flatexDEGIRO: Kursabsturz - Kaufchance oder Alarmsignal?

27.04.26 08:20 Uhr

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flatexDEGIRO hat sehr starke Umsatz- und Ergebniszahlen für das erste Quartal gemeldet. Doch die Aktie musste im Nachgang einen kräftigen Rücksetzer hinnehmen, denn es gibt einen Haken.

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Im Januar und im März waren die Märkte hochvolatil, und das treibt üblicherweise die Aktivitäten der Kunden von Onlinebrokern. So auch bei Platzhirsch flatexDEGIRO: Die Zahl der abgewickelten Transaktionen ist im ersten Quartal um 17 Prozent auf 22,7 Mio. gestiegen, zugleich konnte die durchschnittliche Provision pro Trade von 5,02 auf 5,09 Euro erhöht werden. Eine kleine Verbesserung, die in der Masse aber signifikante Auswirkungen hat. Das Unternehmen konnte den Umsatz so insgesamt um 19 Prozent auf 174 Mio. Euro steigern und das Nettoergebnis dank erneut nur unterproportional wachsenden Kosten sogar um 28 Prozent auf 54 Mio. Euro ausweiten.

Sorgen um das Kundenwachstum

Trotzdem ist die Aktie nach den Zahlen vom Zwischenhoch bei mehr als 39 Euro Mitte April in kurzer Zeit auf nur noch etwas mehr als 30 Euro abgestürzt. Ausgelöst wurde dies vermutlich vor allem durch Sorgen um ein abnehmendes Wachstumstempo. Denn die neuen Kontoeröffnungen haben sich im ersten Quartal nur auf 123 Tsd. belaufen, was einem Rückgang um 11,6 Prozent zum Vorjahr entspricht. Hier könnte sich insbesondere ein zunehmend konkurrenzintensives Umfeld mit einem inzwischen hohen Marktanteil von Neobrokern insbesondere bei der jüngeren Kundschaft niederschlagen.

Prognose lediglich bestätigt

Für Verstimmung sorgte zudem, dass das Management die Jahresprognose, die ein Umsatzwachstum um 5 bis 10 Prozent auf 588 bis 616 Mio. Euro und eine Ergebnissteigerung um 5 bis 15 Prozent auf 168 bis 184 Mio. Euro vorsieht, „nur“ bestätigt hat. Das würde deutliche Bremseffekte im Jahresverlauf implizieren – oder es ist betont konservativ.

Volatilität als Schlüsselfaktor

Das Unternehmen hat darauf hingewiesen, dass im Vorjahr der April und der Oktober marktbedingt besonders stark waren, ähnliche Effekte sind für den weiteren Jahresverlauf nicht eingeplant worden. Kommt es in den nächsten Monaten zu weiteren Volatilitätsspitzen, dürfte die Jahresprognose daher übertroffen werden. Für 2027 hat das Management zudem die Prognose bekräftigt, die einen Umsatz von rund 650 Mio. Euro und ein Ergebnis von rund 200 Mio. Euro vorsieht.

Gute Einstiegsgelegenheit

Insofern sieht sich das Unternehmen auch in einem konkurrenzintensiveren Umfeld auf Kurs. Nach dem Kursrutsch ist die Bewertung inzwischen moderat, das Konsens-KGV26 beläuft sich bei einem Kurs von 30,42 Euro nur noch auf 16 (Stand 27.4.). Wir würden darauf setzen, dass es im Jahresverlauf eine Prognoseanhebung gibt und dass die Aktie nach dem Kursschock über kurz oder lang einen Erholungskurs einschlägt. Daher halten wir an schwachen Tagen einen Positionsaufbau in mehreren kleinen Tranchen für vertretbar.

Ganz anders war zuletzt hingegen die Kursentwicklung des Konkurrenten NAGA Group, dessen Aktie in den letzten drei Monaten trotz eines zwischenzeitlich starken Rückgangs in Summe um über 50 Prozent zugelegt hat. Gute Zahlen und ein überzeugender Ausblick zeigen ihre Wirkung: zum Artikel

Eine positive Nachricht gab es zuletzt auch von der pyramid AG, die eine wichtige Wachtumshürde aus dem Weg geräumt hat: zum Artikel

Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.364 Prozent oder 14,1 Prozent p.a. (Stand: 25.04.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.

Erstellung am 27.04.26 um 7:40 Uhr.

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