aktualisiert: 01.06.2011 09:16

Megatrend Gesundheit - Die attraktivsten Aktien

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Leid lindern und Kosten einsparen – innovative Produkte aus den Bereichen Pharma, Biotech und Medizintechnik machen’s möglich. Für Anleger eine gesunde Sache.
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€uro am Sonntag
S. Parplies, A. Höß, €uro am Sonntag

Aspirin ist ein Klassiker. Seit 1899 verkauft Bayer das heute berühmteste Schmerzmittel der Welt. Allein im vergangenen Jahr brachte es den Lever­kusenern einen Umsatz von 780 Millionen Euro. Im Portfolio des Pharmakonzerns ist Aspirin damit noch immer ein großer Posten. Das Top-Präparat, das MS-Medikament Betaferon, kommt sogar auf mehr als eine Milliarde Euro.

In noch größeren Dimensionen bewegt sich der US-Pharmariese ­Pfizer. Allein dessen Cholesterin­senker Lipitor war 2010 mit knapp elf Milliarden Dollar Jahresumsatz ergiebiger als komplette DAX-Konzerne wie Beiersdorf oder Infineon.

Solche Zahlen erfreuen Aktionäre, werden aber immer mehr zur Belastung für die Allgemeinheit. In Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2009, den aktuellsten vorliegenden Daten, die Kosten für den gesamten Gesundheitsbereich um fünf Prozent auf 278 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht 3.400 Euro pro Einwohner und fast zwölf Prozent des Brutto­inlandsprodukts.

Die Ausgaben werden weltweit weiter steigen, allein schon aufgrund des demografischen Trends. „Im Jahr 2050 wird es mehr als zwei Milliarden Menschen geben, die älter als 60 sind. Das ist fast dreimal so viel wie heute“, kalkuliert Cyrill Zimmermann vom Schweizer Medizininvestor Adamant.

Das Dilemma: Innovationen in der Medizin lindern Leid und erhöhen die Lebensqualität vor allem im Alter, sind aber teuer. Es stelle sich die Frage, wie viel ­einer Gesellschaft die Gesundheit von Einzelnen wert ist, legt Bayer-Chef Marjin Dekkers den Finger in die Wunde.

Trotz massiver Gewinne ist vor allem die Pharmaindustrie unter Druck. Nicht nur durch staatliche Regulierungen, sondern auch wegen eigener Versäumnisse. Neun der 15 umsatzstärksten Medikamente der Welt verlieren in den kommenden fünf Jahren ihren Patentschutz. Das bedeutet, dass die Umsätze massiv einbrechen werden, weil Generikahersteller mit billigen Imitaten auf den Markt drängen. Bis zu 150 Milliarden Dollar seien in ­Gefahr, kalkuliert der ­Datendienst Bloomberg. Konzerne wie Pfizer, Eli Lilly oder Bristol-­Myers Squibb müssten um mehr als die Hälfte ihres Portfolios zittern, warnt der Branchendienst Evaluate Pharma.


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Die Konzerne haben dem wenig neue Produktkandidaten entgegenzusetzen. Branchenvertreter schieben die Schuld auf Zulassungsbehörden, die – aufgeschreckt durch massive Nebenwirkungen bei Medikamenten wie dem Schmerzmittel Vioxx – härtere Auflagen machen.

Ein erheblicher Teil der Nachschubprobleme aber ist hausgemacht. Kritiker beschreiben Pharmakonzerne als behäbige Verwaltungsapparate, die mehr Geld in Marketing und Vertrieb stecken als in die Forschung. „Mehr Innovation und weniger Administration“, bläute Bayer-Chef Dekkers gleich bei Amtsantritt seinen Mitarbeitern ein.

Der Schwerfälligkeit vieler Pharmariesen stehen innovationsfreudige Biotechfirmen entgegen, die meist in der Hightech-Euphorie der 1990er-Jahre als kleine Firmen gegründet wurden.

Branchenführer wie Amgen und Biogen sind längst profitable Weltkonzerne und können aus einer gut gefüllten Produktpipeline schöpfen. Allein schon aufgrund ihrer kurzen Historie müssen sie keine Patentverluste fürchten.

