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12.11.2015 11:06
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EZB überprüft Geldpolitik bei nächstem Ratstreffen

Von Todd Buell und Brian Blackstone

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Aussage ihres Präsidenten Mario Draghi ihre Geldpolitik bei der nächsten Ratssitzung im Dezember überprüfen. Bei seiner Anhörung vor dem Europäischen Parlament in Brüssel unterstrich Draghi damit frühere Äußerungen, die von den Finanzmärkten als Signal aufgefasst werden, dass die Zentralbank erwägt, ihr massives Kaufprogramm von Staatsanleihen auszuweiten.

In seiner Eröffnungsrede sagte Draghi, die EZB erachte ihr Kaufprogramm als "besonders machtvoll und flexibel". Die EZB werde die Risiken für die Preisstabilität sehr genau beobachten. Außerdem werde eine sorgfältige Analyse zur Stärke und Beständigkeit der Faktoren erstellt, die die Rückkehr der Inflation auf den mittelfristigen Zielwert von knapp 2 Prozent bremsen.

Draghi wiederholte seine Aussage, dass die EZB bei ihrem Treffen am 3. Dezember "den Grad der geldpolitischen Lockerung" überprüfen werde. Viele Ökonomen werten das als Signal, dass die EZB ernsthaft erwägt, den Umfang und die Länge des Kaufprogramms auszuweiten. Seit März kauft die EZB monatlich Wertpapiere für 60 Milliarden Euro, der größte Teil davon Staatsanleihen. Das Programm soll mindestens bis September 2016 laufen.

"Sollten wir zu dem Schluss kommen, dass unser Preisstabilitätsziel in Gefahr ist, würden wir alle verfügbaren Instrumente innerhalb unseres Mandats einsetzen, um einen ausreichenden Grad der geldpolitischen Lockerung sicherzustellen", sagte Draghi. Die EZB könne das Design, die Größe und die Laufzeit des Kaufprogramms ändern.

Die Wirtschaftserholung der Eurozone verlaufe langsam, sagte Draghi, doch sie sei breiter und stärker als in der Vergangenheit. Die Hauptrisiken für die Erholung der Eurozone kämen von den Schwellenländern. Indessen gebe es Anzeichen, dass die Fragmentierung im Bankensektor des Euroraums schwinde.

Der schwache Preisauftrieb und die Konjunkturflaute bremse weiter das Lohnwachstum, "und das könnte den Inflationsdruck in der Zukunft dämpfen", sagte Draghi weiter. "Aus der heutigen Perspektive legt diese nahe, dass eine nachhaltige Normalisierung der Inflation länger dauern könnte als von uns im März angenommen."

"Die Aussagen von Draghi zu den Risiken für Wachstum und Inflation signalisieren sogar ein bißchen deutlicher als bei der letzten Pressekonferenz, dass die EZB im Dezember wahrscheinlich handeln wird", meinte Berenberg-Chefökonom Holger Schmieding. "Obwohl die Debatte in der EZB noch lange nicht beendet scheint, deutet die Tatsache, dass er diese Äußerungen auf einer großen Bühne macht, darauf, dass er zuversichtlich ist, die Mehrheit im EZB-Rat zu bekommen."

Der Euro geriet mit den Draghi-Aussagen unter Druck. Gegen Mittag verliert die europäische Gemeinschaftswährung 0,4 Prozent auf 1,0715 gegenüber dem US-Dollar.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/apo/brb

(END) Dow Jones Newswires

November 12, 2015 07:10 ET (12:10 GMT)

Copyright (c) 2015 Dow Jones & Company, Inc.- - 07 10 AM EST 11-12-15

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