Lufthansa-Aktie höher: Konzern bestellt neue Langstreckenjets bei Airbus und Boeing - Hauptversammlung im Blick

Der Lufthansa-Konzern bestellt insgesamt zwanzig neue Langstreckenflugzeuge bei Airbus und Boeing.
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Der Aufsichtsrat segnete die Bestellung von zehn Airbus A350-900 und zehn Boeing 787-9 zum Listenpreis von 7,7 Milliarden US-Dollar bei seiner Sitzung am Montag ab, wie der MDAX-Konzern mitteilte. Die Maschinen werden zwischen 2032 und 2034 ausgeliefert und sollen dann ältere und weniger effiziente Modelle ersetzen. Die Entscheidung, bei welcher Konzernairline und an welchem Drehkreuz die bestellten Flugzeuge zum Einsatz kommen werden, werde zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.
Zusammen mit dieser Bestellung hat die Lufthansa Group der Mitteilung zufolge aktuell insgesamt 232 Flugzeuge neuester Technologie in Auftrag gegeben, darunter 107 Langstreckenflugzeuge.
Hauptversammlung der Lufthansa tagt wieder in Präsenz
Erstmals seit 2019 versammeln sich die Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG wieder zu einer Hauptversammlung in Präsenz. Auf dem Programm in der Frankfurter Messe stehen unter anderem Neuwahlen für den Aufsichtsrat. Neben der geplanten Wiederwahl von Karl Gernandt stellen sich erstmals Bayer-Finanzchef Wolfgang Nickl und Ex-EON -Chef Johannes Teyssen dem Votum der Aktionäre.
Gernandt vertritt die Holding des Großaktionärs Michael Kühne, der seinen Anteil am Unternehmen auf mehr als 20 Prozent erhöht hat, wie Lufthansa am Montag in einer Börsenmitteilung berichtete.
Teyssen soll im Anschluss an die Versammlung zum neuen Aufsichtsratschef in der Nachfolge von Karl-Ludwig Kley gewählt werden. Über diese Personalie entscheiden nicht die Anteilseigner, sondern der neue Aufsichtsrat in seiner konstituierenden Sitzung, die ebenfalls für Dienstag geplant ist.
Ertragsschwach unterwegs
Vorstandschef Carsten Spohr muss den Eigentümern erklären, warum 2025 trotz eines Rekordumsatzes von 39,6 Milliarden Euro nur 1,34 Milliarden Euro Gewinn hängengeblieben sind. Die British-Airways-Mutter IAG, aber auch Air France/KLM waren deutlich profitabler unterwegs Immerhin soll die Dividende für die Aktionäre des MDAX-Unternehmens um zehn Prozent auf 33 Cent je Aktie steigen.
In einer vorab verbreiteten Rede sorgt sich Henrik Pontzen von der genossenschaftlichen Union Investment um die Krisenfestigkeit des MDax-Konzerns, wenn die Golf-Airlines ins Geschäft zurückkehren und teures Kerosin die Preise treibt. Er stärkt dem Management im streikbelasteten Tarifkonflikt mit den Crews zwar den Rücken, verlangt aber gleichzeitig eine Abkehr von der Strategie, die hohen Tariflöhne bei der Kerngesellschaft Lufthansa mit neuen Tochtergesellschaften zu umgehen. "Das schafft nur neue, teure Doppelstrukturen und zerstört das Vertrauen", erklärt der Bank-Manager.
Ihre Sicht der Dinge wollen Flugbegleiter der Kabinengewerkschaft Ufo bei einer Kundgebung vor dem Veranstaltungslokal mit den Aktionären teilen.
Notrutschen-Einsatz bei Lufthansa-Flug - Drei Verletzte
Wegen starken Geruchs in einem Lufthansa-Flugzeug haben die Passagiere die Maschine auf dem Flughafen Athen über Notrutschen verlassen müssen. Dabei wurden drei Passagiere beim Aussteigen leicht verletzt, wie Lufthansa auf Anfrage mitteilte. Sie seien medizinisch betreut worden. Das Flugzeug mit dem Zielflughafen München war zuvor nach einer Warnmeldung im Cockpit kurz nach dem Start am Montagnachmittag nach Athen zurückgekehrt, wie Lufthansa weiter mitteilte. An Bord der Maschine waren demnach 177 Passagieren und 7 Crew-Mitgliedern. Zuvor hatte "rtl.de" berichtet.
