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10.05.2019 10:44
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Erfahrungsbericht Business Class South African Airways : Engagierte Crew, leckeres Butternuss-Gersten-Risotto und unnötige Flecken

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In Europa fliegt South African Airways drei Ziele an. Neben London verbindet die südafrikanische Fluglinie mit Frankfurt und München gleich zwei deutsche Städte mit Johannesburg. Dabei setzt sie unterschiedliches Fluggerät ein. Im letzten Jahr testeten wir, wie es sich im vierstrahligen Airbus A340-600 in der Business Class nach Frankfurt reist. Weil die Airline inmitten einer Umstrukturierung steckt und sparen muss, ist seine Ausstattung ein bisschen älter. Nun wollten wir schauen, ob dies im Flug von Johannesburg nach München anders aussieht. Denn auf dieser Strecke setzt South African Airways den neueren Airbus A330-200 ein. Wir haben sie im Mai 2019 auf der Strecke Johannesburg – München getestet.Buchung/Reservierung: ?????. Seit unserem letzten Test hat sich auf der Webseite von South African Airways nicht viel getan. Auf der Startseite warten insgesamt zehn Eingabefelder, in denen nicht nur Start, Ziel oder Buchungsklasse gewählt werden müssen, sondern Aktioncodes gleich mit. Uns hätte es besser gefallen, wenn mehr Übersichtlichkeit geherrscht hätte und manche Daten in Aufklappen-Menüs organisiert sind oder erst später erfragt werden. Nachdem wir auf der zweiten Seite landen, wird es aber übersichtlich. Das Einchecken erledigen wir dieses Mal über die SAA-App und laden uns die Bordkarte gleich auf unser Smartphone herunter. Dies klappt problemlos und einfach. Aus Interesse checken wir auch über die Webseite ein. Auch hier läuft alles unkompliziert und schnell.Check-in/Einsteigen: ?????. Wieder fliegen wir zuerst von Durban nach Johannesburg (anstatt mit der SAA-Tochter Mango jedoch diesmal mit SAA selber) und freuen uns dort auf die Premium Lounge von South African Airways. Denn wer bei der Airline in der Business Class internationale Strecken fliegt, hat da Zugang. Kaltes und warmes Buffet, eine Bar und Duschen sollen dort das Warten angenehmer machen. Die Sitzbereiche teilen sich für Passagiere, die arbeiten wollen, Raucher oder für Kinder auf und bieten einen schönen Ausblick über das Vorfeld des Flughafens. Leider hatte der Flieger auf einem vorherigen Flug Pech: Wegen eines Vogelschlags bringt er uns zu spät nach Johannesburg. Für das Warten in der Premium Lounge bleibt uns deshalb sehr wenig Zeit. Da wir die Lounge aber bereits vom letzten Jahr noch bestens kennen und wir es gut finden, wenn sich eine Airline nach einem Vogelschlag lieber mehr Zeit als zu wenig nimmt, um ihren Flieger zu kontrollieren, ziehen wir keine Punkte ab. Zudem, weil es SAA bei unserem Flug schaffte, trotz knapper Zeit für den Transit noch unser Gepäck durchzuchecken.Crew: ?????. Gleich an Bord werden wir sehr herzlich begrüßt und von einer Flugbegleiterin zu unserem Platz geführt. Unseren Namen muss sie für den Flug nur einmal ablesen, danach hat sie sich diese für den Rest des Fluges gemerkt. Wir finden das sehr aufmerksam. Während des gesamten Fluges ist die Crew sehr nett und zuvorkommend. Als eine Mitreisende nicht einsehen wollte, zum Start ihre Decke zu verräumen, bleibt ein Crewmitglied cool und erklärt sehr höflich und in aller Geduld den Sicherheitsgedanken hinter