11.08.2018 08:00
Bewerten
(0)

Firmenübernahmen: Einlasskontrolle für gefährliche Chinesen

Euro am Sonntag-Meldung: Firmenübernahmen: Einlasskontrolle für gefährliche Chinesen | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Meldung
DRUCKEN
Wirtschaftsminister Peter Altmaier will den Einstieg chinesischer Investoren bei deutschen Unternehmen strenger kontrollieren. Die Pläne werden in der Wirtschaft kontrovers diskutiert.
€uro am Sonntag
von Wolfgang Ehrensberger, €uro am Sonntag

Die Pläne der Bundesregierung für eine schärfere Kontrolle von Firmenübernahmen vor allem durch chinesische Investoren stoßen in der Wirtschaft auf geteiltes Echo. "Die Schraube immer weiter zu drehen ist gerade für Investoren ein schwieriges Signal", warnte Volker Treier vom Industrie- und ­Handelskammerverband DIHK gegenüber €uro am Sonntag. "Ausländische Direktinvestitionen sichern Arbeitsplätze, Innova­tionen und Wohlstand in Deutschland."


Prüfungen sollten laut dem DIHK-­Außenwirtschaftschef nur in Ausnahmefällen erfolgen. "Die deutsche Wirtschaft ist auf offene Märkte angewiesen. Deshalb sollten wir auch keine gegenteiligen Signale aussenden. Das Ausland schaut genau hin, wie Deutschland hier agiert." Unterstützung bekam die Bundesregierung mit ihren Plänen dagegen vom Institut der Deutschen Wirtschaft, das intensivere Prüfungen für gerechtfertigt hält.

Prüfschwelle soll sinken

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stimmt derzeit die Pläne zur Änderung der ­Außenwirtschaftsverordnung innerhalb der Regierung ab. ­Bislang kann eine Prüfung ab ­einer Beteiligungsschwelle von 25 Prozent erfolgen, wenn eine Gefährdung der "öffentlichen Ordnung und Sicherheit" gegeben ist. Künftig soll die Regierung bereits ab einer Beteiligung von 15 Prozent prüfen und gegebenenfalls blockieren dürfen, wenn sensible Bereiche wie Verteidigung, Telekommunikation, Energie- und Trinkwasserversorgung oder Krankenhausdaten betroffen sind.

Für deutsche Firmen in anderen Geschäftsfeldern soll weiterhin eine Schwelle von 25 Prozent gelten. "Es geht nicht um ein Mehr an Untersagungen, sondern um frühere Prüfmöglichkeiten, um besser heraus­finden zu können, ob Sicherheitsinteressen Deutschlands betroffen sind", erklärte das Wirschaftsministerium gegenüber €uro am Sonntag.



Die Bundesregierung kann seit 2004 Beteiligungen und Übernahmen mit Blick auf sicherheitsrelevante Aspekte prüfen und untersagen. Nach Angaben des Ministeriums fanden zuletzt etwa 80 bis 100 solcher Prüfungen pro Jahr statt. Dabei sei bislang noch kein Erwerb direkt untersagt worden.

Allerdings haben sich einige Projekte zerschlagen, nachdem Berlin schon im Vorfeld grundsätzliche Bedenken signalisiert hatte. Zuletzt war dies beim westfälischen Hightech-Maschinenbauer Leifeld Metal Spinning sowie beim Stromnetz­betreiber 50Hertz der Fall. Bei diesem hatte die staatliche Förderbank KfW auf Drängen der Regierung einen Anteil von 20 Prozent übernommen, der ansonsten bei einem Investor aus China gelandet wäre.

