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25.11.2018 15:00

Geld, Mensch und Maschine

Euro am Sonntag-Meinung: Geld, Mensch und Maschine | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Meinung
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Gastautor Arnaud Misset erklärt, wie die Branchen, in die wir investieren, schon morgen durch die nächste Welle weltumwälzender Data Science geprägt werden.
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€uro am Sonntag
von Arnaud Misset, Gastautor für €uro am Sonntag

Die Finanzbranche ist eine zukunftsorientierte Branche und in der Regel immer daran interessiert, neue Technologien und Innovationen anzunehmen, um Kundenservice zu verbessern, Risiken aufgrund menschlicher Fehler zu reduzieren und die Gesamtwirtschaftlichkeit zu erhöhen. Als Depotbank hat Caceis schon enorme Fortschritte beobachten können - vom Bargeld hin zum elektronischen Banksystem, von lokalen Zweigstellen zum Internet-Banking, von Inhaberbonds zum Hochfrequenzhandel. Mit den technologischen Innovationen ist eine neue Unternehmensform, die Fintechs, entstanden. Schlagwörter wie Blockchain, Bitcoin, Big Data und Sentimentanalyse kennen wir heutzutage alle.


Dies sind jedoch konkrete Technologien mit praxisorientierter Anwendung. Neben der heutigen Spitzentechnologie investieren Institutionen massiv in zwei wichtige Innovationsfelder, beide mit enormem Potenzial, um sowohl die Finanzbranche als auch die übrige Welt umzuwälzen: Quantencomputer und die künstliche Intelligenz (KI). Diese Begriffe erwecken vielleicht auf den ersten Blick den Eindruck von Science-Fiction. Auch wenn beide Technologien noch in den Kinderschuhen stecken, werden sie weltweit in Laboren erprobt und weiterentwickelt, um in nicht allzu ferner Zukunft verfügbar zu sein.


Die Quantencomputer beruhen auf dem Phänomen der Quantenmechanik, dem sogenannten Superpositionsprinzip. Es erlaubt ihnen, bestimmte Rechenprobleme und algorithmusbasierte Probleme schneller zu lösen als klassische binäre Computer. Mit Quantencomputern werden einige in den Finanzdienstleistungen angewandte kryptografische Verfahren unbrauchbar. Darüber hinaus kann die Fähigkeit, Verschlüsselungen zu knacken, binnen der nächsten fünf Jahre auftreten. Das macht es unerlässlich, für die Post-Quanten-Sicherheit zu planen, indem man jetzt kryptografische Methoden wählt, die als "quantensicher" gelten.

Wie immer gehen mit den technologischen Bedrohungen auch Chancen einher. Die massive Kraft der Quantencomputer kann genutzt werden, um einen deutlichen Startvorteil in Bereichen wie Hochfrequenzhandel und Bewertung von Aktienoptionen zu haben. Die Entwicklung optimierter Algorithmen zur Leistungssteigerung von Quantencomputern in Bereichen wie Kryptografie, Mustererkennung und Datensortierung wird erhebliche Auswirkungen auf Sicherheit, Datenanalyse und Betrugsaufdeckung haben, wenn diese Computer einmal im Einsatz sind.

Präzisere Marktprognosen durch künstliche Intelligenz

Das zweite Thema ist die künstliche Intelligenz, die von komplexen regelbasierten Systemen wie Chatbots oder Robo-Advisors in Online-Banking-Plattformen bis hin zur echten KI reicht. Sie ermöglicht es Fonds, riesige Datenmengen aufzunehmen, diese mit selbst­opti­mierenden Algorithmen zu verknüpfen und immer genauere Prognosen über die Finanzmärkte zu erstellen. Tatsächlich gibt es heute schon mehrere Hedgefonds, die ihre Börsengeschäfte nur mit künstlicher Intelligenz abwickeln.

Mit zunehmender Verbesserung von Chatbots, immer genaueren Robo-Advisors und KI, die menschliche Führung übertrifft, wird die Frage wichtig, wie Mensch und Maschine nutzenstiftend nebeneinander bestehen können. Maschinen ohne menschliche Vorurteile können uns zwar helfen, neue Korrelationen in riesigen Datenspeichern zu finden. Menschliche Intuition, gesunder Menschenverstand und Fantasie sind jedoch weiterhin wesentlich, um die Schwächen der KI auszugleichen.

Sowohl Quantencomputer als auch KI werden immer stärkere Auswirkungen auf die Finanzbranche haben. Caceis beobachtet deshalb kontinuierlich den technologischen Fortschritt, um unseren Kunden stabile Sicherheit, Datenerkenntnisse, Informationsgenauigkeit und Unternehmenseffizienz zu gewährleisten. Wir haben dabei festgestellt, dass der Mensch ein zentraler Faktor für unser Geschäft ist und bleibt. Die Unterstützung und die Fähigkeiten, die KI und Quantencomputer uns und damit auch unseren Kunden bieten werden, sind jedoch ein wesentlicher Vorteil im zunehmenden Wettbewerb.

Kurzvita

Arnaud Misset
Global Chief Digital Officer bei Caceis
Seit 2017 ist Misset Global Chief Digital Officer, zuvor war er sechs Jahre lang Global Head of Products. Vor seiner Tätigkeit bei Caceis war er als Direktor bei PWC und bei Euro­group Consulting beschäftigt. Studiert hat Misset Risikomanagement und Internationales Wirtschaftsrecht. Die Caceis Bank gehört mehrheitlich zur französischen Crédit Agricole Group und ist in Europa führend in der Wertpapierabwicklung und -verwahrung.






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Bildquellen: Ociacia / Shutterstock.com, Alexis Cordesse/CACEIS Investor Services
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