In Deutschland wartet Biotech noch immer auf den Durchbruch. Selbst Firmen mit vielversprechen­der Produktpipeline kämpfen um ihre Existenz. Die Finanzreserven reichen meist nicht länger als zwölf Monate in die Zukunft. Kapital­erhöhungen werden oft exklusiv von Großaktionären getragen. Während Privatanleger aus Deutschland die gesamte Branche nach den oft massiven Kursverlusten der Vergangenheit generell meiden, sind die Firmen für das Portfolio vieler Fonds und Vermögensverwalter oft zu klein.

Dennoch haben etliche deutsche Biotechs attraktive Produktkandida­ten vorangetrieben. Die Zahl der Wirkstoffe in der wichtigen Phase 2 der klinischen Entwicklung hat sich laut Erhebung der Unternehmens­beratung Ernst & Young in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt. Morphosys und Evotec haben sich zusätzlich als Dienstleiter für Pharmakonzerne etabliert. Dadurch haben sie relativ sicher zu kalkulierende Ein­nahmequellen.

Etliche Biotechs sind bereits aufgekauft worden, zuletzt das US-Unternehmen Cephalon.Die Biotechnologie ist nicht nur Blutauffrischer für schwächelnde Pharmariesen. Die Innovationskraft soll helfen, Kosten der öffentlichen Gesundheitssysteme zu senken.

Personalisierte Medizin ist das Schlagwort, mit dem auch Patienten große Hoffnungen verbinden. Grundgedanke ist die Erkenntnis, dass Menschen je nach Erbmaterial verschieden auf identische Medikamente reagieren. Über spezielle Testverfahren, wie sie etwa Qiagen anbietet, lässt sich bereits im Vorfeld abschätzen, welche Mittel bei einem bestimm­ten Patienten tatsächlich wirken. Bei konsequentem Einsatz personalisierter Medizin könnten die Kosten des weltweiten Gesundheitsmarkts um 380 Milliarden Dollar gesenkt werden, schätzt die Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton.

Weniger turbulent als Biotech entwickelt sich das Geschäft in der Medizintechnik. Dennoch rechnen Experten mit einem soliden Umsatzwachstum der Branchen von jährlich fünf bis acht Prozent. Vor allem in den USA versprechen sich die Unternehmen eine steigende Nachfrage, nachdem sich die Konjunkturlage verbessert hat und die Aufregung um die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama abflaut.

Auch die Medizintechnikunternehmen präsentieren sich als Kosten­senker. Denn mit modernen Diagnosegeräten werden Krankheiten früher erkannt und können damit effektiver behandelt werden. Patienten mit chronischer Herzschwäche können Messgeräte direkt ins Herz eingesetzt werden. Rund ein Drittel der Patienten kann dadurch zu Hause behandelt werden, statt wie bisher in eine Klinik gehen zu müssen. „Das Gesundheitswesen steht vor einer Revolution“, glaubt Stefan Blum, Manager des auf Medizintechnik spezia­lisierten Fonds BB Medtech. Herausforderungen, aber auch Chancen der Gesundheitsbranche lassen sich an den Aktienkursen ablesen. Pharmakonzerne haben wegen der drohenden Patentverluste massiv an Wert verloren. Inzwischen aber sieht eine wachsende Zahl von Börsenprofis den Tiefpunkt erreicht. Biotechs hingegen reagieren vor allem auf Nachrichten aus den Unternehmen. Die Papiere sind riskant, weil der Erfolg von Produktkandida­ten schwer vorauszusagen ist. Auch die Papiere der Medizintechnik sind stark von den Produkten der Unternehmen getrieben, allerdings ist das Risiko von Fehlschlägen deutlich geringer. €uro am Sonntag stellt attraktive Aktien aus Pharma, Biotech und Medizintechnik vor.

MEDIZINTECHNIK
Stabile Werte

Die Produktpalette in der Medizintechnik reicht vom Pflaster übers Hörgerät bis zur Herz-Lungen-Maschine. So unterschiedlich die Produkte sind, eine Gemeinsamkeit haben sie: Man greift nur ungern auf sie zurück. Wer lässt sich schon gern eine Herzklappe aus einem Rinderherz einpflanzen?

