Tech-Termin des Tages steht an: Analysten bleiben für die NVIDIA-Aktie vor Quartalszahlen reihenweise bullish

KI-Highflyer NVIDIA wird am Mittwoch nach Börsenschluss seine Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen. Im Vorfeld überschlagen sich die Analysten mit positiven Einschätzungen.
Werte in diesem Artikel
• Viele Analystenhäuser bleiben bullish für NVIDIA
• Mehrere Analysten erwarten erneut einen deutlichen Umsatz- und Gewinnausblick über dem Marktkonsens
• Treiber sind die Nachfrage nach KI-Infrastruktur, Blackwell-Chips und Rechenzentrumslösungen
Vor den Quartalszahlen von NVIDIA haben zahlreiche große Investmenthäuser ihre Kursziele angehoben oder ihre Kaufempfehlungen bekräftigt - getragen von der Erwartung neuer Rekordzahlen im KI-Geschäft.
RBC erwartet erneut steigende Prognosen
Die kanadische Bank RBC bleibt laut dpa-AFX für NVIDIA bei "Outperform" mit einem Kursziel von 250 US-Dollar. Analyst Srini Pajjuri geht laut seinem Ausblick davon aus, dass der KI-Chipspezialist - wie bereits in den vergangenen drei Quartalen - erneut die Erwartungen übertreffen wird.
Nach Angaben von RBC dürfte NVIDIA zudem den Ausblick für das laufende Quartal anheben. Als zentrale Treiber nennt Pajjuri die weiterhin hohe Nachfrage nach KI-Chips, die das verfügbare Angebot weiterhin übersteige. Kurzfristige Risiken sieht der Analyst vor allem bei knappen Komponenten und begrenzten Infrastrukturkapazitäten. NVIDIA sei dank seiner starken Bilanz jedoch besser positioniert als viele Wettbewerber.
UBS hebt Kursziel auf 275 US-Dollar an
Noch optimistischer zeigt sich UBS. Die Schweizer Großbank erhöhte ihr Kursziel von 245 auf 275 US-Dollar und bestätigte die Einstufung "Buy".
Analyst Timothy Arcuri hob dabei seine Umsatzschätzungen sowohl für das laufende als auch für das kommende Geschäftsjahr an. Seine Prognose für den Quartalsumsatz liegt mit 81 Milliarden US-Dollar rund drei Milliarden US-Dollar über der Mitte der von NVIDIA ausgegebenen Zielspanne.
Goldman Sachs sieht weiteres Überraschungspotenzial
Auch Goldman Sachs bleibt bei "Buy" und einem Kursziel von 250 US-Dollar. Analyst James Schneider rechnet laut seinem Ausblick auf den Bericht zum ersten Quartal ebenfalls mit Zahlen oberhalb der Erwartungen sowie einer erneuten Anhebung der Unternehmensziele.
Gleichzeitig verweist Goldman Sachs darauf, dass die Messlatte der Anleger inzwischen sehr hoch liege. Schneider erhöhte dennoch seine Schätzungen, nachdem das Management zuletzt zusätzlichen Spielraum beim Umsatzpotenzial im Bereich KI-Rechenzentren signalisiert habe. Seine Gewinnprognosen für 2026 und 2027 liegen laut eigener Aussage bis zu 34 Prozent über dem Konsens.
HSBC erhöht Ziel auf 325 US-Dollar
Die britische Großbank HSBC hob laut Investing.com das Kursziel für NVIDIA von 295 auf 325 US-Dollar an und bestätigte ebenfalls die Kaufempfehlung.
Die Analysten erwarten für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 81,1 Milliarden US-Dollar. Das wären vier Prozent mehr als die Unternehmensprognose von 78 Milliarden US-Dollar und drei Prozent über den Konsensschätzungen.
Für das zweite Quartal prognostiziert HSBC sogar 91,1 Milliarden US-Dollar Umsatz gegenüber Konsensschätzungen von 85,6 Milliarden US-Dollar.
