finanzen.net
16.12.2018 14:48
Bewerten
(0)

GESAMT-ROUNDUP/Weniger Zulauf bei 'Gelbwesten'-Protest: Der Anfang vom Ende?

DRUCKEN

PARIS (dpa-AFX) - Keine geplünderten Läden, keine beschädigten Geschäfte und brennenden Barrikaden: Diesmal sind die befürchteten Szenarien bei den "Gelbwesten"-Protesten in Frankreich ausgeblieben. Dem Aufruf zu protestieren folgten am Samstag landesweit nur noch rund 66 000 Menschen, um die Hälfte weniger als in der Woche davor. Ist das der Anfang vom Ende, fragen sich nun viele Beobachter - oder eine Wende, weil die Forderungen der Demonstranten politischer geworden sind?

Auf den Spruchbändern der Demonstranten stand "Macron tritt zurück!" und vor allem "RIC". Diese Abkürzung steht für "Référendum d'initiative citoyenne", also Referendum auf Initiative von Bürgern. Viele der Demonstranten wollen mehr direkte Demokratie, sie wollen mitreden können - ähnlich wie die Schweizer bei den Volksinitiativen.

Ursprünglich richtete sich die seit Wochen anhaltende Wut der "Gelbwesten" gegen die geplanten Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel, gegen hohe Lebenshaltungskosten und die Reformpolitik der Mitte-Regierung von Staatschef Emmanuel Macron. Um den Konflikt zu entschärfen, hat Macron Maßnahmen in Milliardenhöhe versprochen.

Ob die Zugeständnisse gewirkt haben oder der Aufruf der Regierung nach dem Terroranschlag von Straßburg am Dienstag, nicht zu demonstrieren: Am Samstag waren mehr Polizisten auf der Straße als Demonstranten. Dem Innenministerium zufolge standen in der Hauptstadt Paris den mehr als 2000 Demonstranten rund 8000 Sicherheitskräfte gegenüber. Landesweit waren 69 000 Polizisten im Einsatz.

Einige Beobachter sehen in dem geringen Zulauf das beginnende Ende der Bewegung, andere hingegen eine Wende von einer sozialen Bewegung hin zu einer politischen Protestgruppe. Die Forderungen, die am Samstag auf den Spruchbändern zu lesen waren, entsprechen teilweise jenen der rechtsextremen Partei Rassemblement National von Marine Le Pen, darunter die Forderungen nach einem Bürgerreferendum und einem Frexit, einem Ausstieg Frankreichs aus der EU.

In Paris kam es vor allem auf der Prachtstraße Champs-Élysées wieder zu Spannungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, dabei wurden auch Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt. Auch in Bordeaux und Toulouse kam es zu Rangeleien. Mehr als 150 Personen wurden festgenommen. In der Vorwoche hatte es rund 2000 Festnahmen gegeben. Während vor einer Woche Geschäfte und viele Sehenswürdigkeiten und Museen geschlossen wurden, blieben diesmal zahlreiche Einrichtungen offen wie der weltberühmte Louvre und der Eiffelturm.

Nach Einschätzung der Regierung haben die Straßenblockaden und Proteste spürbaren Einfluss auf das Wirtschaftswachstum des Landes. Die französische Nationalbank hat die Wachstumserwartungen für das laufende Quartal von 0,4 auf 0,2 Prozent halbiert.

Nach der Ansicht des früheren Grünen-Europapolitikers Daniel Cohn-Bendit ist die rechtsextreme Partei Rassemblement National der Nutznießer der "Gelbwesten"-Proteste in Frankreich. Die inzwischen von den Demonstranten erhobene Forderung nach Volksinitiativen sei "eine Losung von Marine Le Pen", sagte Cohn-Bendit dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Die Forderung laufe auf eine "Aufhebung der parlamentarischen Demokratie" hinaus, kritisierte er.

Der Co-Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, wirbt für Demonstrationen nach dem Vorbild der französischen "Gelbwesten" auch in Deutschland - zum Protest gegen die Politik der großen Koalition. "Die Bevölkerung bei uns ist geduldiger, da dauert es länger, bis es vom Kopf in die Füße geht", sagte er der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagausgabe)./sg/DP/jha

Mehr Rendite mit nachhaltigen Investments

Nachhaltige Investments sind nicht nur gut fürs Gewissen, sie bieten langfristig auch mehr Rendite als klassische Geldanlagen. Worauf Sie bei der Auswahl solcher Anlageprodukte achten sollten, erläutern zwei Investment-Profis im Online-Seminar am Mittwoch. Um 18 Uhr geht's los!
Jetzt Platz sichern!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX zurückhaltend -- Börsen in Asien uneinheitlich -- Briten-Parlament stimmt gegen Brexit-Deal -- Home24 verfehlt 2018 reduziertes Umsatzziel -- United Continental verdient mehr als erwartet

Finanzchef des Facebook-Rivalen Snap nimmt seinen Hut. UBS warnt nach Brexit-Schlappe vor Investitionen in Großbritannien. Samsung tritt Login-Allianz Verimi bei. Reckitt Benckiser sucht neuen Chef - CEO Kapoor geht 2019 in Rente. Santander lässt Ex-UBS-Manager als designierten Konzernchef fallen. Facebook verschärft Anzeigenregeln in Ländern mit Wahlen.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Abschlüsse der DAX-Chefs
Diese Studiengänge haben die DAX-Chefs absolviert
Die Performance der DAX 30-Werte in 2018.
Welche Aktie macht das Rennen?
Das sind die reichsten Länder Welt 2018
USA nicht mal in den Top 10
Die Performance der Rohstoffe in in 2018.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Wie viele Zinserhöhungen der US-Notenbank erwarten Sie 2019?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Aurora Cannabis IncA12GS7
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Amazon906866
Apple Inc.865985
SteinhoffA14XB9
CommerzbankCBK100
Wirecard AG747206
Deutsche Post AG555200
EVOTEC AG566480
BASFBASF11
BayerBAY001
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400