26.06.2022 12:47

G7-BLOG/BDI fordert von G7 Signal für offene Märkte

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Entwicklungen, Kommentare und Einschätzungen rund um den Gipfel der Gruppe ?sieben ?führender Volkswirtschaften und Demokratien (G7) vom 26. bis 28. Juni auf Schloss Elmau:

BDI fordert von G7 Signal für offene Märkte

Die deutsche Wirtschaft hat von den G7-Staaten ein klares Bekenntnis zum Freihandel gefordert. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, forderte im Handelsblatt, dass vom G7-Gipfel "ein starkes Signal für internationalen Handel und für offene Märkte ausgehen" müsse. Die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den G7-Staaten in Europa, Nordamerika und Asien, die wichtige Werte teilen, sei "höher denn je", sagte Russwurm. Zugleich müssten die G7 einer sich "abzeichnenden Blockbildung und Desintegration der Weltwirtschaft entgegenwirken". Die G7 müssten sich daher darauf verständigen, Abhängigkeiten zu reduzieren, um die Widerstandsfähigkeit von Wertschöpfungsketten auszubauen.

Johnson lobt Scholz für Vorgehen gegen Russland im Ukraine-Krieg

Der britische Premierminister Boris Johnson hat das Vorgehen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gegen Russland im Ukraine-Krieg gelobt. "Ich hätte nie im Leben geglaubt, dass ein deutscher Bundeskanzler sich so engagieren würde", sagte Johnson vor Beginn des G7-Gipfels auf Schloss Elmau in Bayern. Scholz habe den Ukrainern Waffen geschickt und trotz der großen Abhängigkeit Deutschlands vom russischem Gas eine harte Linie gegenüber Moskau eingeschlagen. Deutschland sehe sich nun "echtem Druck" ausgesetzt und müsse sein Gas aus anderen Quellen beziehen, sagte Johnson. "Aber sie tun es. Sie geben sich Mühe. Sie bringen das Opfer, (...) weil sie erkennen, dass der Preis der Freiheit es wert ist, ihn zu zahlen."

Stahlfirmen für Klimaclub und wirksamen Carbon-Leakage-Schutz

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl unterstützt die klimapolitische Initiative der G7 zur Bildung eines internationalen Klimaclubs und fordert einen wirksamen Carbon-Leakage-Schutz. "Wir brauchen diese internationalen Anstrengungen, um mögliche Handelskonflikte zu entschärfen, Standards zu vereinbaren und grüne Märkte zu etablieren", erklärte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl. "Gleichwohl darf die Initiative nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die klimapolitischen Ambitionsniveaus auch zwischen den potentiellen Clubmitgliedern noch sehr lange massiv unterscheiden werden." Es sei nicht damit zu rechnen, dass durch einen Klimaclub perspektivisch international vergleichbare Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden können. Daher bleibe für vergleichbare Bedingungen ein wirksamer Carbon-Leakage-Schutz unverzichtbar. "Hierfür muss sich die Bundesregierung in Brüssel gerade in diesen Tagen, in denen ein CO2-Grenzausgleich und der Emissionshandel verhandelt werden, stark machen", so Kerkhoff.

Großbritannien, USA, Japan, Kanada verbieten Gold-Import aus Russland

Vor Beginn des G7-Gipfels haben Großbritannien, die USA, Japan und Kanada eine Ausweitung ihrer Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs angekündigt. Die vier G7-Länder würden "in Kürze" ein Verbot der Einfuhr von russischem Gold in Kraft setzen, teilte die britische Regierung am Sonntag mit. Premier Boris Johnson will demnach bei dem Treffen der großen Industriemächte auf Schloss Elmau in Bayern die anderen Staaten drängen, sich dem Schritt anzuschließen. Der Schritt werde "die russischen Oligarchen direkt treffen" und "das Herz der Kriegsmaschinerie" von Präsident Wladimir Putin angreifen, sagte Johnson laut britischer Regierung. "Wir müssen dem Putin-Regime den Geldhahn zudrehen Auch in der EU gibt es Gespräche über Sanktionen gegen Russland im Gold-Handel. Bisher gibt es aber noch keine Beschlüsse dazu. Die EU-Länder unter den G7-Staaten sind Deutschland, Frankreich und Italien. Gold sei Russlands wichtigstes Exportgut außerhalb des Energiebereichs, erklärte die britische Regierung.

Ischinger sieht Westen vor dem G7-Gipfel in der Defensive

Der langjährige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sieht den Westen vor dem G7-Gipfel in Elmau in der Defensive. "Den eigentlichen Sinn dieses Gipfels sehe ich in der Bekräftigung der westlichen Entschlossenheit, eine regelbasierte internationale Ordnung gegen massive Völkerrechtsbrüche wie die von Putin zu verteidigen", sagte der frühere Spitzendiplomat dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel (Sonntagsausgabe): "Es ist ein Defensivtreffen zur Verteidigung unserer Werte und Regeln." Der Irak-Krieg und der Afghanistan-Krieg hätten die Glaubwürdigkeit des Westens erschüttert, meinte der heutige Chef des Stiftungsrats der Sicherheitskonferenz. "Deshalb hat der Westen im Ringen mit Russland und China keine besonders guten Karten", meinte er: "Wir haben da eine sehr ungünstige Ausgangsposition." Die Kosten von 170 Millionen Euro für das Treffen verteidigte Ischinger. "Angesichts des offenkundigen Zerfalls einer regelbasierten internationalen Ordnung ist jeder Versuch sinnvoll, multilaterale Politik am Leben zu halten und zu stärken", erklärt er. "Dieses Geld ist gut angelegt."

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/cbr

(END) Dow Jones Newswires

June 26, 2022 06:48 ET (10:48 GMT)

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