Gewinnmitnahmen

NVIDIA-Aktie kann historische 6-Billionen-Dollar-Marke nicht knacken

15.05.26 22:10 Uhr

NVIDIA-Aktie scheitert im NASDAQ-Handel an 6-Billionen-Dollar-Marke | finanzen.net

Auf dem Weg zu einer Rekord-Marktkapitalisierung von sechs Billionen US-Dollar haben die Aktien von NVIDIA am Freitag einen Rückschlag erlitten.

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In einem von Gewinnmitnahmen und erneut aufgeflammten Inflationsängsten geprägten Umfeld sackten die Papiere des Chipherstellers an der NASDAQ letztlich um 4,42 Prozent auf 225.32 US-Dollar ab. Damit zählten sie zu den Schlusslichtern im Leitindex Dow Jones Industrial.

Die zuletzt im Zuge des Booms rund um Künstliche Intelligenz von Rekord zu Rekord geeilten Anteilscheine von NVIDIA litten gleich zweifach unter den mit Enttäuschung aufgenommenen Ergebnissen des Gipfeltreffens zwischen den USA und China.

Zum einen erfüllten sich die Hoffnungen der Anleger nicht, dass China im Iran-Krieg zwischen den USA und dem Iran als Vermittler tätig wird. Damit bleibt die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus weiter faktisch geschlossen, was Inflationsängste und Sorgen um das Wachstum der Weltwirtschaft neu entfachte. Darunter litten die sehr konjunktursensiblen Technologiewerte wie NVIDIA besonders.

Zum anderen seien auch beim Handel einige Vereinbarungen zwischen Washington und Peking hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückgeblieben, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. So hat China nach Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump nicht wie erhofft H200-Chips von NVIDIA gekauft, die speziell für generative KI entwickelt wurden. Die Chinesen hätten sich dagegen entschieden, sie wollen ihre eigenen Chips entwickeln, sagte der US-Präsident.

Handelsminister Howard Lutnick hatte letzten Monat gesagt, dass zwar für den Verkauf einiger H200-Chips an China Genehmigungen erteilt worden seien, jedoch noch keine exportiert worden seien. Denn die Regierung in Peking hatte ihren Technologieunternehmen den Kauf der Chips nicht gestattet. Die kurzfristige Aufnahme von NVIDIA-Mitbegründer Jensen Huang in Trumps Delegation hatte Hoffnungen auf Fortschritte beim Verkauf dieser hochmodernen Chips geweckt.

Am Freitag nun sagte US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer, dass die Genehmigung des Kaufs von NVIDIA-H200-Chips weiterhin von China abhänge. Und Peking strebt aktuell die Selbstversorgung mit Halbleitern an und will heimische Marktführer wie Huawei Technologies Co. fördern.

Derweil rechnen Beobachter langfristig damit, dass Künstliche Intelligenz weiter eine dominierende Rolle als Treiber der digitalen Transformation der Wirtschaft einnehmen wird. Auf der Entwickler-Konferenz GTC von NVIDIA hätten Halbleiterhersteller und andere Teilnehmer von großen Fortschritten in der Entwicklung sogenannter offener KI-Modelle berichtet, schrieb jüngst Analyst Timothy Arcuri von der Großbank UBS. Diese würden immer wichtiger für KI in Unternehmen und KI-Agenten.

Und NVIDIA dürfte nach Ansicht von Experten ein führender Akteur im Bereich der Künstlichen Intelligenz bleiben. Auch die 80 von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfassten Analysten sind optimistisch, von ihnen empfehlen 76 einen Kauf der Aktien.

Insofern dürfte es NVIDIA über kurz oder lang auch gelingen, als erstes Unternehmen weltweit in puncto Marktkapitalisierung die magische Marke von sechs Billionen Dollar zu knacken. Aktuell zumindest hinken die ärgsten Verfolger Alphabet und Apple mit Marktwerten von 4,8 beziehungsweise 4,4 Billionen Dollar noch hinterher, denn NVIDIA bringt derzeit 5,5 Billionen Dollar auf die Waage.

/la/jsl/nas

NEW YORK (dpa-AFX)

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Bildquellen: JHVEPhoto / Shutterstock.com, Katherine Welles / Shutterstock.com

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