GDV: In der Versicherungsbranche wächst der Optimismus

24.05.24 11:31 Uhr

BERLIN (Dow Jones)--Die Versicherungsbranche sieht eine Wende zum Besseren und erwartet angesichts steigender Reallöhne einen erhöhten Spielraum für die Altersversorge. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verwies angesichts des wachsenden Optimismus in der Branche auf den vom Ifo-Institut ermittelten Geschäftsklima-Index für den Sektor, der im ersten Quartal kräftig um 9,3 auf 15,7 Punkte geklettert ist und damit erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie Ende 2019 wieder über dem langfristigen Mittelwert von 12,5 Punkten liegt.

"Die konjunkturelle Dynamik ist zwar noch schwach. Negative Effekte sind allerdings kaum mehr zu erwarten", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. "Die Zuversicht der Unternehmen ist inzwischen hoch. Die Frage ist, inwieweit sich der Optimismus tatsächlich in einem besseren Geschäftsverlauf widerspiegeln wird."

Im Ifo-Index für die Branche habe sich vor allem die Beurteilung der aktuellen Situation deutlich verbessert, auch wenn er mit 6 Punkten noch unter dem langfristigen Durchschnitt von 12 Punkten liegt. Wesentlich besser sei hingegen der Ausblick auf die kommenden sechs Monate, denn die Geschäftserwartungen legten gegenüber dem Vorquartal um 4,1 auf 26 Punkte zu und ist liegen damit nahezu doppelt so hoch wie das langfristige Mittel von 13,3 Punkten.

Wende in der Lebensversicherungssparte

In der Lebensversicherung verbesserte sich der Ifo-Teilindex zur Lage. Nach Ansicht von Asmussen könnte ein Grund dafür die sinkende Inflation sein - und die damit steigenden Reallöhne.

"Höhere Einkommen geben den Menschen mehr Spielraum für ihre private Altersvorsorge", sagte Asmussen. Mit dem Zinsanstieg würden zugleich klassische Lebensversicherungen attraktiver, fondsgebundene Policen profitierten ihrerseits vom weiter positiven Börsenumfeld, so der GDV-Hauptgeschäftsführer.

Kaum Veränderungen habe es hingegen in der Schaden- und Unfallversicherung gegeben. Auffällig ist laut GDV die weiterhin starke Diskrepanz zwischen aktueller Lagebeurteilung - mit minus 14,7 Punkten - und den Geschäftserwartungen, die mit 38,2 Punkten deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 10,6 Punkten liegen.

"Die aktuelle Lage wird besonders von der Situation in der Kfz-Sparte beeinflusst, die mit Kostensteigerungen und im Durchschnitt mit Verlusten zu kämpfen hat", sagt Asmussen. Der demgegenüber positive Ausblick könnte darauf hindeuten, dass die Unternehmen mit steigenden Beitragseinnahmen rechnen.

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DJG/aat/jhe

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May 24, 2024 05:32 ET (09:32 GMT)