Evotec im Umbau: Schwaches Quartal, aber Richtung stimmt

06.05.26 15:14 Uhr

SmartCaps ist ein Angebot des redaktionellen Partners StockXperts.
finanzen.net GmbH ist für die Inhalte dieses Artikels nicht verantwortlich.


Evotec im Umbau: Schwaches Quartal, aber Richtung stimmt  | finanzen.net

Evotec hat das erste Quartal 2026 mit deutlich rückläufigen Umsätzen und einem negativen bereinigten EBITDA abgeschlossen. Wer jedoch nur auf diese Zahlen schaut, könnte das eigentlich Entscheidende verpassen.

Werte in diesem Artikel
Aktien

5,21 EUR 0,03 EUR 0,48%

Der Konzernumsatz im ersten Quartal 2026 belief sich beim Wirkstoff-Forscher auf 156,6 Mio. Euro. Das war ein empfindlicher Rückgang von rund 22 Prozent, ist aber in weiten Teilen erklärbar: Im ersten Quartal 2025 hatte Evotec einmalig von einem Lizenzerlös aus dem Sandoz-Vertrag profitiert, der die Vergleichsbasis künstlich aufgebläht hatte. Bereinigt man um diesen Sondereffekt sowie um negative Währungseinflüsse lag der Konzernumsatz bei konstanten Wechselkursen bei 166,9 Mio. Euro, was das Bild etwas freundlicher zeichnet.

Das bereinigte Konzern-EBITDA rutschte auf minus 21,9 Mio. Euro nach plus 3,1 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Auch hier ist der Sandoz-Effekt der wesentliche Grund. Hinzu kamen Rückstellungen für Restrukturierungskosten in Höhe von 75 Mio. Euro, die das Konzernergebnis im ersten Quartal erheblich belastet haben. Diese Aufwendungen sind der Preis für den laufenden Konzernumbau namens Horizon. Doch:

Horizon nimmt Fahrt auf

Das Programm Horizon ist mehr als ein Kostensenkungsprogramm. Es ist der Versuch, Evotec strukturell neu aufzustellen: fokussierter, schlanker, profitabler. Konkret soll die Zahl der globalen Betriebsstandorte auf zehn reduziert werden. Bis Ende 2027 will das Unternehmen die strukturelle Kostenbasis um rund 75 Mio. Euro senken, wobei bereits 20 bis 30 Prozent dieser Einsparungen im laufenden Jahr realisiert werden sollen.

Begleitend hat Evotec eine umfassende Prüfung strategischer Optionen eingeleitet, in deren Rahmen Portfolio, Kapitalstruktur und langfristige Eigentümerstruktur auf den Prüfstand kommen. Konkrete Entscheidungen wurden noch nicht getroffen, und Evotec macht bewusst wenig Lärm darum. Das ist nachvollziehbar, schürt bei manchen Investoren aber vielleicht auch zu viel Fantasie über mögliche strukturelle Veränderungen.

Wissenschaftliche Fortschritte als stabilisierendes Signal

Jenseits der Finanzzahlen sendete Evotec im Q1 auch inhaltlich relevante Signale. In der Zusammenarbeit mit dem spanischen Pharmaunternehmen Almirall wurde innerhalb von nur zwei Jahren ein präklinischer Entwicklungskandidat zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen identifiziert, was deutlich schneller ist als der branchenübliche Zeitrahmen. Das unterstreicht den Wert des KI-gestützten Forschungsansatzes, auf den Evotec seit Jahren setzt.

Zudem hat die Gates Foundation zwei neue Förderzusagen für die Tuberkulose-Forschung erteilt. Das bringt zwar keine großen Umsatzmilliarden, stärkt aber die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit und die Plattformkompetenz des Unternehmens in einem wichtigen globalen Gesundheitsbereich.

Neue Führungsköpfe, bestätigte Prognose

Zum 1. Mai 2026 hat Evotec gleich zwei Führungspositionen neu besetzt: Claire Hinshelwood übernahm das Amt der Finanzvorständin, Dr. Ingrid Müller wurde neue COO. Beide bringen langjährige Erfahrung aus der Life-Sciences-Industrie mit. Gerade die COO-Position ist im Kontext von Horizon bedeutsam, denn die Umsetzung der operativen Agenda erfordert Führungsstärke auf Vorstandsebene.

Trotz des schwierigen Quartalsauftakts bestätigt das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr 2026: Konzernumsätze zwischen 700 und 780 Mio. Euro, bereinigtes Konzern-EBITDA zwischen 0 und 40 Mio. Euro. Das ist zwar keine ambitionierte Wachstumsansage, aber ein Versprechen der Stabilisierung auf dem Weg zurück in die Gewinnzone.

Auf einem intakten Wachstumskurs, vor allem beim Gewinn, befindet sich seit mehreren Jahren die Masterflex SE. Nachdem das Unternehmen nun über einen guten Start in das neue Jahr berichten konnte und auch die Wachstumsprognose für das laufende Jahr bestätigt hat, könnte es auch für die Aktie weiter aufwärts gehen: zum Artikel

Mit steigenden Erträgen ist für 2026 ebenfalls bei Matador Secondary Private Equity zu rechnen, nachdem sich die Währungseffekte, die noch 2025 die gute operative Entwicklung überdeckt haben, im laufenden Jahr nicht zu wiederholen scheinen: zum Artikel

Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.408 Prozent oder 14,1 Prozent p.a. (Stand: 02.05.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.

Erstellung am 06.05.26 um 14:35 Uhr.

Bitte beachten Sie auch unsere Informationen zur SmartCaps-Redaktion, insbesondere zu Arbeitsmethoden und zu potenziellen Interessenkonflikten, sowie unseren Disclaimer/Haftungsausschluss: zum Artikel

SmartCaps-Newsletter – Investieren in Small & Mid Caps