Erneuerbare Energie-Aktien im Fokus: Rückenwind durch Spannungen im Iran-Konflikt - diese 3 Aktien profitieren

Steigende Energiepreise und geopolitische Spannungen verändern die globalen Energiemärkte spürbar. Neue Chancen entstehen dabei vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien.
Werte in diesem Artikel
• Hohe Öl- und Gaspreise erhöhen weltweit die Nachfrage nach erneuerbaren Energien
• Solarenergie, Speicher und E-Mobilität wachsen global stark, vor allem in Asien und Europa
• Internationale Versorger könnten langfristig profitieren
Die weltweit hohen Preise für Öl und Erdgas treiben die Nachfrage nach sauberer Energie spürbar an. Während westliche Öl- und Gasproduzenten demnach aktuell von hohen Preisen profitieren, könnten langfristig vor allem Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien zu den Gewinnern zählen.
Nachfrage nach sauberer Energie nimmt deutlich zu
So haben sich Chinas Exporte von Solartechnik im März gegenüber dem Vormonat verdoppelt, berichtet Barron's unter Verweis auf Informationen des Energie-Thinktanks Ember. Ebenso hätten die Batterieexporte aus China im März um 44 Prozent zugelegt, heißt es weiter.
Auch im Verkehrssektor sei der Wandel sichtbar: In Ländern wie Japan, Korea und Neuseeland haben sich die Zulassungen von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt, während in Indien, Australien und Teilen Europas das Wachstum bei über 50 Prozent lag, so das Portal unter Berufung auf Informationen von Leah Fahy, Senior-Ökonomin für China bei Capital Economics.
China nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein, da rund 80 Prozent der wichtigen Komponenten für Solaranlagen aus dem Land stammen. Dennoch sind Leah Fahy zufolge die Produktionskapazitäten noch längst nicht ausgeschöpft: "China ist hervorragend positioniert, um auf einen Anstieg der globalen Nachfrage zu reagieren", so die Expertin.
Vorsicht bei chinesischen Aktien
Trotz dieser starken Marktposition gelten viele chinesische Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien als riskant für Investoren, betont Barron's. Staatliche Entscheidungen und wiederkehrende Überproduktion führen demnach häufig zu sinkenden Gewinnen: Ein Beispiel sei JinkoSolar, dessen Aktie trotz steigender Nachfrage zuletzt deutlich gefallen ist.
Globale Player im Vorteil
Attraktiver erscheinen Unternehmen, die weltweit in den Ausbau und Betrieb erneuerbarer Energieanlagen investieren: Dazu zählt der spanische Versorger Iberdrola, der laut Unternehmensangaben zu den international führenden Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien zählt und insbesondere den Ausbau der Windenergie weltweit vorantreibt.
Auch der italienische Energiekonzern Enel treibt über seine Tochter Enel Green Power den Ausbau erneuerbarer Energien weltweit voran und verfolgt das Ziel, neue Standards in der Energieversorgung zu setzen und technologische Innovationen kontinuierlich voranzutreiben, so das Unternehmen.
Ein weiterer wichtiger Akteur könnte Brookfield Renewable sein: Das Unternehmen betreibt weltweit große Kapazitäten im Bereich erneuerbarer Energien und ist zusätzlich im Nuklearsektor engagiert, berichtet Barron’s.
Energiewende verläuft regional unterschiedlich
Die Energiewende entwickelt sich weltweit sehr uneinheitlich: In den USA fehlt bislang ein breiter Umstieg auf E-Mobilität und Solarenergie, während der Ausbau von Solaranlagen auf Dächern nach dem Ende von Förderungen sogar zurückgehen könnte. Gleichzeitig setzen einige Länder demnach weiterhin auf fossile Energien, um ihre eigene Energieversorgung zu sichern und von Exporten zu profitieren, etwa wie in Kanada mit geplanten Pipelineprojekten.
Krieg als Katalysator für Energieunabhängigkeit
Andere Staaten nutzen die Lage als Beschleuniger der Transformation. "Obwohl die fossile Wirtschaft auch nach dem Krieg weiterhin eine führende Rolle spielen wird, werden Länder ihre Energiewende vorantreiben, weil die Fähigkeit, eigene Energie zu erzeugen, Unabhängigkeit und Souveränität schafft", wird Edwin Palma Egea, Kolumbiens Minister für Bergbau und Energie von Barron's zitiert.
So bewegen sich die Aktien
Die Iberdrola-Aktie notiert im Heimathandel aktuell bei 19,63 Euro und hat seit Jahresbeginn um 6,28 Prozent zugelegt. Auch die Enel-Aktie zeigt sich freundlich und liegt derzeit bei 9,65 Euro, was einem Plus von 8,71 Prozent im selben Zeitraum entspricht. Die Brookfield Renewable-Aktie wird an der NYSE aktuell bei 37,15 US-Dollar gehandelt und hat in der selben Zeit jedoch um 3,10 Prozent nachgegeben (Stand: 7. Mai 2026). Die ausgewiesenen Gewinne von Brookfield werden häufig durch hohe Abschreibungen belastet, während die bereinigten "Funds from Operations" kontinuierlich um rund 10 Prozent steigen und die Dividende bei 3,9 Prozent liegt, so Barron's.
Svenja Polonyi, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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