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14.03.2019 11:22
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Französische Experten untersuchen Absturz von Boeing-Maschine

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Nairobi (Reuters) - Französische Experten sollen die Ursache des Absturzes einer Boeing 737 MAX in Äthiopien herausfinden.

Der Stimmenrekorder und der Flugdatenschreiber seien nach Paris gebracht worden, teilte die betroffene Fluggesellschaft Ethiopian Airlines am Donnerstag mit. Sie würden im Laufe des Tages der französischen Behörde zur Aufklärung von Flugunfällen BEA ausgehändigt. Mittlerweile sind den Daten der Internetseite FlightRadar24 zufolge weltweit alle Maschinen des Unglücksmodells am Boden. Zuletzt hatte auch die US-Flugaufsicht FAA ein Flugverbot für 737 MAX-Maschinen erlassen, nachdem Europa und viele Länder rund um den Globus diesen Schritt gegangen waren. Das letzte Flugzeug dieses Typs landete am Mittwochabend sicher im kanadischen Halifax.

Am Sonntag war eine Maschine in Äthiopien aus bislang ungeklärten Gründen abgestürzt, 157 Menschen kamen ums Leben. Es war bereits das zweite Unglück mit einer relativ neuen 737 MAX; im November war ein Flugzeug in Indonesien ebenfalls kurz nach dem Start abgestürzt, dabei starben 189 Menschen. Danach war der Verdacht aufgekommen, eine fehlerhafte Kontrollsoftware könnte der Grund gewesen sein. Neue Hinweise beim Absturz in Äthiopien deuteten auf Ähnlichkeiten hin, "die genauere Untersuchungen erfordern, ob es möglicherweise eine gemeinsame Ursache gibt", erklärte die FAA. Das sollen nun die Experten in Paris herausfinden. Boeing hatte bereits Nachbesserungen an der Software angekündigt. Das werde aber mehrere Monate dauern, sagte FAA-Chef Dan Elwell am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

FLUGVERBOT VERURSACHT JEDEN TAG KOSTEN

Weltweit warten Fluglinien, Behörden und nicht zuletzt der US-Flugzeughersteller auf Aufklärung und Informationen, ob und wann die 737 MAX-Maschinen wieder fliegen dürfen. Denn jeder Tag, an dem die Flugzeuge nicht eingesetzt werden können, verursacht bei den Airlines Kosten, weil sie Ersatzflugzeuge einsetzen und Piloten und Flugbegleiter umdisponieren müssen. Hinzu kommen Zahlungen an Leasingfirmen, die anfallen, auch wenn die Flugzeuge nicht fliegen, ebenso wie Kosten, um die Maschinen auf den Flugplätzen zu parken. Das alles könnte sich Schätzungen zufolge auf 150.000 Dollar pro Flugzeug und Tag summieren. Unter Druck gerät aber vor allem der Boeing-Konzern, der weiter von der Sicherheit der 737 MAX überzeugt ist. Der Mittelstreckenflieger ist die neueste Modell-Generation von Boeings Verkaufschlager 737 und ist bei Airlines sehr beliebt. Mehr als 5000 Bestellungen hat Boeing eingesammelt, aber knapp vierhundert sind erst ausgeliefert.

Die Auslieferungen sind nun praktisch gestoppt. "Welche Fluglinie will schon ein Flugzeug geliefert bekommen, das sie nicht nutzen kann", sagte ein Flugzeugfinanzierer, der nicht genannt werden wollte. Die Produktion in dem Werk bei Seattle geht aber weiter, weil ein Anhalten zu viele Verwerfungen in der Zulieferkette verursachen würde, erwarten Experten. Boeing produziert 52 Flugzeuge im Monat, der Löwenanteil davon wohl das betroffene Modell. Eine genaue Zahl wollte Boeing nicht nennen. Die fertig produzierten Flugzeuge müssen nun erstmal bei Boeing gelagert werden. Analysten schätzen, dass das Flugverbot den US-Konzert jeden Monat 1,8 bis 2,5 Milliarden Dollar an Umsatz kosten könnte, auch wenn der sich vermutlich nur verschiebt.

Doch die Probleme des Hoffnungsträgers, der innerhalb weniger Monate sooft bestellt wurde wie kein anderes Boeing-Modell vorher, könnten den Flugzeugbauer vor allem langfristig belasten. Die Airline Norwegian Air fordert von Boeing Schadenersatz für die Kosten, die das sogenannte "Grounding" verursacht. Mehrere Fluglinien - etwa die von dem Absturz in Indonesien betroffene Lion Air oder die indonesische Airline Garuda - denken darüber nach, die Boeing-Maschinen abzubestellen. Das Konkurrenzmodell des Erzrivalen Airbus ist der A320neo. Doch ein Umschwenken auf Airbus-Flugzeuge sei nicht so einfach, gibt Robert Stallard, Analyst bei Vertical Research Partners, zu bedenken. Airbus sei bei der Produktion auf Jahre hinaus ausgelastet.

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