Mit diesem Produkt mischt gerade der Cardio­spezialist Edwards Lifesciences den europäischen Markt für Herzklappentransplantate auf. Die Klappe kostet mit rund 20.000 Euro etwa zehnmal so viel wie ein klassisches Transplantat. Ihr Vorteil: Man muss nicht mehr am offenen Herzen operieren, da sie durch einen Katheter eingeführt wird. Deshalb können die Patienten das Krankenhaus schneller verlassen. „Das freut die Patienten und kann trotz des hohen Produktpreises die Behandlungskosten senken“, sagt Stefan Blum, Manager des BB-Medtech-Fonds. In Europa wird das Transplantat bereits bei Risikopatienten eingesetzt. Auch in den USA sollte es demnächst zu­gelassen werden.

Mit weniger spektakulären, aber ebenso patientenfreundlichen Innovationen positioniert sich Coloplast. Der dänische Konzern hat die Krise genutzt, um profitabel zu werden, und konnte seine dominierende Stellung im europäischen Markt mit Produkten aus dem sensiblen Bereich Urologie, Inkontinenzversorgung und Ostomie ausbauen. Coloplast bietet unauffällige und gut an den Körper anpassbare Katheter und Stomabeutel für künstliche Darmausgänge.

Etwas weiter außerhalb der Tabuzone: Die Hörgeräte der William Demant Holding. „Unsere Kunden hassen unsere Produkte und kaufen sich meist erst dann ein Hörgerät, wenn es wirklich nicht mehr anders geht“, sagt Konzernchef Niels Jacobsen lakonisch. Trotzdem will er sie mit individuell anpassbaren Geräten überzeugen, die mit Mobiltelefonen verbunden werden können. Mit Geräten, die direkt ins Innenohr ein­gesetzt werden, erobert William Demant außerdem einen neuen Markt. Ergebnis: Die Nummer 2 des Weltmarkts für Hörgeräte holt gegenüber dem Marktführer Sanova kräftig auf und wird seinen Markt­anteil von aktuell rund 22 Prozent weiter ausbauen können.

Während in diesen Bereichen der Medizintechnik trotz demografischer Verschiebungen Zugewinne eher durch den Kampf um Marktanteile generiert werden, bietet der Ausbau des Gesundheitssystems in den Schwellenländern Raum für Wachstum. Besonders in Brasilien und China sind Hunderte Krankenhäuser in Planung, die mit Geräten ausgestattet werden müssen. China will allein in diesem Jahr über 100 Milliarden US-Dollar für den Gesundheitssektor ausgeben. Chinas größter Krankenhausausstatter, Mindray Medical, bietet einen direkten Zugang zum chinesischen Markt. Und auch deutsche Konzerne wie Dräger oder Carl Zeiss Meditech verkaufen hier ihre medizinischen Geräte. Carl Zeiss Meditech erwirtschaftet bereits jetzt fast 30 Prozent seines Umsatzes in Asien und wächst zweistellig. Das Jenaer Unternehmen ist auf optische Geräte und ­Augenheilkunde spezialisiert und bietet Komplettlösungen in der Augenheilkunde an.
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BIOTECH
Kleine Werte, große Ziele

Rund 80.000 Blutproben lagern bei bis zu minus 196 Grad Celsius in den Kühlbehältern der Leipziger Bio­techfirma Vita 34. Die meisten werden niemals geöffnet werden, einige aber vielleicht Leben retten. Das Blut wurde unmittelbar nach der Geburt aus der Nabelschnur von Säuglingen entnommen. Das Besondere: Nabelschnurblut enthält einen hohen Anteil ­besonders leistungsstarker Stammzellen. Sie haben die Fähigkeit, zerstörte Körperzellen zu regenerieren. In einigen Fällen wurden aus Nabelschnurblut gewonnene Stammzellen zur Behandlung von Diabetes und Hirnschäden bei Kindern eingesetzt.

