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12.10.2018 14:12
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Versöhnlicher Wochenausklang an Europas Börsen

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Frankfurt (Reuters) - Zum Ende einer turbulenten Börsenwoche haben die Anleger am Freitag Vorsicht walten lassen.

Der Dax lag zwar am Nachmittag bei 11.620 Punkten 0,7 Prozent höher und der EuroStoxx50 notierte bei 3226 Zählern 0,5 Prozent im Plus. "Für eine Entwarnung ist es definitiv noch zu früh", sagte aber Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer in Stuttgart. "Allerdings dürfte mittlerweile einiges eingepreist sein." Sollte sich ein Boden bilden, könnte dies einigen Anlegern wieder Kauflaune machen. An der Wall Street sah es am Nachmittag schon danach aus, als würden wieder einige Investoren einsteigen. Die US-Futures signalisierten Kursgewinne von über einem Prozent.

In der zu Ende gehenden Woche haben die Börsen weltweit Federn gelassen. Der Dax verlor rund vier Prozent und damit so stark wie zuletzt vor einem guten halben Jahr. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus im Leitindex auf rund zehn Prozent. Der Dow Jones büßte in der vergangenen Woche gut fünf Prozent ein. Er liegt damit aktuell im Vergleich zum Jahresende aber noch 1,4 Prozent im Plus. Börsianer sprachen aber von einer wachsenden Nervosität. "Die letzten Tage haben gezeigt, dass es plötzlich ganz schnell gehen kann."

Auslöser der Verkaufswellen, die vor allem Technologiewerte erfasste, waren Warnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor einer Konjunkturschwäche und Handelskonflikten. "Mittlerweile steht die Angst vor einer Abschwächung des weltweiten Wachstums im Fokus", sagte Helaba-Analyst Christian Schmidt. Auch die Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Fed, der Handelskonflikt USA/China, der Brexit und die Haushaltspolitik Italiens spielten eine Rolle.

Einige Analysten fürchten nun, der Kursrutsch könnte der Auftakt zu einem größeren Rücksetzer sein. Doch andere geben sich zuversichtlicher: "Obwohl die steigenden Zinsen und der Handelsstreit die Hauptthemen auf dem Parkett bleiben dürften, setzen die Anleger viel Hoffnung in die anlaufende Berichtssaison", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Da die Konjunktur in den USA weiter auf Hochtouren läuft, dürfte generell mit starken Unternehmenszahlen zu rechnen sein."

Den Auftakt für die US-Berichtssaison machten am Freitag einige US-Banken. JPMorgan steigerte dank der Steuerreform und der brummenden Konjunktur seinen Gewinn im dritten Quartal um ein Viertel auf 8,4 Milliarden Dollar. Im vorbörslichen US-Handel lagen die Papiere der größten US-Bank im Plus. Am Donnerstag hatten sie allerdings drei Prozent verloren.

BÖRSENDEBÜT VON KNORR-BREMSE

In Frankfurt stand der Börsengang von Knorr-Bremse im Rampenlicht. Die Aktien des Autozulieferers debütierten mit 80,10 Euro knapp über ihrem Ausgabepreis von 80 Euro. Im Verlauf verteuerten sie sich auf 81,79 Euro. Mit dem Börsengang erlöste das Unternehmen insgesamt 3,9 Milliarden Euro. Das Geld fließt komplett an Mehrheitseigentümer Heinz Hermann Thiele und seine Tochter. Es ist die zweitgrößte Emission des Jahres in Deutschland nach der Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers mit 4,2 Milliarden Euro im Frühjahr.

Ansonsten waren im Dax mit Wirecard und Infineon zwei der größten Verlierer der turbulenten Börsenwoche gefragt. Der Online-Zahlungsdienst gewann 4,5 Prozent, Infineon 3,4 Prozent. Wirecard hat in der laufenden Woche fast 13 Prozent, Infineon über sechs Prozent verloren.

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