Gegner von Stuttgart 21 mit neuem Appell an Kanzlerin Merkel


STUTTGART (dpa-AFX) - Mit einem Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben Gegner von Stuttgart 21 bei der 400. sogenannten Montagsdemo gegen das milliardenschwere Bahnprojekt protestiert. Sie forderten erneut einen Stopp der Baumaßnahmen am Stuttgarter Hauptbahnhof. Noch sei es nicht zu spät, die Baugruben sinnvoll umzunutzen, hieß es. Die Bürger erwarteten von der Politik, dass sie auf Kostensteigerungen, Zeitverzug und eine insgesamt verfahrene Situation nicht mit einem "sturen und unreflektierten" "weiter so" reagiere.

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Den Angaben der Veranstalter nach kamen rund 4000 Teilnehmer unter dem Motto "Projekt entgleist - Umstieg jetzt!" zusammen. Die Polizei sprach dagegen von rund 1400 Demonstranten. "Statt Klimaziele aufzugeben, muss Kanzlerin Merkel dafür sorgen, dass die bundeseigene Deutsche Bahn das klima- und verkehrspolitisch schädliche Projekt Stuttgart 21 aufgibt", sagte der Pressesprecher der Projektgegner, Matthias von Herrmann.

"Auch Stuttgart 21 steht wie viele Großprojekte für eine rein profitgetriebene Ökonomie, und somit für klimaschädigendes und zerstörerisches Wirtschaftswachstum", kritisierte der ehemalige Hausregisseur am Stuttgarter Schauspiel, Volker Lösch, als Redner bei der Demo. Zuvor hatte er Stuttgart 21 als "Deutschlands teuerstes, sinnlosestes, korruptestes, kriminellstes und dümmstes Infrastrukturprojekt" bezeichnet.

Das Aktionsbündnis wirbt für ein Alternativkonzept. Es sieht die Modernisierung des Kopfbahnhofes (K 21) und dessen Anbindung über das Neckartal an die Neubaustrecke in Richtung Ulm vor. Die ausgehobene Riesen-Baugrube im Herzen der Stadt soll ein Mobilitätsdrehkreuz mit Parkgarage, Fernbusbahnhof, Fahrrad-Abstellplatz und Mietwagen-Firmen werden. Nach eigenen Angaben ist die Alternative rund Milliarden Euro günstiger als Stuttgart 21.

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Die Bahn musste kürzlich einräumen, dass das Bahnprojekt Stuttgart 21 mit einem neuen Tiefbahnhof in Stuttgart sowie einer Bahntrasse Richtung Ulm deutlich teurer und später fertig wird als geplant. Inzwischen liegen die Schätzungen bei einer Bausumme von bis zu 7,9 Milliarden Euro. Zudem soll der neue Bahnhof erst im Jahr 2024 in Betrieb gehen, drei Jahre später als zuletzt gedacht. Auch Pläne der Bahn, weniger Züge am geplanten Bahnhof am Landesflughafen halten zu lassen als zugesagt, sorgten für Ärger./ngu/DP/he

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