Das Geschäftsmodell ist rein mathematisch betrachtet attraktiv: Eltern lagern die Proben gegen Gebühr bei Vita 34 ein. Mit jedem neuen Kunden steigen die Einnahmen der Firma, ohne dass große Zusatzkosten entstehen. Die Wachstumsraten von derzeit etwa 10.000 Proben pro Jahr sind gering. Sollte die Wissenschaft aber deutliche Fortschritte bei der Nutzung von Stammzellen machen, dürfte die Nachfrage sprunghaft steigen. Bei einem Börsenwert von zwölf Millionen Euro ist Vita 34 selbst für die bescheidenen Verhältnisse deutscher Biotechs ein Winzling und daher nur als kleine Depotbeimischung geeignet.

Risikofreudige Anleger setzen auf die Aktien von reinen Produktentwicklern wie 4SC. Das Unternehmen aus Martinsried entwickelt Wirkstoffe zur Bekämpfung von Krebs und Erkrankungen des Immunsystems, 4SC hat fünf Wirkstoffe in der zweiten von drei klinischen Phasen der Entwicklung. Diese Phase ist besonders wichtig, weil dort erstmals die Verträglichkeit des Wirkstoffs an Patienten erprobt wird. Mit der Santo Holding der Hexal-Gründer Strüngmann hat die noch immer defizitäre Firma einen finanzstarken Großaktionär im Rücken.

Auch bei Wilex sollten Anleger wegen der geringen Handelsumsätze der Aktie nur streng limitiert ordern. Die Münchner Firma ist auf Mittel zur Bekämpfung und Erkennung von Krebs spezialisiert. Zwei Produktkandidaten befinden sich bereits in der dritten und damit finalen Phase der klinischen Entwicklung. Großaktionär ist mit knapp 45 Prozent SAP-Mitgründer Dietmar Hopp.

Weniger riskant und aufgrund der größeren Marktkapitalisierung leichter zu handeln sind die deutschen Schwergewichte Morphosys und Evotec. Beide setzen neben der Produktentwicklung auf Dienstleistungen für Pharmakonzerne. Das sichert laufende Einnahmen, aus denen die eigene Produktentwicklung finanziert werden kann.

Herzstück von Morphosys ist eine Bibliothek aus mehreren Milliarden Antikörpern, die das Unternehmen auch Pharmakonzernen zur Verfügung stellt. In der Produktpipeline befinden sich 74 Produktkandidaten, die meisten davon in Kooperation mit Partnern. Die Risiken des Biotechgeschäfts erlebte zuletzt Evotec. Die Aktie brach in diesem Monat um fast zehn Prozent ein, weil die Hamburger die Entwicklung eines zusammen mit Roche erforschten Mittels gegen starke Depressionen einstellten. Trotzdem bleibt die Aktie dank der gesunden Mischung aus Dienstleistungen und Produktentwicklung attraktiv.
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PHARMA
Jenseits der Patentklippe

Die Jahre 2012 und 2013 werden bitter. Dann verlieren Pharmakonzerne den Patentschutz für wichtige Medikamente. Aktionäre haben bereits frühzeitig auf die „Patentklippe“ reagiert und Aktien des Sektors eher gemieden. Seit Jahresbeginn aber sind Pharma­aktien auf dem Wege der Besserung. Die Citigroup berichtet über steigende Nachfrage von langfristig orientierten Investoren. Kaufargumente sind die massiven Kostensenkungsprogramme der Konzerne, steigende Nachfrage aus den Schwellenländern und die inzwischen moderate Bewertung des Sektors. Die Dividendenrendite der meisten großen europäischen Pharmawerte liegt über vier Prozent.

Sanofi, für die Citigroup die derzeit attraktivste Aktie unter den europäischen Pharmawerten, hat mit der Übernahme des Biotechunternehmens Genzyme seine strategische Position deutlich verbessert. Mit 30 Prozent Umsatzanteil in den Schwellenländern liegen die Franzosen zudem über dem Branchenschnitt. Anfang September dürfte Sanofi bei einem Analystentreffen ein neues Sparprogramm, womöglich auch Aktienrückkäufe und neue strategische Schritte bekannt geben. Das sollte dem Aktienkurs bereits im Vorfeld helfen.

