finanzen.net
14.03.2019 13:17
Bewerten
(0)

EU verbannt Palmöl aus dem Diesel - Deutsche Umwelthilfe wertet Entscheidung als Fortschritt für mehr Klima- und Naturschutz

DRUCKEN
Berlin (ots) - EU-Kommission will Beimischung von Palmöl zum Diesel nicht länger als Erneuerbare Energie fördern - Stufenweiser Ausstieg für Palmöl im Biosprit bis 2030 gesetzt - Kampagne "NotInMyTank" hatte Kommission erfolgreich dazu bewegt, kritische Ausnahmeregelungen in der Richtlinie zu schließen - Deutsche Umwelthilfe fordert nationale Regelung für einen früheren Ausstieg aus Palmöl nach Beispiel Frankreichs - Soja muss ebenfalls als nicht nachhaltig eingestuft werden

Die EU-Kommission hat am gestrigen Mittwoch, 13. März 2019 bekannt gegeben, dass die Beimischung von Palmöl zum Diesel als nicht nachhaltig eingestuft wird. Zudem wurden in dem beschlossenen Rechtsakt vorherige Schlupflöcher weitgehend geschlossen, die eine Nutzung von Palmöl im Tank weiter ermöglicht hätten. Damit wird Palmöl im Verkehrssektor nicht länger über die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) der EU gefördert. Für die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bedeutet diese Entscheidung einen Schritt in Richtung mehr Klima- und Naturschutz. Dass die Kommission ihren eigenen Entwurf kurzfristig noch nachgebessert hat, wertet die DUH auch als Erfolg der europäischen Kampagne "NotInMyTank".

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, dazu: "Die EU-Kommission hat die Kritik der EU-Bürger und ihrer Verbände wahrgenommen. Es ist eine wichtige und richtige Entscheidung, Palmöl nicht länger als nachhaltig einzustufen. Nun kommt es auf die rasche Umsetzung in den Mitgliedsstaaten an. Deutschland sollte mit gutem Beispiel vorangehen und wie Frankreich Palmöl komplett aus dem Verkehrssektor verbannen."

Frankreich hat in der Nationalversammlung im Dezember 2018 beschlossen, Palmöl bis 2020 aus dem Biosprit zu verbannen. Die DUH wird sich in Deutschland ebenso für ein vorzeitiges Verbot der Beimischung von Palmöl zum Dieseltreibstoff einsetzen. Zusätzlich darf auch Sojaöl als Hauptverursacher weltweiter Entwaldung nicht länger Bestandteil von Biodiesel sein. Hier kritisiert die DUH, dass die Kommission es in diesem Rechtsakt versäumt hat, Soja als nicht nachhaltig einzustufen.

Nach der nun finalen Entscheidung der EU-Kommission wird die Verwendung von Palmöl in Dieselkraftstoff ab 2023 schrittweise reduziert und soll bis 2030 beendet sein.

Die EU-Mitgliedstaaten und das EU-Parlament haben zwei Monate Zeit, um den Rechtsakt zu verabschieden oder ein Veto einzulegen, aber sie haben keine Befugnis, die Regeln zu ändern. Eine Abstimmung im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments ist für den 21. März vorgesehen.

Hintergrund:

Biodiesel aus Palmöl ist dreimal klimaschädlicher als herkömmlicher Diesel. Der Anbau von Palmöl führt insbesondere in Südostasien zur Abholzung großflächiger Regenwaldgebiete und kann daher keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die wachsende Nachfrage nach Biokraftstoffen wie Palmöl erhöht zudem den Druck auf die landwirtschaftliche Nutzfläche und verstärkt die Entwaldung in den Anbauländern.

Die EU ist weltweit der zweitgrößte Importeur von Palmöl. Mehr als die Hälfte des in die EU eingeführten Palmöls, rund vier Millionen Tonnen, wird derzeit für die Herstellung von Biodiesel verwendet.

Sieben von zehn Europäern lehnen einer Umfrage zufolge die Verwendung von Palmöl in Dieselkraftstoff ab. Eine Koalition aus mehr als einem Dutzend europäischer Umweltschutzorganisationen hatte sich in den vergangenen Monaten in der Kampagne "NotInMyTank" gegen die Verwendung des wertvollen Pflanzenöls als Dieselbeimischung ausgesprochen und mehr als 650.000 Unterschriften von Unterstützern gesammelt.

Um den Wirtschaftsinteressen der palmölproduzierenden Länder wie Malaysia, Indonesien und Kolumbien entgegen zu kommen, hatte die Kommission im ersten Entwurf des delegierten Rechtsakts eine Reihe von Ausnahmen eingeführt, die erst nach der Kritik der Umweltverbände weitgehend wieder zurückgenommen wurden. So hätten die ursprünglich vorgeschlagenen Ausnahmeregelungen für sogenannte Klein- und Brachflächen im Extremfall sogar dazu führen können, dass der Anteil an Palmöl im Biodiesel weiter angestiegen wäre.

Links: Kampagnenwebseite: https://www.duh.de/regenwald/ Kampagnenvideo: https://www.youtube.com/watch?v=4epCMSJqWhg

OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V. newsroom: http://www.presseportal.de/nr/22521 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_22521.rss2

Pressekontakt: Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer 0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Peer Cyriacks, Stellvertretender Leiter Naturschutz 030 2400867-892, cyriacks@duh.de

DUH-Pressestelle: Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann 030 2400867-20, presse@duh.de www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Oster-Wochenende -- Gewinnmitnahmen bei Wirecard-Aktie -- Pinterest-Aktie mit fulminantem Börsendebüt -- Daimler, Senvion, Deutsche Post, OSRAM, Zoom-IPO im Fokus

Apple nimmt zweite Roboter-Linie zum iPhone-Recycling in Betrieb. PUMA-Aktionäre segnen Aktiensplit ab. Samsung nimmt Falt-Handy wegen möglicher Mängel unter die Lupe. 3,4 Milliarden Dollar: Cannabis-Megadeal in Nordamerika eingefädelt. Nestlé: Robuster Start ins neue Geschäftsjahr. US-Versicherer Travelers steigert Gewinn.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland
Hier gibt es die beliebtesten Jobs
Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt
DIe innovativsten Unternehmen
Diese Unternehmen sind am fortschrittlichsten
Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
mehr Top Rankings

Umfrage

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht sich derzeit starker Kritik ausgesetzt. Zu Recht?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Wirecard AG747206
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
Amazon906866
Allianz840400
TeslaA1CX3T
CommerzbankCBK100
BMW AG519000
PinterestA2PGMG
E.ON SEENAG99
AMD (Advanced Micro Devices) Inc.863186
BASFBASF11
adidasA1EWWW