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01.07.2020 10:59

EZB will Bankfusionen nicht unnötig behindern

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Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) will in ihrer Funktion als Bankaufseherin dafür sorgen, dass regulatorische Vorgaben den Zusammenschluss von Banken im Euroraum nicht unnötig behindern. In einem Konsultationspapier führt die EZB drei Kernpunkte ihres Aufsichtsansatzes an, die Edouard Fernandez-Bollo, ein EZB-Vertreter in der Bankenaufsicht SSM, erläutert:

1. Tragfähige Integrationspläne sollen nicht an Eigenkapitalanforderungen scheitern

Ausgangspunkt für die Festsetzung der Eigenkapitalanforderungen des neuen Instituts wird der gewichtete Durchschnitt der Säule-2-Anforderungen und Säule-2-Empfehlungen der Banken vor der Fusion sein. Der so ermittelte Wert kann anschließend nach oben oder nach unten angepasst werden.

2. Badwill soll zunächst nicht ausgeschüttet werden

Ist an einer Fusion ein Institut mit einem "negativen Unternehmenswert" beteiligt - der Kaufpreis ist niedriger als der Wert des Reinvermögens (Badwill) -, soll der daraus resultierende Gewinn nicht eher an die Aktionäre der neuen Bank ausgeschüttet werden, als sich dessen Geschäftsmodell als tragfähig erwiesen hat. "Wir erwarten, dass der Badwill dazu genutzt wird, das Geschäftsmodell nachhaltig zu machen, zum Beispiel über Rückstellungen für notleidende Kredite, zur Deckung von Integrationskosten oder für andere Investitionen", schreibt Fernandez-Bollo in seinem Blog.

3. Interne Modelle können vorübergehend weiter genutzt werden

Die fusionierenden Banken können die bei der Festsetzung der Eigenkapitalanforderungen bis dahin verwendeten internen Modelle für eine gewisse Zeit weiter nutzen. Verfügt das neue Institut nicht über alle notwendigen Genehmigungen für interne Modelle, müssen diese beantragt werden. Das zur Konsultation gestellte Dokument führt auf, was das Institut vorübergehend tun darf, bis die Genehmigungen vorliegen.

"Eine gut geplante und ausgeführte Konsolidierung kann helfen, die Probleme mit Überkapazitäten und niedriger Profitabilität zu beheben, die dem europäischen Bankensektor seit der Finanzkrise schaden", schrieb Fernandez-Bollo. Er ermutigte die Banken, sich frühzeitig mit der EZB in Verbindung zu setzen. Allerdings sehe sich die EZB nicht in der Rolle, Bankfusionen generell zu unterstützen.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

July 01, 2020 05:00 ET (09:00 GMT)

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