Staatseinstieg gerechtfertigt

Das Bundeswirtschaftsministerium verteidigte den KfW-­Einstieg bei 50Hertz. Das Unternehmen betreibe mit seinen Stromnetzen "kritische Infrastruktur" und versorge 18 Millionen Menschen in den neuen Bundesländern. "Daher wurde seitens des Bundes entschieden, dass die KfW im Auftrag der Regierung den zum Verkauf stehenden 20-prozentigen Anteil an 50Hertz im Rahmen einer Brückenlösung erwirbt." Durchgewunken hatte die ­Regierung dagegen die Übernahme des oberpfälzischen Autozulieferers Grammer durch den chinesischen Großaktionär Ningbo Jifeng.

Ein maßvolles Vorgehen der Bundesregierung hat auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) angemahnt, der die Berliner Pläne grundsätzlich unterstützt. "Die Bundesregierung muss bei der Novellierung der Außenwirtschaftsverordnung mit Augenmaß vorgehen", sagt BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Deutschland sei auf ein offenes Investitionsklima angewiesen.

Die Regierungsparteien CDU, CSU und SPD hatten im Koalitionsvertrag im Frühjahr vereinbart, "sicherheitsrelevante Schlüsseltechnologien" besser vor "einem Ausverkauf oder einer Übernahme" zu schützen.




_____________________

Bildquellen: vipflash / Shutterstock.com, iStockphoto, Bule Sky Studio / Shutterstock.com, Aleksey Klints / Shutterstock.com

Nachrichten zu Grammer AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Grammer AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
10.08.2018Grammer HoldBaader Bank
10.08.2018Grammer HaltenDZ BANK
09.08.2018Grammer buyOddo BHF
08.08.2018Grammer NeutralOddo BHF
07.08.2018Grammer HoldBaader Bank
09.08.2018Grammer buyOddo BHF
30.05.2018Grammer buyWarburg Research
30.05.2018Grammer buyBaader Bank
29.05.2018Grammer buyWarburg Research
29.05.2018Grammer buyBaader Bank
10.08.2018Grammer HoldBaader Bank
10.08.2018Grammer HaltenDZ BANK
08.08.2018Grammer NeutralOddo BHF
07.08.2018Grammer HoldBaader Bank
07.08.2018Grammer HoldWarburg Research
10.11.2016Grammer ReduceOddo Seydler Bank AG
11.08.2016Grammer ReduceOddo Seydler Bank AG
01.04.2016Grammer ReduceOddo Seydler Bank AG
19.02.2016Grammer ReduceOddo Seydler Bank AG
20.10.2015Grammer ReduceOddo Seydler Bank AG

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Grammer AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht leichter ins Wochenende -- US-Börsen im Plus --Tesla auch bei Problemen rund um Model 3 im Visier der SEC -- Trump droht Türkei mit weiteren Sanktionen -- Rheinmetall, Bayer, Henkel im Fokus

Swiss Re bei Brückeneinsturz in Genua in der Pflicht. S&P senkt Ausblick für K+S auf negativ. Tesla-Chef kann womöglich auf Milde der Börsenaufsicht hoffen. Mehrere VW-Mitarbeiter im Abgas-Skandal möglicherweise vor Entlassung. Novo Nordisk kauft britischen Diabetes-Spezialisten.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die wertvollsten Marken der Welt
Welche Marke macht das Rennen?
Die teuersten Städte für Expats 2018
Hier ist das Leben für ausländische Fachkräfte besonders teuer
Der Financial Secrecy Index 2018
Die größten Schattenfinanzzentren der Welt
Die bestbezahlten Promis der Welt 2018
Bis zu 285 Millionen US-Dollar Verdienst
In diesen Berufen bekommt man das höchste Gehalt
Mit welchem Job verdient man am meisten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Kryptowährung hat das größte Zukunftspotenzial?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
TeslaA1CX3T
Apple Inc.865985
Daimler AG710000
BayerBAY001
Steinhoff International N.V.A14XB9
Saint-Gobain S.A. (Compagnie de Saint-Gobain)872087
Amazon906866
Wirecard AG747206
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Telekom AG555750
E.ON SEENAG99
Facebook Inc.A1JWVX
Scout24 AGA12DM8
EVOTEC AG566480