Der Schweizer Konzern Novartis hat mit der Übernahme des Augenpflegemittelspezialisten Alcon sein Geschäft außerhalb des klassischen Pharmabereichs gestärkt. Das reduziert das Risikoprofil der Aktie. Un­ter den aktuellen Produkten trauen Analysten vor al­lem dem MS-Medikament Gilenya wegen seiner hohen Profitabilität starkes Wachstum zu. Die Citigroup kalkuliert, dass die Konsenserwartung für den Gewinn im Jahr 2015 deutlich zu niedrig angesetzt ist.

Die Pharmasparte macht rund zwei Drittel des Umsatzes der deutschen Merck KGaA aus. In der Produktpipeline gab es schwere Rückschläge, die den Kurs der Aktie massiv belasteten. Inzwischen aber spekulieren Börsianer auf eine Restrukturierung. Der neue Finanzvorstand Matthias Zachert tritt sein Amt Anfang Juni an. In der zweiten Jahreshälfte dürfte das Unternehmen mit konkreten Maßnahmen an die Öffentlichkeit gehen.

Der Mischkonzern Bayer erwirtschaftete im vergangenen Jahr knapp 50 Prozent seines Umsatzes und etwa zwei Drittel des Vorsteuerergebnisses in seiner Pharmasparte. Die Produkte des DAX-Konzerns sind relativ gut geschützt, der Patentschutz wichtiger Umsatzbringer läuft mindestens bis ins Jahr 2014. Größter Hoffnungsträger im Portfolio ist der Gerinnungshemmer Xarelto, dem Bayer einen Spitzenumsatz von „mindestens zwei Milliarden Euro“ jährlich zutraut. Optimistische Analysten rechnen sogar mit bis zu sechs Milliarden Euro.

Unter den US-Pharmawerten liefert Pfizer die derzeit spannendste Story. Konzernchef Ian Reed will das Konglomerat zerlegen. Bis zu vier Konzernteile mit einem Umsatzvolumen von über 18 Milliarden Dollar sollen verkauft oder als eigenständige Unternehmen ausgegliedert werden. Die neue Pfizer soll sich auf die Entwicklung neuer Medikamente konzentrieren. Erste Entscheidungen werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet.
Favoriten aus dem Sektor PHARMA (pdf)

Investor-Info

Gesundheitsaktien
Besser als der Gesamtmarkt

Aktien aus dem Gesundheitssektor haben sich seit Mitte 2006 weltweit besser als der Gesamtmarkt geschlagen. Während der Krise konnten die Gesundheitsaktien im MSCI World Health Care Index ihre defensive Stärke ausspielen und brachen weniger stark ein als der MSCI World Index, der die Entwicklung der weltweiten Aktien abbildet. Etwas schwankungsanfälliger, aber dafür auch profitabler waren die Wachstumswerte aus dem Biotechsektor. Die meisten von ihnen sind im Nasdaq-Biotech-Index gelistet, der den MSCI World in den vergangenen fünf Jahren sogar um rund 35 Prozentpunkte abhängte.

Gesundheitswesen
Weltweite Kostenexplosion

Der demografische Wandel, steigende Lebenserwartung und die Zunahme chronischer Krankheiten verursachen enorme Kosten für die Gesundheitssysteme. In manchen entwickelten Staaten verdoppelten sich die jährlichen Gesundheitsausgaben pro Kopf in den vergangenen 20 Jahren nahezu. Und auch in den Schwellenländern steigt mit dem Wohlstand die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen. Zum einen, da es einen starken Nachholbedarf bei den Grundleistungen gibt. Zum anderen er­obern aber auch Wohlstandskrankheiten wie Diabetes die Schwellenländer.

Gesundungsprozess
Pharma kauft Biotech

Pharmakonzerne haben Bargeldbestände in Milliardenhöhe aufgebaut. Ein Teil davon wird in Übernahmen investiert, mit denen Pharmakonzerne Kosten senken und die eigene Produktpipeline auffrischen wollen. Spektakulärster Deal der vergangenen Jahre war die Komplett­übernahme von Genentech, die sich Großaktionär Roche mehr als 30 Milliarden Euro kosten ließ. Auch Astra­Zeneca und Merck investierten zweistellige Milliarden­beträge, um Topfirmen aus dem Biotechbereich einzugliedern. Als Alternative zur Übernahme schließen Pharmakonzerne verstärkt Allianzen mit Biotechs.

