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11.09.2019 14:36
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Frankfurter Ökonom: Niedrigzinsen können Konsum beeinträchtigen

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Niedrige Zinsen können nach Einschätzung des Frankfurter Ökonomen Olaf Stotz in das Gegenteil der von der Europäischen Zentralbank (EZB) beabsichtigten Wirkung umschlagen. "Die Niedrigzinsen haben nicht nur den positiven Effekt, den sich die Zentralbank wünscht, sondern auch einen verborgenen negativen", sagte Stotz bei einer Veranstaltung in der Frankfurt School of Finance, wo er Professor für Asset Management und Pension Economics ist. Er wies darauf hin, dass die steigenden Kosten der Altervorsorge die Konsumneigung beeinträchtigen könnten, und zwar sowohl kurz- als auch langfristig.

"Rational wäre es angesichts der höheren Kosten einer sicherheitsorientierten Anlage, die Sparrate zu erhöhen, und das wurde vom aktuellen Konsum abgehen", sagte er. Derzeit sei davon allerdings nichts zu bemerken. Eher gebe es Anhaltspunkte für einen höheren Konsum. Das birgt laut Stotz aber das Risiko, dass die Menschen im Alter weniger konsumieren können.

Der Ökonom plädiert angesichts des Niedrigzinsumfelds dafür, Anreize für Sparen in Aktien zu setzen, die eine höhere Rendite versprechen. "Die Rentenlücke muss geschlossen werden, sonst haben wir in zwei bis drei Jahrzehnten Altersarmut", sagte er. Dazu müssten die Menschen allerdings erst erzogen werden. "Jeder Einzelne muss seine Gedanken restrukturieren", forderte er.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

September 11, 2019 08:36 ET (12:36 GMT)

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