der Aufforderung. Zudem kannte sich die Flugbegleiterinnen, die für unseren Sitz zuständig war, sehr gut mit der Weinkarte und dem restlichen kulinarischem Angebot aus. Neben Englisch sprach die Besatzung teilweise ein wenig Deutsch und ansonsten alle in Südafrika gängigen Sprachen.Sitz: ?????. Der Airbus A330 sind bei South African Airways im Schnitt sechs Jahre jünger als die A340-600. Dementsprechend freuen wir uns auf einen neueren Sitz. Der Sitzabstand beträgt 74 Zoll oder 188 Zentimeter, die Sitzbreite beträgt 53 Zentimeter – ein wenig mehr als im A340. Fahren wir den Sitz wieder zum flachen Liegebett aus, vergrößert sich die Weite auf 63 Zentimeter. Insgesamt finden wir den Sitz sehr bequem. In unserer Armlehne finden wir eine Fernbedienung, mit dem wir viele einzelnen Teile unseres Platzes im großen Umfang verschieben können. So können wir den Sitz gut anpassen. Zudem gibt es wie beim A340-600 eine Massagefunktion. Auch wenn dieses Feature nicht sonderlich überzeugt, ist es eine Besonderheit. Da unser Flug über Nacht stattfindet, verwandeln wir unseren Platz über Knopfdruck automatisch in ein Bett. Mit einem großen Kissen und einer dicken Bettdecke richten wir uns ein. Bei 1,80 Meter Körpergröße berühren wir zwar ganz knapp die vordere Kabinenwand, wenn wir uns komplett ausstrecken. Trotzdem liegen wir gut und können für mehrere Stunden ganz richtig schlafen. Ansonsten bietet unser Sitz eine Steckdose und einen USB-Anschluss.Mahlzeiten: ?????. Beim Platznehmen bekommen wir noch am Boden einen Schaumwein. Das versüßt uns das Beobachten der anderen Flieger auf dem Vorfeld. Nach dem Start servieren die Flugbegleiterinnen Canapés sowie teilen Wein- und Speisekarte aus. Am Anfang wählen wir aus einer guten Auswahl von insgesamt sechs Weinen einen Bonnievale Shiraz aus dem Jahr 2017. Der südafrikanische Rotwein mundet. Da fällt es uns gleich noch schwerer, das Land wieder zu verlassen. Als Vorspeise wählen wir eine Kürbis-Creme-Suppe. Als Hauptspeise entscheiden wir uns wieder für Fisch. Dieses Mal gibt es gebratenen Seebarsch, angerichtet mit Butternuss-Gersten-Risotto und Brokkoli an einer Buttersauce. Es schmeckt hervorragend. Als Hauptspeise hätte es Malva Pudding oder Eis gegeben. Da uns nicht so sehr nach Süßem ist, entscheiden wir uns für eine kleine, aber feine Käseplatte mit Cracker. Danach trinken wir einen soliden Kaffee mit schöner Crema, dazu haben wir zwei Pralinen bekommen. Ein schöner Abschluss. Nachdem wir in den frühen Morgenstunden geweckt werden, suchen wir uns das Frühstück aus. Wir wählen das Käse-Omelett. Dies wird mit Hühnerwürstchen, gegrillten Tomaten und sautierten Kartoffelwürfeln serviert. Quark und Haferbrei mit Himbeeren runden die frühe Mahlzeit ab, dazu gibt es Kaffee und Croissants. Während wir all das genießen, geht über dem Mittelmeer gerade die Sonne auf. Herrlich!Sauberkeit: ?????. Hier müssen wir leider wieder Abzüge geben. Zwar macht alles einen sauberen Eindruck und wir fühlen uns wohl. Doch während des Fluges entdecken wir nach und nach ein paar Patzer. So kleben unter unserer Armlehne noch Reste eines Klebebands und auch an der Kabinenwand sind ein paar Flecken zu sehen. Hier hätte sich SAA mehr Mühe geben müssen.Kabinenausstattung: ?????. In der Kabine dominieren hellere Braun-Töne. Dies wirkt ein auf den ersten Blick ein wenig kolonial, erweist sich aber sonst als angenehm hell. Die 36 Sitze der Business Class sind