Microsoft-Aktie dennoch tiefrot: Umsatz und Gewinn legen deutlich zu

Der IT-Riese Microsoft hat Anlegern Auskunft über seine Geschäftsentwicklung gegeben. So fielen die Quartalszahlen aus
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Für Microsoft ist das dritte Quartal seines Geschäftsjahres 2026 mit einem EPS von 4,27 US-Dollar zu Ende gegangen. Analysten waren zuvor davon ausgegangen, dass der IT-Riese einen Gewinn von 4,06 US-Dollar je Aktie erwirtschaften würde. Im Vorjahresviertel waren es noch 3,46 US-Dollar je Aktie gewesen. Beim operativen Ergebnis verzeichnete Microsoft einen Anstieg um ein Fünftel auf 38 Milliarden Dollar.
Auf der Umsatzseite erwarteten Analysten im Durchschnitt eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 70,07 Milliarden US-Dollar auf nun 81,40 Milliarden US-Dollar. Tatsächlich setzte Microsoft im Berichtszeitraum mit 82,886 Milliarden US-Dollar rund 18 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum und übertraf somit die Erwartungen leicht. Bereinigt um die Effekte des schwachen Dollar habe das Wachstum bei 15 Prozent gelegen. Der Konzern profitiert dabei weiter von einer hohen Nachfrage nach Produkten rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Dienste.
Microsoft fällt nach Marktkapitalisierung zurück
Die Aktie, die ohnehin seit einiger Zeit unter Druck steht setzt ihren jüngsten Abwärtstrend fort. Im Handel am Donnerstag verlor Microsoft letztlich 3,93 Prozent auf 407,78 US-Dollar. Seit dem Rekordhoch von 555 Dollar im Sommer büßte das Papier fast ein Viertel ein. Auf den Börsenwert umgerechnet beläuft sich das Minus auf rund eine Billion Dollar.
Der Konzern liegt mit einer Marktkapitalisierung von rund 3,1 Billionen Dollar nur noch auf Platz vier der Rangliste der wertvollsten Unternehmen der Welt - nach NVIDIA (5,1), Alphabet (4,2) und Apple (4,0). Lange Zeit hatte sich Microsoft mit Apple bei der Wertung ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Inzwischen haben NVIDIA und Alphabet den beiden den Rang abgelaufen.
KI-Boom Fluch und Segen zugleich
Microsoft profitiert zwar auch von einer steigenden Nachfrage an KI-Produkten vor allem über die Cloud-Plattform Azure oder die Copilot-Funktion in den Office-Paketen. Andererseits ist das Unternehmen wie andere Softwareunternehmen unter Druck geraten, da KI-Modelle mittelfristig das Geschäft mit ihren Produkten wie Word, Excel oder Powerpoint zunichtemachen könnten.
Positiv wirkt sich der KI-Boom bei Microsoft vor allem beim Wachstum von Cloud-Dienste aus, bei denen etwa Rechenleistung und Speicher aus dem Netz bereitgestellt werden. Nach einem währungsbereinigten Anstieg des Cloud-Umsatzes von 39 Prozent soll das Segment auch im letzten Quartal des laufenden Geschäftsjahres in einem ähnlichen Maß ansteigen.
Aber wie beim Konkurrenten Amazon, der mit seinem Segment AWS mit der Azure-Plattform konkurriert, hat das seinen Preis: Der Windows-Riese peilt für dieses Jahr Kapitalinvestitionen von rund 190 Milliarden Dollar an, mehr als an der Wall Street erwartet wurde. Auch das sorgte trotz der hohen Wachstumsraten und eines Nettogewinns von 32 Milliarden Dollar in nur drei Monaten für Zurückhaltung bei den Investoren.
Trotz des Kursverlusts seit dem Sommer liegen die Microsoft-Anteile mittel- und langfristig deutlich im Plus. In den vergangenen fünf Jahren verteuerten sich die Papiere um rund zwei Drittel. Seit dem Frühjahr 2016 hat sich der Kurs mehr als verachtfacht. Beeindruckende Zahlen, aber damit spielt Microsoft im Konzert der sogenannten Glorreichen Sieben an der Börse nur die zweite Geige.
Barclays senkt Ziel für Microsoft
Die britische Investmentbank a href="/aktien/barclays-aktie" target="_blank" rel="noopener">Barclays hat das Kursziel für Microsoft nach Quartalszahlen von 600 auf 545 US-Dollar gesenkt, aber die Einstufung auf "Overweight" belassen. Der Zwischenbericht sowie der Ausblick zeigten, dass der Softwareriese weiter gut aufgestellt sei, um von der anhaltenden Dynamik im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) zu profitieren, schrieb Raimo Lenschow am Donnerstag. Die Cloud-Sparte Azure sehe eine moderate Wachstumsbeschleunigung, und die Aussagen zu den Investitionen zeigten eine vernünftige Ausweitung, die von der anhaltenden Kapazitätsknappheit für KI-Anwendungen angetrieben werde.
Carolin Ludwig, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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