Besonders stark erhöhte HSBC die Gewinnschätzungen für das Geschäftsjahr 2028. Der Gewinn je Aktie soll auf 13,01 US-Dollar steigen und damit 16 Prozent über dem Konsens liegen. Als Begründung nennt die Bank höhere Erwartungen an das Datacenter-Geschäft.
Gleichzeitig weist HSBC darauf hin, dass NVIDIA inzwischen stärker mit Speicherherstellern, Netzwerkspezialisten und CPU-Anbietern um Investitionsbudgets konkurrieren müsse. Neue Wachstumsfelder wie agentische KI-Serverprozessoren und Optiklösungen könnten jedoch neue Kurstreiber werden.
Evercore ISI bleibt mit 352 US-Dollar am bullishsten
Zu den optimistischsten Häusern zählt laut Investing.com weiterhin Evercore ISI. Das Analysehaus bestätigte sein "Outperform"-Rating und das Kursziel von 352 US-Dollar.
Die Analysten verweisen auf das starke Wachstum bei sogenannten AI Tokens, das durch agentische KI-Anwendungen getrieben werde. Gleichzeitig zeigten Channel-Checks weiterhin eine deutlich höhere Nachfrage als verfügbares Angebot für Blackwell-Produkte.
Evercore hält Sorgen über Verzögerungen bei der Vera-Rubin-Architektur für übertrieben. Allerdings sei die Nachfrage nach Rubin-Produkten unterschiedlich ausgeprägt, da einige Hyperscaler offenbar auf Rubin Ultra warten wollten.
Morgan Stanley erhöht Schätzungen massiv
Die Investmentbank Morgan Stanley bestätigte ihre Einstufung "Overweight" für NVIDIA und erhöhte zugleich das Kursziel von 260 auf 285 US-Dollar, wie Investing.com berichtet.
Analyst Joseph Moore erwartet, dass NVIDIA die Umsatzschätzungen um drei Milliarden US-Dollar übertreffen und einen Ausblick vorlegen wird, der vier Milliarden US-Dollar über dem Konsens liegt.
Morgan Stanley hob die Umsatzprognose für das April-Quartal von 78,25 auf 79,26 Milliarden US-Dollar an. Für das Juli-Quartal wurde die Schätzung von 84,84 auf 87,88 Milliarden US-Dollar erhöht.
Auch die langfristigen Erwartungen wurden deutlich angehoben. Für das Geschäftsjahr 2027 stieg die Umsatzprognose von 353,8 auf 380,59 Milliarden US-Dollar. Für 2028 wurde sie sogar von 452,4 auf 587,45 Milliarden US-Dollar angehoben.
Moore sieht NVIDIA zudem auf dem Weg zu einem Umsatzpotenzial von einer Billion US-Dollar mit den Produktplattformen Blackwell und Rubin zwischen 2025 und 2027.
Weitere Analystenhäuser ebenfalls positiv
BofA Securities bleibt bei "Buy" mit einem Kursziel von 320 US-Dollar. Das Haus erwartet Umsätze zwei bis vier Prozent oberhalb der Markterwartungen sowie stabile Bruttomargen von rund 75 Prozent.
Cantor Fitzgerald bekräftigte sein Overweight-Rating, erhöhte sein Kursziel auf 350 US-Dollar und verwies auf eine weiterhin angespannte Versorgungslage bei KI-Rechenkapazitäten. Nach Einschätzung des Hauses sei NVIDIA bereits bis 2026 und 2027 weitgehend ausverkauft.
DA Davidson bleibt bei "Buy", hob sein Kursziel auf 300 US-Dollar an und sieht NVIDIA weiterhin als zentralen Anbieter von KI-Recheninfrastruktur positioniert.
Anleger warten auf den nächsten Belastungstest
Die Vielzahl positiver Analystenkommentare zeigt, wie hoch die Erwartungen vor den Quartalszahlen inzwischen sind. Fast alle großen Häuser rechnen mit neuen Rekordumsätzen, steigenden Prognosen und anhaltend hoher Nachfrage im KI-Geschäft.
