finanzen.net
18.05.2018 15:16
Bewerten
(0)

Fresenius verteidigt abgeblasene Akorn-Übernahme

Fresenius verteidigt abgeblasene Akorn-Übernahme | Nachricht | finanzen.net
DRUCKEN
Fresenius-Chef Stephan Sturm hat die Absage des geplanten Kaufs des US-Generikaherstellers Akorn verteidigt.
"Die Entscheidung haben wir uns zwar nicht leicht gemacht", sagte er am Freitag auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Am Ende habe es aber nur die "logische Konsequenz" gegeben, die Übernahme nicht weiter zu verfolgen. Der Gesundheitskonzern hatte den 4,4 Milliarden Euro schweren Zukauf im April abgeblasen. Fresenius wirft der obersten Akorn-Führung eklatanten Betrug im Zusammenhang mit gefälschten Daten in den USA vor. Akorn will die Übernahme nun juristisch durchsetzen.

Sturm wies Vorwürfe zurück, der Konzern habe vor dem Angebot bei Akorn womöglich nicht richtig hingeschaut. "Das war die intensivste Prüfung, die ich bei Fresenius erlebt habe. Sie entsprach höchsten Standards." Die Verstöße seien in Bereichen passiert, in die Fresenius keinen Einblick haben durfte. Sturm führte dies auf die Börsennotierung von Akorn zurück und darauf, dass das Unternehmen ein direkter Wettbewerber der Tochter Kabi sei. "Wir sind an den Rand dessen gegangen, was zulässig war. Überall dort, wo wir nicht hinschauen konnten, haben wir uns im Rahmen des Kaufvertrags sehr gute Absicherungen geben lassen."

Für Fresenius sei der Fall Akorn eine neue Situation. "So etwas gab es in der Tat noch nicht", sagte Sturm. Das Unternehmen ist durch mehrere Milliardenzukäufe zu einem globalen Firmenkonglomerat in der Gesundheitsbranche gewachsen. Immer wieder wird Fresenius auch als "Akquisitionsmaschine" bezeichnet. Auch die Tochter Kabi, deren Nordamerikageschäft durch die Akorn-Übernahme hätte gestärkt werden sollen, wurde wiederholt durch Zukäufe ausgebaut. So beruht Sturm zufolge der Erfolg von Kabi in Nordamerika auf der 3,7 Milliarden Euro schweren Übernahme des Generikaspezialisten APP, mit der Kabi 2008 überhaupt erst in den US-Pharmamarkt eintrat. Nun will Fresenius auch ohne Akorn sein Geschäft mit Nachahmermedikamenten in Nordamerika ausbauen.

AKORN KOSTET FRESENIUS BISLANG 60 MIO EURO VOR STEUERN

Anfang Juli werden sich die beiden Unternehmen vor Gericht wiedertreffen. Aktionärsvertreter wollten vom Vorstand vor allem wissen, mit welchen finanziellen Risiken durch den abgesagten Akorn-Kauf zu rechnen ist und wie lange sich das Verfahren hinziehen wird. Bislang seien bei Fresenius transaktionsbezogene Kosten von insgesamt 60 Millionen Euro vor Steuern angefallen, sagte Sturm. Der Konzern müsse noch prüfen, inwiefern Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Prozess gebildet werden müssten. Von Akorn fordert Fresenius Schadenersatz. Fresenius beschuldigt das Akorn-Management, es habe der US-Arzneimittelbehörde FDA nicht hinreichend geprüfte beziehungsweise sogar gefälschte Daten übermittelt.

Die Amerikaner hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Die von Fresenius angeführten Probleme der Datenintegrität seien in der Generika-Branche nicht ungewöhnlich. Fresenius wolle diese nun nutzen, um sich aus dem Deal aus finanziellen Gründen zurückzuziehen. "Jetzt muss ein Gericht in den USA entscheiden. Wir halten unsere Kündigung für richtig und gut begründet", sagte Sturm. Er gehe davon aus, dass das Gerichtsverfahren 2019 abgeschlossen werden könne. Bislang handele es nur um eine zivilrechtliche Auseinandersetzung zwischen Akorn und Fresenius. Die Ergebnisse der Untersuchung, die Fresenius auf einen anonymen Hinweis eingeleitet hatte, lägen aber auch der FDA vor. "Was die Konsequenzen der FDA daraus sind, bleibt abzuwarten."

