10.06.2018 18:00
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Stiftungen: Was unabhängige Vermögensverwalter bieten

Euro am Sonntag-Meinung: Stiftungen: Was unabhängige Vermögensverwalter bieten | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Meinung
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Das Angebot unabhängiger Vermögensverwalter ist für Stiftungen einen Blick wert. Diese bieten vielfach genau die Lösungen, nach denen Stiftungen heute suchen.
€uro am Sonntag
von Anja Schlick, Gastautorin €uro am Sonntag

Groß oder klein? Generalist oder Spezialist? Immer öfter stellen sich Investoren bei der Suche nach der richtigen Kapital­anlage und der dahinter stehenden ­Investmentgesellschaft diese Frage. Zu Recht, wie ich finde. Denn die Unterschiede zwischen diesen beiden Polen sind zum Teil sehr groß. Speziell für langfristig orientierte Anleger, allen ­voran Stiftungen, lohnt es sich deshalb, genau hinzuschauen.


Denn auf der einen Seite stehen die großen, überwiegend bekannten Invest­menthäuser, die mit einer großen Produktpalette nahezu alle wichtigen Assetklassen und Anlageregionen abdecken und deren verwaltetes Volumen im hohen Milliardenbereich liegt. Mit deutlich weniger Produkten und verwaltetem Volumen versuchen sich auf der ­anderen Seite die kleinen, meist spezialisierten unabhängigen Vermögens­verwalter im Markt zu behaupten.


Das gelingt offenbar immer besser. Eine Analyse des Instituts für Ver­mögensverwaltung der Hochschule Aschaffenburg (InVV) aus dem vergangenen Jahr zeigt eine graduelle Verschiebung des Kräfteverhältnisses von den großen Instituten hin zu unabhängigen Vermögensverwaltern. Machten Stiftungen bei unabhängigen Vermögensverwaltern 2015 gemessen am verwalteten Volumen gerade einmal sechs Prozent des Kundenstamms aus, ist ­dieser Anteil 2017 laut der Umfrage auf elf Prozent gestiegen.

Das dürfte mit den konzeptionellen, operativen sowie auch strategischen Vorteilen zusammenhängen, die unabhängige Vermögensverwalter bieten. Anders als die Topanbieter wie DWS, Deka, Allianz Global Investors oder Union Investment verfügen die Spezialisten zwar nur über ein eingeschränktes Fondsangebot - das hat es allerdings meistens in sich. Eine bestimmte Kernkompetenz ist eines der Markenzeichen der unabhängigen Häuser.


Und die Vielfalt ist groß. Allein im Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV) sind mittlerweile rund 270 Asset-Manager organisiert. Daneben gibt es weitere interessante, zumeist spezialisierte Boutiquen, deren vergleichsweise konservativ ausgerichtete Produkte den Geschmack von Stiftungen treffen könnten.

Das Repertoire umfasst zum einen breit streuende Fonds mit vermögensverwaltendem Charakter und klar ­definierten Risikoparametern. Häufig schneiden sie besser ab als bekannte Kassenschlager großer Gesellschaften. Denn traditionell liegt ein Fokus vieler Vermögensverwalter auf realem Kapital­erhalt bei klar definierter Verlusttoleranz. Zum anderen sind unabhängige Vermögensverwalter auch in wenig ­beachteten Nischen und bei speziellen Investmentansätzen unterwegs.

Aussicht auf Zusatzerträge, maßgeschneiderte Produkte
Gerade in diesem Bereich können Stiftungen fündig werden, die abseits der klassischen Risikoanlagen wie Aktien nach Zusatzerträgen Ausschau halten. Darüber hinaus haben einige Vermögensverwalter aber auch Produkte speziell für die Bedürfnisse von Stiftungen konzipiert - etwa nachhaltig ausgerichtete Portfolios oder besonders konservativ agierende Fonds.

Weitere Pluspunkte sind die meistens langjährige Kapitalmarkterfahrung der Vermögensverwalter sowie die Unabhängigkeit, die von ihnen auch gelebt wird. Die kleinen Anbieter agieren schnell und flexibel und vertreten als Unternehmer ihre eigene Hausmeinung, ohne sich nach Anlagequoten, Vergleichsindizes oder Hausmeinungen richten zu müssen, wie es große Häuser häufig tun müssen.

Allerdings ist die Suche nach dem richtigen Vermögensverwalter beziehungsweise der passenden Strategie nicht ganz einfach. Eine gute Orientierungshilfe bieten Fachveranstaltungen und Newsletter von spezialisierten ­Kapitalverwaltungsgesellschaften oder Verwahrstellen, die sich auf das Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern konzentrieren. Anregungen können außerdem speziell auf vermögensverwaltende Fonds ausgerichtete Vergleichsportale liefern. Auch der VuV informiert auf seiner Homepage über Vermögensverwalter, die sich dezidiert als Berater und Risikomanager von Stiftungen begreifen.

Kurzvita

Anja Schlick
Leiterin Financial ­Assets, ­Hauck & Aufhäuser
Anja Schlick verantwortet bei Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG den Bereich Financial Assets Deutschland und ist zuständig für den Ausbau des Geschäfts mit unabhängigen ­Vermögensverwaltern und institutionellen ­Investoren im Bereich Asset Servicing. Sie hat über 15 Jahre Erfahrung im institutionellen ­Investmentgeschäft. ­Bevor sie 2013 zu Hauck & Aufhäuser wechselte, arbeitete sie bei Société Générale Securities Services.



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Bildquellen: Europäische Zentralbank, Hauck & Aufhäuser, Nataliia Melnychuk / Shutterstock.com

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