Für Anleger bedeutet das allerdings auch ein erhöhtes Risiko bei Enttäuschungen. Da viele positive Szenarien bereits eingepreist erscheinen, dürfte neben den aktuellen Zahlen vor allem der Ausblick entscheidend werden. Besonders im Fokus stehen dabei Aussagen zur Blackwell-Produktion, zu Rubin-Produkten, zu Bruttomargen sowie zur Entwicklung des Datacenter-Geschäfts.
Für NVIDIA dürfte es schwer werden - Akteure erwarten viel "Wir gehen vorsichtig optimistisch in die Zahlen", schrieb Tech-Experte William Beavington vom Investmenthaus Jefferies. Seine Umsatzprognose für die ersten drei Monate lautet auf 78,6 Milliarden US-Dollar und liegt nahe an der Konsensschätzung. Wichtiger dürfte aber das Umsatzziel für die Monate April bis Juni sein. Hier liege die quasi-offizielle Konsensprognose von Analysten bei 87 Milliarden Dollar.
Interessant ist, dass laut Beavington die sogenannte "Buy-Side"-Prognose für den Umsatz im zweiten Quartal mit 91,5 Milliarden Dollar recht deutlich über dem Analystenmittel liegt. Zur "Buy-Side" zählen zum Beispiel Asset-Manager, Pensionskassen, Hedgefonds und Vermögensverwalter. Also Marktakteure, die an der Börse als aktive Käufer und Verkäufer auftreten. Hier sind die Erwartungen also noch höher gesteckt als bei den analysierenden Investmentbanken.
Insgesamt zeigt sich der Markt euphorischer als in den vergangenen Quartalen. In den zurückliegenden vier Wochen ist der NVIDIA-Kurs um 10,4 Prozent gestiegen und erreichte am Donnerstag bei 236,54 Dollar ein Rekordhoch. Bei den zurückliegenden vier Quartalsberichten von NVIDIA betrug der durchschnittliche Kursanstieg in den vier Wochen zuvor 7,7 Prozent.
Noch beeindruckender ist die jüngste Rally der Aktien, wenn man die Entwicklung seit Anfang April nimmt: Um mehr als ein Viertel ging es in diesem Zeitraum nach oben. Im Rekordhoch waren es sogar fast 36 Prozent, bevor die Aktien zuletzt wieder etwas nachgaben.
"Wenn NVIDIA enttäuscht, könnte es ungemütlich werden", warnt denn auch Marktexperte Maximilian Wienke vom Broker Etoro. "Die Erwartungen sind wieder einmal extrem hoch". Zumal NVIDIA längst kein normales Unternehmen mehr sei, sondern der zentrale Taktgeber des globalen KI-Booms. Anleger verlangten vom Unternehmen nicht nur starkes Wachstum, sondern vor allem den Beweis, dass der mit hohen Investitionen befeuerte KI-Boom weiterhin mit voller Geschwindigkeit läuft. Sollte der 5,4 Billionen Dollar schwere Konzern diese Erwartungen enttäuschen, könnten die Anleger Luft aus den Kursen der KI-Profiteure lassen.
So reagiert die NVIDIA-Aktie
Die an der NASDAQ gelistete Aktie des Chipdesigners zeigte sich am Dienstag letztlich mit einem Minus von 0,77 Prozent auf 220,61 US-Dollar. Am Mittwoch geht es dann um 1,83 Prozent auf 224,64 US-Dollar nach oben.
Thomas Zoller, Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
Übrigens: Bank of America und andere US-Aktien sind bei finanzen.net ZERO sogar bis 23 Uhr handelbar (ohne Ordergebühren, zzgl. Spreads). Jetzt kostenlos Depot eröffnen und Neukunden-Bonus sichern!
Ausgewählte Hebelprodukte auf Bank of America
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Bank of America
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
Weitere Bank of America News
Bildquellen: Konstantin Savusia / Shutterstock.com, Below the Sky / Shutterstock.com