Die Crew des Airbus (Airbus SE) A321 habe eine "Luftnotlage" erklärt gemäß den vorgegebenen Verfahren, um eine priorisierte Landegenehmigung zu erhalten. Das Flugzeug sei normal gelandet und habe selbstständig zur Parkposition rollen können, so die Lufthansa.
Wegen der starken Geruchsentwicklung im hinteren Flugzeugbereich habe sich die Crew für den Einsatz von Notrutschen entschieden. Die Passagiere würden vor Ort vom Bodenpersonal der Fluggesellschaft betreut und auf ihre Zielorte umgebucht. Derzeit werde die Maschine von der Technik untersucht. Die Fluggesellschaft bedauerte den Vorfall und entschuldigte sich bei den Fluggästen. "Die Sicherheit von Fluggästen und Crews hat zu jeder Zeit oberste Priorität", hieß es.
Lufthansa will Mehrheit an Ita schnell übernehmen
Der Lufthansa-Konzern will bei der früheren italienischen Staatsfluglinie Ita bereits im Sommer die Mehrheit übernehmen. Nach der schnellsten betrieblichen Integration einer Airline in der Geschichte des Konzerns habe man entschieden, die entsprechende Option zu ziehen, sagte Vorstandschef Carsten Spohr bei der Hauptversammlung des MDAX-Konzerns in Frankfurt. Der Lufthansa-Anteil wird damit auf 90 Prozent steigen.
Lufthansa hält seit Januar 2025 bereits 41 Prozent der Ita-Anteile. Weitere Schritte bis zur vollständigen Übernahme sind mit dem italienischen Staat vereinbart. Der Kaufpreis für die zweite Tranche beträgt fest vereinbarte 325 Millionen Euro. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird für das erste Quartal 2027 erwartet. Auch die restlichen zehn Prozent kann Lufthansa nach eigenen Angaben ab 2028 erwerben.
Als Ausgleich für Wettbewerbsnachteile der Konkurrenz mussten Lufthansa und Ita unter anderem Start- und Landerechte in Mailand und Rom abgeben.
Die Aktionäre des MDax-Konzerns haben sich erstmals seit 2019 wieder zu einer Hauptversammlung in Präsenz versammelt. Auf dem Programm in der Frankfurter Messe stehen unter anderem Neuwahlen für den Aufsichtsrat. Neben der geplanten Wiederwahl von Karl Gernandt stellen sich erstmals Bayer-Finanzchef Wolfgang Nickl und Ex-EON-Chef Johannes Teyssen dem Votum der Aktionäre.
Teyssen soll im Anschluss an die Versammlung zum neuen Aufsichtsratschef in der Nachfolge von Karl-Ludwig Kley gewählt werden. Über diese Personalie entscheiden nicht die Anteilseigner, sondern der neue Aufsichtsrat in seiner konstituierenden Sitzung, die ebenfalls für Dienstag geplant ist.
Lufthansa streicht Teil der Flüge ab Leipzig und Dresden
Die Lufthansa wird ab dem kommenden Juni einen Teil ihrer Flüge von den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden streichen. Konkret soll es täglich je eine Verbindung weniger zwischen Frankfurt und den beiden Airports geben, bestätigte ein Sprecher des Konzerns der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Zuvor hatten "Leipziger Volkszeitung" und "Sächsische Zeitung" berichtet. Übrig bleiben nach Umsetzung der Pläne noch drei tägliche Verbindungen nach Frankfurt je Flughafen. Unverändert bleibt auch die Verbindung von München nach Dresden, heißt es weiter. Betroffene Kunden werden per E-Mail benachrichtigt, sollte ihr Flug von den Streichungen betroffen sein.
Die Kürzungen sind Teil eines Gesamtpakets, das vorsieht, "unwirtschaftliche Flüge aus dem Angebot zu nehmen", heißt es weiter. Betroffen sind demnach Kurzstreckenflüge innerhalb des Europanetzes der Lufthansa CityLine. Hintergrund seien gestiegene Kerosinkosten, "Kosten der diesjährigen Arbeitskampfmaßnahmen" sowie hohe Standortkosten.
Die Lufthansa-Aktie notiert im XETRA-Handel zeitweise 1,11 Prozent fester bei 8,40 Euro.
Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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