07.09.2021 12:57

GDL will vorerst nicht wieder streiken

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Berlin (Reuters) - Die Lokführergewerkschaft GDL plant will nach dem dritten und bisher längsten Streik eine Pause im Arbeitskampf einlegen.

"Man muss natürlich der anderen Seite auch ein stückweit etwas Zeit geben und Gelegenheit, sich zu korrigieren", sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Dienst im MDR. Er denke, dass das immer noch möglich sei. Weselsky zufolge hat sich der Bahn-Vorstand festgefahren. "Dann ist es natürlich nicht einfach, von diesem gesattelten Pferd abzusteigen." Er setze aber auf eine Lösung, auch der Bund als Eigentümer sei gefordert. Die Deutsche Bahn erklärte, man sei fest davon überzeugt, dass in der Tarifrunde am Verhandlungstisch eine Lösung erreicht werden könne. Wesentliche Forderungen der Gewerkschaft seien schon erfüllt. "Die GDL muss endlich ihre Blockade aufgeben und verhandeln. Die DB ist dazu jederzeit bereit."

Laut Bahn läuft der Verkehr nach dem Streik-Ende am frühen Dienstagmorgen inzwischen wieder fast normal. Dies gelte etwa für die S-Bahn-Züge in den Metropolen Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und München. Auch der Regionalverkehr stehe inzwischen wieder vollständig zur Verfügung. Im Fernverkehr mit IC und ICE gebe es bis auf wenige Ausnahmen keine Ausfälle.

Der Konzern hatte am vergangenen Mittwoch kurz vor Streikbeginn noch versucht, mit einem neuen Angebot den bis Dienstagfrüh angekündigten Arbeitskampf zu verhindern. Nachdem die GDL dies abgelehnt hatte, hatte die Bahn vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt versucht, den Ausstand als unverhältnismäßig untersagen zu lassen. Damit scheiterte sie.

Die Bahn hatte der Gewerkschaft zuletzt unter anderem eine Corona-Prämie für 2021 von bis zu 600 Euro sowie eine Verkürzung der Laufzeit eines Tarifvertrags von 40 auf 36 Monate in Aussicht gestellt. Dabei sollten die Löhne in zwei Stufen um 3,2 Prozent steigen. Die Gewerkschaft verlangt zwar unter anderem auch 3,2 Prozent, aber mit früheren Zahlungen.

Weselsky betonte im MDR, die Forderung der GDL, einen Tarifvertrag für alle ihre Mitglieder abzuschließen, sei legitim. Dazu gehörten auch Fahrdienstleiter oder Werkstattmitarbeiter. "Solange uns die Deutsche Bahn begrenzen will auf Lokführer und Zugbegleiter, werden wir nicht in den Verhandlungsmodus einrücken können."

Mit der größeren und konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte die Bahn allerdings bereits 2020 einen Sanierungstarifvertrag geschlossen.

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