finanzen.net
11.10.2018 13:44
Bewerten
(0)

EZB drängt hochverschuldete Euro-Länder zu Schuldenabbau - Protokoll

DRUCKEN

Von Tom Fairless

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die hochverschuldeten Regierungen der Eurozone aufgefordert, den wirtschaftlichen Aufschwung der Region zu nutzen, um Schulden zu tilgen. Und sie warnten davor, dass höhere Staatsausgaben die Stärke des Währungsblocks untergraben könnten, wie aus dem Protokoll der Sitzung vom 13. September hervorgeht.

Hintergrund der Warnung bildet der Ausverkauf an den italienischen Aktien- und Anleihemärkten, der erfolgte, weil Anleger und die EU-Kommission befürchten, dass die populistische Regierung des Landes die Staatsausgaben und -schulden zu stark in die Höhe treibt.

Erhöhte Staatsausgaben in einer Zeit starken Wirtschaftswachstums "könnten sich negativ auf die Widerstandsfähigkeit auswirken", auch wenn sie kurzfristig das Wachstum unterstützen, sagten EZB-Notenbanker bei der Sitzung. "Das aktuelle Umfeld mit niedrigen Zinsen und breit abgestütztem Wachstum fordert die Regierungen auf, die fiskalischen Puffer wieder aufzubauen, insbesondere in Ländern mit hoher Staatsverschuldung", hieß es im Protokoll.

Die italienische Regierung hat angekündigt, dass sie trotz der hohen Schulden ein höheres Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent im nächsten Jahr anstreben wird, was in der Nähe der EU-Grenze von 3 Prozent liegt. Die EU warnte, dass die italienischen Haushaltspläne eine "erhebliche Abweichung" von den empfohlenen finanzpolitischen Maßnahmen und eine "Quelle ernster Bedenken" darstellen.

EZB-Präsident Mario Draghi und der italienische Präsident Sergio Mattarella haben in der vorigen Woche den italienischen Haushalt für 2019 diskutiert, hieß es aus informierten Kreisen. Die EZB bereitet sich derzeit darauf vor, ihr riesiges Anleihenkaufprogramm noch in diesem Jahr auslaufen zu lassen.

Die EZB-Währungshüter signalisierten bei ihrer September-Sitzung, dass sie diese Ausstiegspläne trotz zunehmender wirtschaftlicher Risiken im Zusammenhang mit "der Gefahr des Protektionismus, den Schwachstellen in den Schwellenländern und der Volatilität der Finanzmärkte" vorantreiben werden. "Geduldig, umsichtig und hartnäckig in der Geldpolitik zu bleiben, ist unerlässlich", hieß es im Protokoll.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/apo/mgo

(END) Dow Jones Newswires

October 11, 2018 07:45 ET (11:45 GMT)

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX deutlich leichter -- Wall Street im Minus -- China setzt Zölle auf Autoimporte aus den USA aus -- Scout24 prüft wohl Börsenrückzug -- Merck & Co, LEONI, Apple, ISRA VISION im Fokus

Italienische Zentralbank stutzt Wachstumsprognose für 2018. Wirtschaftsminister Altmaier erwartet 2019 keinen Konjunktureinbruch. Briten sollen künftig sieben Euro für visafreie Reisen in EU zahlen. Südzucker-Tochter CropEnergies erhöht die Prognose. Ausblick treibt die Anleger von Dr. Hönle in die Flucht. BMW-, VW- und Daimler-Aktien unter Druck infolge schwacher EU-Absatzzahlen. Bundesbank senkt BIP-Prognosen und sieht weiter Hochkonjunktur.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Gut bezahlte Jobs
Bei diesen Top-Konzernen brauchen Bewerber keinen Abschluss
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
Ausgaben auf Rekordniveau
Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke 2018
Das sind die reichsten Länder Welt 2018
USA nicht mal in den Top 10
In diesen Ländern ist Netflix am teuersten
Hier müssen Abonnenten tief in die Tasche greifen
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Bahn hat den Fernverkehr am Montag wegen eines Warnstreiks bundesweit eingestellt. Haben Sie Verständnis für das Verhalten der Gewerkschaft EVG?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Saint-Gobain S.A. (Compagnie de Saint-Gobain)872087
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Amazon906866
Scout24 AGA12DM8
Aurora Cannabis IncA12GS7
Steinhoff International N.V.A14XB9
BASFBASF11
TeslaA1CX3T
CommerzbankCBK100
Fresenius SE & Co. KGaA (St.)578560
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Allianz840400
Johnson & Johnson853260