APO Medical Opportunities
Die gesamte Bandbreite

Mit über 40 Prozent Plus in den vergangenen drei Jahren war der APO Medical Opportunities der erfolgreichste Fonds für Gesundheitsaktien. Fondsmanager Kai Brüning sucht in Zusammenarbeit mit den Medizinexperten von Medical Strategy Aktien aus dem gesamten Gesundheitsuniversum aus, egal ob große oder kleine Firmen. Im ­Moment dominieren mit einem Anteil von über 20 Prozent Pharma­aktien das Portfolio. Größte Einzelposition: der Schweizer Pharma­riese Novartis. (höß)

Lacuna-Adamant Global Medtech
Medizintechnik pur

Die Regensburger Fondsboutique Lacuna hat sich auf ­Nischenmärkte spezialisiert und in Kooperation mit dem Schweizer Berater und Medizininvestor Adamant Medical Advisors 2008 einen Medizintechnikfonds aufgelegt. Das Fondsmanagement investiert weltweit. Wachstumsstarke Titel aus den USA (49 Prozent) und dem Raum Asien/Australien (29 Prozent) nehmen den größten Raum im Portfolio ein. Mit fast 50 Prozent Plus in den vergangenen beiden Jahren läuft der Fonds sehr gut. (höß)

BB Biotech
Abschlag als Extrachance

Über die im TecDAX gelistete Beteiligungsgesellschaft können Anleger in ein breites Portfolio von 20 bis 30 Biotechaktien investieren. Größte Positionen waren zuletzt die US-Firmen Celgene, Gilead und Vertex sowie die schweizerische Actelion. Der Abschlag des realen Port­foliowertes zum Aktienkurs von derzeit etwas mehr als 15 Prozent will die Gesellschaft durch Aktienrückkäufe reduzieren. Attraktives Langfrist­investment.(svp)

Zertifikate
Günstige Alternative

Kostenbewusste Anleger setzen auch bei Investments in den Gesundheitssektor auf Zertifikate. Diese Papiere bilden ein starres Portfolio ab und brauchen daher keinen aktiv eingreifenden Manager. Mit einem Zertifikat der HVB auf den AMEX Biotech (ISIN: DE 000 787 363 0) bilden Anleger ohne Laufzeitbegrenzung den Biotechindex der New Yorker Börse ab. Das Portfolio besteht aus 20 Aktien, unter anderem Amgen, Biogen und Qiagen. Mit dem Produkt der Royal Bank of Scotland können Anleger in Pharmawerte wie Pfizer, Amagen und Novartis investieren (DE 000 687 483 7). Etwas breiter aufgestellt ist das Papier der Commerzbank auf den Index Dow Jones Health Care Titans (DE 000 635 164 6). Rein europäisch ausgerichtet ist der Index Euro Stoxx Healthcare, den ein Papier der HVB abbildet (DE 000 HV1 6EU 2).

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20.10.2021Bayer Equal WeightBarclays Capital
20.10.2021Bayer BuyUBS AG
18.10.2021Bayer OverweightJP Morgan Chase & Co.
15.10.2021Bayer KaufenDZ BANK
13.10.2021Bayer OutperformBernstein Research
20.10.2021Bayer BuyUBS AG
18.10.2021Bayer OverweightJP Morgan Chase & Co.
15.10.2021Bayer KaufenDZ BANK
13.10.2021Bayer OutperformBernstein Research
11.10.2021Bayer BuyUBS AG
20.10.2021Bayer Equal WeightBarclays Capital
15.09.2021Bayer NeutralCredit Suisse Group
06.08.2021Bayer NeutralCredit Suisse Group
06.08.2021Bayer Equal WeightBarclays Capital
05.08.2021Bayer Equal WeightBarclays Capital
31.10.2019Bayer VerkaufenIndependent Research GmbH
21.08.2019Bayer VerkaufenIndependent Research GmbH
01.08.2019Bayer VerkaufenIndependent Research GmbH
28.06.2019Bayer VerkaufenIndependent Research GmbH
25.04.2019Bayer VerkaufenIndependent Research GmbH

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