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26.03.2020 12:41

Fratzscher: Normalisierung der Wirtschaft im Idealfall bis Jahresende

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Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Selbst bei einem möglichen Wiederanlaufen der deutschen Wirtschaft "idealerweise im Mai" rechnet der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, nur mit einer schleppenden Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland nach dem gegenwärtigen Stillstand. "Ich befürchte, eine Normalisierung bis zum Sommer ist extrem unrealistisch", sagte Fratzscher dem Nachrichtensender Welt. Klar sei, das Thema Gesundheit und Schutz des Menschenlebens habe Vorrang.

"Selbst wenn die Wirtschaft im Mai wieder anlaufen könnte, also wenn man eine überzeugende Exitstrategie hat, dann können wir nicht damit rechnen, dass innerhalb von vier oder acht Wochen die Wirtschaft wieder rund läuft", erklärte der Ökonom. Man werde nur einen graduellen Anstieg sehen. Es brauche sehr lange, um die Wirtschaft wieder hochzufahren. Im "Idealfall, wenn wirklich der Exit im Mai/Juni gelingt" werde die Wirtschaft am Ende des Jahres wieder rund laufen. "Wir werden viele, viele Jahre auch noch einen wirtschaftlichen Schaden haben", warnte der DIW-Chef aber.

Unterdessen warnte der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, in der Debatte über eine Exitstrategie aus den Corona-Schutzmaßnahmen vor verfrühten Schritten und forderte zunächst eine bessere Versorgung der Bevölkerung mit Schutzmasken. "Die Exitstrategie muss so gestaltet werden, dass ein neuerlicher massiver Anstieg der Infektionen verhindert wird", sagte Fuest der Rheinischen Post. "Elemente einer solchen Strategie sind eine möglichst flächendeckende Verwendung von Masken und ein besonderer Schutz der Risikogruppen", sagte er.

Die Verfügbarkeit von Masken spiele eine Schlüsselrolle. Man werde die Bereiche der Wirtschaft schrittweise öffnen, Bars und Diskotheken blieben aber voraussichtlich länger geschlossen. "Man muss der Bevölkerung klar kommunizieren, dass Schritte zur Lockerung des 'Shutdowns' immer nur vorläufig sind. Wir müssen uns hier schrittweise vortasten", sagte Fuest. Jede Verlängerung habe hohe Kosten für die Volkswirtschaft. Sie beliefen sich je nach Umfang der Schließungen auf "zwischen 25 und 55 Milliarden Euro".

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/jhe

(END) Dow Jones Newswires

March 26, 2020 07:41 ET (11:41 GMT)

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