Entwurf für ein Gaza-Abkommen

27.02.24 16:47 Uhr

(Reuters) - Der radikal-islamischen Hamas liegt der Entwurf für ein Abkommen mit Israel vor, mit dem der Krieg im Gazastreifen beendet werden soll.

Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einer Person, die den Verhandlungen nahe steht. Die Vereinbarung soll zunächst eine Laufzeit von mindestens 40 Tagen haben. Es folgt eine Übersicht über die wichtigsten Punkte:

* Beide Parteien beenden ihre militärischen Aktionen vollständig.

* Aufklärungsflüge über dem Gazastreifen werden für acht Stunden am Tag ausgesetzt.

* Alle israelischen Geiseln, einschließlich Frauen, Kinder unter 19 Jahren, ältere Personen über 50 und Kranke werden freigelassen, gemäß einer Quote von eins zu zehn in Israel gefangengehaltenen Palästinensern.

* Schrittweise Rückkehr aller vertriebenen Zivilisten - außer Männer im wehrdienstfähigen Alter - in den Norden des Gazastreifens.

* In einer ersten Phase wird Israel seine Streitkräfte aus dicht besiedelten Gebieten im Gazastreifen zurückziehen.

* 500 Lastwagen mit humanitärer Hilfe pro Tag erhalten Zugang zum Gazastreifen.

* 200.000 Zelte und 60.000 Wohnwagen werden zur Verfügung gestellt.

* Krankenhäuser und Bäckereien im Gazastreifen werden wiederhergestellt, so dass sie ihren Betrieb aufnehmen können. Dazu müssen die entsprechenden Baustoffe und auch Kraftstoff umgehend geliefert werden. Über die Kraftstoffmenge muss noch eine Verständigung erzielt werden.

* Israel lässt schweres Gerät im Gazastreifen zu, um Schutt zu räumen und andere humanitär bedeutsame Arbeiten zu verrichten. Auf die dafür erforderliche Menge an Kraftstoff muss sich noch verständigt werden. Hamas verpflichtet sich, die Maschinen und Ausrüstungen nicht als Drohmittel gegen Israel einzusetzen.

* Diese Vereinbarungen gelten für eine erste Phase und werden nicht auf eine zweite Phase übertragen. Die zweite Phase wird dann Gegenstand weiterer Verhandlungen.

(Zusammengestellt von Samia Nakhou; Bearbeitet von Alexander Ratz; redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)