank selbst, welche lediglich die zugrunde liegenden Depots geführt und verwaltet hatte.

Steuerhinterziehung der Bank Wegelin

Anfang 2013 bekannte sich das älteste Geldhaus der Schweiz, die 1741 gegründete Privtbank Wegelin, vor einem Gericht in New York schuldig, für Kunden insgesamt 1,2 Milliarden Dollar am US-Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Nach Inkrafttreten des Urteils und der damit verbundenen Strafzahlung in Höhe von 74 Millionen Dollar stellte die Bank nach 272 Jahren Unternehmensgeschichte ihren Betrieb im März 2013 ein.

Veruntreuung bei MF Global

Mit Jon Corzine wurde im Juni 2013 der ehemalige Vorstandschef des Brokerhauses MF Global und Ex-Gouverneur von New Jersey verklagt. Corzine war maßgeblich an der Pleite des auf den Handel mit Finanzderivaten spezialisierten Finanzunternehmens im Jahr 2011 beteiligt, indem rund 1,2 Milliarden Dollar an Kundengeldern veruntreut wurden. Das insolvente Unternehmen sollte daraufhin 100 Millionen Dollar an Strafzahlungen leisten.

Tod eines deutschen Praktikanten in London

Der 21-jährige Wirtschaftsstudent Moritz Erhardt galt als ehrgeizig, konkurrenzbetont und als einer der besten Prakikanten der Bank Merrill Lynch. Sein Tod im August 2013 brachte jedoch die Schattenseiten der Finanz- und Investment-Branche zu Tage. So habe Erhardt knapp 3 Tage am Stück durchgearbeitet, was vermutlich der Hauptauslöser für seinen Tod war. Ehemalige Praktikanten berichteten des Weiteren, dass sogar 100-Stunden-Wochen in der Branche durchaus üblich seien.

Millionenstrafe im Libor-Skandal

Der Libor ist der weltweit gültige Interbanken-Zinssatz, also der Zinssatz, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen. Er bildet damit die Grundlage für Geschäfte in Billionenhöhe. Im Zuge von Manipulationen des Libors durch zahlreiche Banken, welche mittels falscher Angaben versucht hatten, höhere Gewinne einzustreichen, musste die niederländische Rabobank im Oktober des letzten Jahres letztendlich nach einem außergerichtlichen Vergleich zwischen britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden ein Bußgeld in Höhe von 774 Millionen Euro bezahlen. Die Strafzahlung stellte zugleich die größte in der Geschichte der Genossenschaftsbank dar.

Rekordstrafe für die Deutsche Bank

2013 wurde zum Jahr der höchsten Geldstrafe in der Geschichte der Deutschen Bank. Tricksereien einzelner Händler an Referenzzinssätzen wie Libor und Euribor kosteten die Bank letztendlich 725 Millionen Euro. Um einen größeren Image-Schaden zu vermeiden, betonten daraufhin die Chefs der Großbank, Jürgen Fitschen und Anshu Jain, dass alles getan werde, um sicherzustellen, dass sich solche Fehlverhalten in Zukunft nicht wiederholen.

Manipulationen des Energiemarkts

Im Zuge von Manipulationen des Energiemarktes wurden 2013 Strafen in Höhe von 435 Millionen Dollar für die britische Bank Barclays beziehungsweise in Höhe von 410 Millionen Dollar für die US-Großbank JP Morgan verhängt. Während die US-Bank manipulative Bieterstrategien angewandt haben soll, um übermäßig hohe Zahlungen von Stromnetzbetreibern in den USA zu kassieren, sollen Barclays-Händler die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt haben, um mit Wetten gegen steigende Strompreise am Derivatemarkt abzusahnen.

Falschberatungen

Wegen Falschberatungen verurteilte die britische Bankenaufsichtsbehörde FCA im August 2013 gleich 13 britische Institute und Kreditkartenaussteller zu Ausgleichszahlungen in Höhe von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund, darunter Unternehmen wie Barclays, HSBC, Lloyds und die Royal Bank of Scotland. Laut FCA wurden den Kunden unnötigerweise zusätzliche Versicherungen für Kreditkarten, für zum Beispiel Schäden bei Diebstahl oder Missbrauch, angedreht, ohne zu erwähnen, dass für die Kreditkarten schon generell von Haus aus Versicherungsschutz gewährt wird.

Der Wal von London

Nach dem Verlust von 6,2 Milliarden Dollar im Jahr 2012 aufgrund riskanter Derivate-Deals, musste die größte US-Bank, JP Morgan, im Jahr 2013 noch einmal 920 Millionen Dollar Strafe an britische und US-amerikanische Aufsichtsbehörden zahlen. Den ursprünglichen Milliardenverlust hatte dabei eine Londoner Abteilung der Großbank durch fehlgeleitete Wetten auf Derivate angehäuft, woraufhin der verantwortliche Händler Bruno Iksil als "Wal von London" bekannt wurde.

Fragwürdige Hypothekengeschäfte

Mit der Bank of America und JP Morgan büßten im Jahr 2013 zwei der größten Banken der Welt für fragwürdige Hypothekengeschäfte im Zuge der Finanzkrise. So überwies zum einen die Bank of America rund 10 Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae um Streitigkeiten beizulegen, zum anderen einigte sich JP Morgan mit dem US-Justizministerium und weiteren staatlichen Stellen auf eine Strafzahlungssumme in Höhe von 13 Milliarden Dollar.

Die Bank steht dem Vernehmen nach kurz vor einer offiziellen Einigung mit den US-Behörden, welche Anfang Juli verkündet werden könnte. Eine grundsätzliche Vereinbarung soll seit einigen Tagen stehen. Dabei ist die Rede davon, dass das Institut bis zu 9 Milliarden Dollar als Strafe zahlen muss und sich zudem offiziell für schuldig erklärt. Die USA werfen den Franzosen vor, bei Geschäften mit Staaten wie Iran, Sudan und Kuba über Jahre gegen US-Handelssanktionen verstoßen zu haben. Transaktionen im Umfang von 30 Milliarden Dollar erscheinen den US-Ermittlern verdächtig.

Unter Experten gilt es als unklar, welche Folgen ein Verbot von Dollar-Geschäften für die Bank tatsächlich hat. Möglich ist, dass BNP Kundenaufträge zwischenzeitlich von einem Konkurrenten abwickeln lässt. Damit riskiert sie aber, dass die Kunden gleich ganz dorthin wechseln./enl/jha/tav

NEW YORK (dpa-AFX)

Platz 10: Fragwürdige Hypothekengeschäfte

Mit der Bank of America und JP Morgan büßten im Jahr 2013 zwei der größten Banken der Welt für fragwürdige Hypothekengeschäfte im Zuge der Finanzkrise. So überwies zum einen die Bank of America rund 10 Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae um Streitigkeiten beizulegen, zum anderen einigte sich JP Morgan mit dem US-Justizministerium und weiteren staatlichen Stellen auf eine Strafzahlungssumme in Höhe von 13 Milliarden Dollar.

Quelle: geldblog.eu, www.t-online.de

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