finanzen.net
Das comdirect Depot - Handeln für nur 3,90 €1 pro Order im 1. Jahr. Kostenlose Depotführung - garantiert für 3 Jahre², persönlicher Service und mehr.-w-
15.01.2020 15:56
Bewerten
(0)

GESAMT-ROUNDUP: Wirtschaft verliert an Tempo - Hoffnung auf Einigung USA/China

BERLIN/LONDON (dpa-AFX) - Der Konjunkturboom in Deutschland ist vorerst beendet. Europas größte Volkswirtschaft wuchs im vergangenen Jahr nur noch um 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin anhand vorläufiger Daten mitteilte. Es war das schwächste Plus seit sechs Jahren und deutlich weniger als noch 2018 mit 1,5 Prozent. Spuren hinterließen unter anderem globale Handelskonflikte. Die Hoffnungen ruhen nun auf einer Entschärfung des Streits zwischen den USA und China. Das Weltwirtschaftsforum (WEF) mahnte eine sofortige Kooperation von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Kampf gegen den Klimawandel und andere Risiken an.

Die drängendsten Herausforderungen seien die Klimakrise, der Verlust der biologischen Vielfalt und ein rekordverdächtiger Artenrückgang, stellte das WEF fest. "Die Welt kann nicht darauf warten, dass sich der Nebel der geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheit lüftet", so die Organisation bei der Vorstellung ihres Weltrisikoberichts in London. Konkret nannte WEF-Präsident Borge Brende eine Woche vor dem Jahrestreffen in Davos den Handelskrieg zwischen den USA und China als Grund zur Sorge - gepaart mit zunehmenden Schuldenlasten und niedrigem Wachstum vor allem der führenden Volkswirtschaften (G20).

In Deutschland bewahrten die Kauflust der Verbraucher und der Bauboom die Wirtschaft im vergangenen Jahr vor einer Vollbremsung. Für deutliche Schrammen sorgte hingegen die Flaute in der Industrie, die gut ein Viertel der Gesamtwirtschaft ausmacht. "Insbesondere die schwache Produktion in der Automobilindustrie, welche der größte Teilbereich der Industrie ist, trug zu diesem Rückgang bei", bilanzierten die Statistiker. Auch Schlüsselbranchen wie der Maschinenbau und die Elektro- und Chemieindustrie haben derzeit zu kämpfen.

Dabei spielen auch die lahmenden Ausfuhren der Exportnation Deutschland eine Rolle. Die sinkende Nachfrage nach "Made in Germany" ist eine Folge globaler Krisen und der Handelskonflikte, die derzeit die gesamte Weltkonjunktur dämpfen. Die Importe von Waren und Dienstleistungen legten 2019 stärker als die Ausfuhren zu. Unter dem Strich bremste der Außenhandel damit das Wirtschaftswachstum.

Mit einer durchgreifenden Besserung in diesem Jahr rechnen Volkswirte aktuell nicht. Hoffnungen ruhen auf einer Entspannung internationaler Handelskonflikte vor allem zwischen den USA und China. Die beiden größten Volkswirtschaft wollten am Mittwoch ein Teilabkommen besiegeln. Beide Seiten wollen bis auf Weiteres keine neuen Strafzölle mehr verhängen. Die seit 2018 eingeführten zusätzlichen Importgebühren werden aber zunächst im Wesentlichen bestehen bleiben.

Aus Sicht der deutschen Wirtschaft ist es bis zu einer greifbaren Entspannung im Welthandel aber noch ein weiter Weg. "Es bleibt jedoch fraglich, ob wir nun einen Kurswechsel in der Chinapolitik von US-Präsident Trump erleben werden", erklärte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Holger Bingmann. Vielmehr sei zu befürchten, dass es sich nur um ein zeitweiliges Einlenken vor der anstehenden Präsidentschaftswahl in den USA handele.

Deutschland ist nach Einschätzung der Liechtensteiner VP Bank 2019 "mit einem blauen Auge" davongekommen, vor allem dank des privaten Konsums. Die Kauflust der Verbraucher wird seit Jahren von relativ guten Tarifabschlüssen, niedriger Inflation, geringen Zinsen und der Rekordbeschäftigung getragen. Der private Konsum steht für mehr als 52 Prozent der Wirtschaftsleistung von gut 3,4 Billionen Euro. Die Konsumneigung dürfte nach derzeitiger Einschätzung der Nürnberger GfK-Experten auch 2020 hoch bleiben.

Auch die Konsumausgaben des Staates, zu denen unter anderem soziale Sachleistungen und Gehälter der Mitarbeiter zählen, legten den Angaben zufolge zu.

Von der immer noch wachsenden Wirtschaft und den anhaltend niedrigen Zinsen profitiert weiterhin auch der Fiskus, wenn auch nicht mehr so stark wie noch 2018. Der deutsche Staat hat nach Berechnungen der Statistiker 2019 zum sechsten Mal in Folge deutlich mehr Geld eingenommen als ausgegeben.

Der Überschuss von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialkassen machte unter dem Strich 1,5 Prozent des BIP aus, nach 1,9 Prozent im Vorjahr. Der Überschuss belief sich auf insgesamt 49,8 Milliarden Euro. Ein Defizit hatte Deutschland zuletzt 2011 verbucht. Danach gab es zwei Jahre mit einer ausgeglichenen Bilanz von 0,0 Prozent des BIP.

Deutschland ist mit dem Überschuss weit entfernt von der Defizit-Grenze des Maastricht-Vertrages, in dem sich die Europäer ein Haushaltsdefizit von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung erlauben./mar/kf/ben/bvi/DP/jha

Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Wochenende -- Wall Street schließt im Plus -- Glyphosat-Klagen gegen Bayer: Mediator hofft auf raschen Vergleich -- SAP, Airbus im Fokus

Boeing entdeckt neues Software-Problem bei 737 MAX. Jenoptik bleibt auf Militärgeschäft sitzen. Lufthansa setzt Flüge nach Teheran bis Ende März aus. Bisher kein Signal von Tesla für Billigung von Kaufvertrag. Richter sieht anscheinend weitere Punkte bei Winterkorn-Anklage kritisch. Schlumberger: Sonderbelastungen drücken Ergebnis. Microsoft startet große Klima-Initiative. Bitcoin übersteigt 9.000 US-Dollar-Marke.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Performance der Rohstoffe in in Q4 2019.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die Performance der DAX 30-Werte in Q4 2019.
Welche Aktie macht das Rennen?
Das Schwarzbuch 2019
Wo 2019 sinnlos Steuern verbrannt wurden
Die wertvollsten Marken der Welt 2019
Diese Unternehmen sind vorne mit dabei
Die beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland
Hier arbeiten die Deutschen am liebsten
mehr Top Rankings

Umfrage

Im Ringen um den Erhalt des Atomabkommens drohen die Europäer dem Iran mit härteren Schritten. Glauben Sie, dass der Atom-Deal noch zu retten ist?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Microsoft Corp.870747
Deutsche Bank AG514000
Wirecard AG747206
Ballard Power Inc.A0RENB
Apple Inc.865985
Daimler AG710000
NEL ASAA0B733
TeslaA1CX3T
Scout24 AGA12DM8
Amazon906866
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Varta AGA0TGJ5
BASFBASF11
BMW AG519000