in einer 2-2-2-Konfiguration angeordnet. Alles wirkt sehr aufgeräumt und macht einen ordentlichen Eindruck. Da die Sitze parallel angeordnet sind, haben wir an unseren Fensterplatz keinen direkten Zugang zum Gang. Da unser Sitznachbar irgendwann in den Bett-Modus wechselt, müssen wir vorsichtig über ihn steigen. Mit ein wenig Vorsicht ist das aber gut machbar. Ein bisschen stört, dass die Sitze keine Trennwände haben. Beim Schlafen fehlt uns deshalb ein wenig die Privatsphäre. Da die Kabine in den Nachtstunden abgedunkelt ist, fällt dieses Manko nicht ganz so schwer ins Gewicht.Unterhaltungssystem: ?????. Eine Steigerung gibt es auch beim Unterhaltungssystem. Unterhalb unserer Armlehne können wir ein Display ausklappen. Der Bildschirm ist zwar genauso groß wie im A340, hat aber eine vernünftige Auflösung. Sie lässt sich nur über eine Fernbedienung und nicht über einen Touchscreen bedienen. Jedoch bleibt der Bildschirm auf diesem Wege sauber. Im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften ist die Anzahl der Filme und Serien überschaubarer, jedoch kann SAA hier mit der Auswahl wieder was gut machen. So gibt es mit Bohemian Rapsody, Bad Times At El Royale, Aquaman oder Green Book mehrere Filme, die bis vor Kurzem noch im Kino liefen. Zudem bietet das Programm auch eine Auswahl an afrikanischen Filmen, die wir ansonsten kaum entdeckt hätten.Wifi: ?????. Internet gibt es auch im A330-200 von SAA nicht. Hier sind wir enttäuscht. Denn das ist mittlerweile in jeder Business Class ein Muss und lässt sich unabhängig vom Alter des Flugzeuges nachrüsten. Auch wenn wir verstehen können, dass die Airline derzeit sparen muss, müssen wir diesen nicht mehr zeitgemäßen Umstand mit der geringsten Punktzahl bewerten.Extras: ?????. Beim Amenity Kit bleibt alles genauso so gut wie im anderen Flugzeug aus dem Vorjahr. In einer hübschen schwarzen Stofftasche finden wir Schlafmaske, Ohrstöpsel, Zahnbürste, Zahnpasta sowie einen Kamm. Der Inhalt wirkt zwar nicht edel, ist aber sehr solide und erfüllt seinen Zweck sehr gut. Als netten Zusatz gibt es wieder eine Feuchtigkeitscreme sowie einen Lippenbalsam.  Zum Schlafen ist auf jedem Sitz Bettzeug dazu gelegt. Dieses besteht aus einem Kissen, einer Bettdecke und einer Decke, die man unter dem Sitz legt. Das Schlaf-Equipment erfüllt seinen Zweck bestens und bringt ein angenehmes Hotelbett-Gefühl.Gesamtnote: 3,9 – GutFazit: Insgesamt haben wir schöne zehneinhalb Stunden in der Business Class des A330-200 von South African Airways verbracht. Er ist tatsächlich eine Steigerung zum A340-600 (Gesamtnote damals 3,7, was gerade noch ein aufgerundetes «Gut» ergab). Wir haben hervorragend gegessen, eine tolle Crew gehabt und konnten sehr gut schlafen. Lediglich die kleinen Patzer bei der Sauberkeit und das Fehlen von Wifi gibt weiterhin deutliche Abzüge. Wer Südafrika schon an Bord erleben will und hohen Standard schätzt, der ist bei South African Airways sicher sehr gut aufgehoben.Das Flugticket für diesen Test wurde von South African Airways zur Verfügung gestellt. Die Tester von aeroTELEGRAPH hatten bei ihrem Urteil trotzdem freie Hand. Die Fluggesellschaft nahm weder Einfluss auf den Inhalt des Artikels noch stellte sie irgendwelche Bedingungen. Das würde dem Verhaltenskodex von aeroTELEGRAPH widersprechen.
Weiter zum vollständigen Artikel bei "aeroTELEGRAPH"
Quelle: aeroTELEGRAPH

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