Frankfurt (Reuters)

Bildquellen: Akorn, Casimiro PT / Shutterstock.com, Fresenius Medical Care
Anzeige

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
WAVE Unlimited auf FreseniusDS3U50

Nachrichten zu Fresenius SE & Co. KGaA (St.)

  • Relevant
  • Alle
    2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Fresenius SE & Co. KGaA (St.)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
05.10.2018Fresenius SECo buyDeutsche Bank AG
04.10.2018Fresenius SECo OutperformBernstein Research
02.10.2018Fresenius SECo OutperformBernstein Research
02.10.2018Fresenius SECo HaltenDZ BANK
02.10.2018Fresenius SECo buyCFRA
05.10.2018Fresenius SECo buyDeutsche Bank AG
04.10.2018Fresenius SECo OutperformBernstein Research
02.10.2018Fresenius SECo OutperformBernstein Research
02.10.2018Fresenius SECo buyCFRA
02.10.2018Fresenius SECo buyWarburg Research
02.10.2018Fresenius SECo HaltenDZ BANK
01.10.2018Fresenius SECo NeutralGoldman Sachs Group Inc.
01.10.2018Fresenius SECo HoldJefferies & Company Inc.
25.09.2018Fresenius SECo HoldJefferies & Company Inc.
03.09.2018Fresenius SECo HoldHSBC
17.09.2018Fresenius SECo SellUBS AG
06.08.2018Fresenius SECo SellUBS AG
02.08.2018Fresenius SECo SellUBS AG
31.07.2018Fresenius SECo SellUBS AG
19.07.2018Fresenius SECo SellUBS AG

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Fresenius SE & Co. KGaA (St.) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

+ 13,1 % pro Jahr

Der Finanz­mathematiker Michael Schnoor forscht seit mehr als 20 Jahren daran, wie sich Risiken reduzieren und Renditen steigern lassen. Im Online-Seminar erklärt er, wie es funktioniert.
Hier kostenlos anmelden
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX schließt mit kräftigen Aufschlägen -- Wall Street im Plus -- Netflix übertrifft Erwartungen -- Richter stimmt Einigung zwischen Tesla-Chef und SEC zu -- Volkswagen, Merck im Fokus

Morgan Stanley und Goldman Sachs mit Gewinnplus. METRO baut Online-Angebot für unabhängige Gastronomie aus. Walmart senkt Jahresprognose. BMW und Daimler machen Zugeständnisse bei Carsharing-Fusion. Investor Cevian will bei thyssenkrupp keine Ruhe geben. US-Industrie steigert Produktion zum vierten Mal in Serie. ZEW-Index stürzt ab. Talanx kappt Gewinnziel.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die lebenswertesten Städte 2018
In welcher Stadt ist die Lebensqualität am höchsten?
Deutschlands wohlhabendste Selfmade-Milliardäre
Das sind die reichsten Selfmade-Milliardäre in Deutschland
Die Dauerkartenpreise der Fußball-Bundesliga 2018/2019
Wo gibt es die günstigsten Dauerkarten?
So viel verdienen die reichsten Amerikaner pro Stunde
Wer ist an der Spitze?
Das sind die kreativsten Unternehmen der Welt
Welcher Global Player ist vorne mit dabei?
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie, dass Angela Merkel Anfang Dezember auf dem Parteitag der CDU als Parteichefin wiedergewählt wird?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Netflix Inc.552484
Lufthansa AG823212
Aurora Cannabis IncA12GS7
Amazon906866
TeslaA1CX3T
Deutsche Bank AG514000
Apple Inc.865985
Daimler AG710000
Wirecard AG747206
BVB (Borussia Dortmund)549309
EVOTEC AG566480
Steinhoff International N.V.A14XB9
BASFBASF11
CommerzbankCBK100
NEL ASAA0B733