finanzen.net
19.02.2019 11:07
Bewerten
(0)

EU verpflichtet Lkw-Hersteller erstmals zum CO2-Abbau

DRUCKEN

Brüssel/Frankfurt (Reuters) - Für neue Schwerlaster in der Europäischen Union (EU) werden erstmals verbindliche Klimaschutzvorschriften eingeführt.

Das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten einigten sich auf ein Abbauziel für den Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) von 30 Prozent bis 2030. Damit werde der Rechtsrahmen vervollständigt, mit dem die Treibhausgasemissionen in der EU bis 2030 um mindestens 40 Prozent sänken, erklärte Klimaschutzkommissar Miguel Arias Canete am Dienstag in Brüssel. Die Flottenziele können die Lkw-Bauer nur erreichen, wenn sich Elektrolaster am Markt durchsetzen. Der europäische Herstellerverband ACEA forderte deshalb, die EU-Staaten müssten dafür schnell die Ladeinfrastruktur aufbauen.

Für neue Pkw wurden in der EU erstmals 2007 CO2-Minderungsziele eingeführt. Die Lkw-Branche blieb - anders als in den USA, Japan und China - verschont, weil sinkender Spritverbrauch sowieso ein wichtiges Verkaufsargument der Hersteller gegenüber den scharf rechnenden Kunden des Transportgewerbes ist. So ging der CO2-Ausstoß pro Lkw zwar zurück, aber wegen des starken Wachstums im Transportsektor nahmen die Emissionen des Verkehrs insgesamt zu. Ziel der EU ist es, den Verkehrssektor bis 2050 klimaneutral zu machen.

"Die Regelung verlangt mehr als aus unserer Sicht technisch möglich ist", erklärte der Chef des Marktführers Daimler Trucks, Martin Daum, vergangene Woche mit Blick auf das 30-Prozent-Ziel. Daimler und andere Hersteller wie auch die Volkswagen-Töchter MAN und Scania treiben deshalb die Entwicklung von Elektro-Lastwagen voran. Diese sind in der Anschaffung aber wegen der Batteriekosten noch immer rund doppelt so teuer wie Diesel-Lkw und haben eine geringere Reichweite. Auch klimaschonendere Gasantriebe sind kaum verbreitet, 98 Prozent der Schwerlaster fahren noch immer mit Diesel. Die Transportbranche wolle so umweltverträglich wie möglich arbeiten, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt. Dabei sei sie auf keine Antriebsart festgelegt. Falls das aber mit überdurchschnittlich hohen Anschaffungs- und Betriebskosten einhergehe, müsse es staatliche Förderung geben. "Zum Beispiel die Mautbefreiung für Lkw mit alternativen Antrieben", forderte der BGL-Chef.

Die höchst anspruchsvollen Ziele zu schaffen, liege nicht allein in der Hand der Lkw-Bauer, sondern sei auch von der Nachfrage ihrer Kunden nach Elektrofahrzeugen abhängig, erklärte ACEA-Generalsekretär Erik Jonnaert. Es sei nicht zu erwarten, dass Transportbetriebe plötzlich Laster mit Strom- oder anderen Alternativantrieben anschafften, wenn sich das nicht für sie rechne und ausreichende Lademöglichkeiten fehlten. Deshalb müssten die EU-Staaten ein Netz von Schnell-Ladestationen für Elektrolaster aufbauen, auch Wasserstoff- und mehr Gastankstellen würden gebraucht.

Die EU-Kommission ist überzeugt, dass die Vorschriften nicht nur für bessere Luft sorgen, sondern auch Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie vorantreiben, mehr Beschäftigung und sinkende Transportkosten bringen. Daimler-Trucks-Chef Daum warnte hingegen, zu harte CO2-Ziele verteuerten den Warentransport und schadeten so der gesamten Wirtschaft.

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX schließt schwächer -- Dow beendet Handel zurückhaltend -- Deutsche Bank und Commerzbank loten offiziell Fusion aus -- Boeing, Daimler, Talanx, LEONI im Fokus

VW-Konzernchef Diess kauft in großem Stil Volkswagen-Aktien. Uber-Konkurrent Parlamentspräsident macht Regierung Strich durch die Rechnung. Lyft strebt Milliarden-Erlös bei Börsengang an. Italiens Aufseher verbieten ING Neukundengeschäft wegen Kontrollmängeln. Nordex-Aktien kratzen an 200-Wochen-Linie - Citi nicht mehr negativ.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

In diesen Ländern ist Netflix am teuersten
Hier müssen Abonnenten tief in die Tasche greifen
Die korruptesten Länder der Welt
In diesen Staaten ist die Korruption am höchsten
Abschlüsse der DAX-Chefs
Diese Studiengänge haben die DAX-Chefs absolviert
Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Das Schwarzbuch 2018/2019
Wo 2018 sinnlos Steuern verbrannt wurden
mehr Top Rankings

Umfrage

Nun ist es bestätigt: Deutsche Bank und Commerzbank loten offiziell eine Fusion aus. Glauben Sie, dass es tatsächlich dazu kommen wird?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
CommerzbankCBK100
Deutsche Bank AG514000
Aurora Cannabis IncA12GS7
Daimler AG710000
Boeing Co.850471
Deutsche Telekom AG555750
LEONI AG540888
Infineon AG623100
SteinhoffA14XB9
Amazon906866
Apple Inc.865985
BASFBASF11
Allianz840400
TeslaA1CX3T