27.09.2021 17:02

Grüne für Ampel-Koalition - Habeck in Partei deutlich gestärkt

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Berlin (Reuters) - Die Grünen streben nach der Bundestagswahl überraschend deutlich eine Ampel-Koalition unter Führung der SPD und zusammen mit der FDP an.

Die Ampel sei die naheliegende Option und folge auch logisch aus dem Ergebnis der Wahl, weil die SPD vor der Union liege, sagte der Co-Chef der Grünen, Robert Habeck, am Montag in Berlin. Allerdings müssten alle Möglichkeiten ausgelotet werden, also auch mit der Union gesprochen werden. Eine Neuauflage der großen Koalition unter Führung der SPD sei nahezu ausgeschlossen. "Ich sehe das nicht." Da müssten sich alle anderen Parteien schon überaus dumm anstellen.

Habeck ist innerhalb seiner Partei durch das Bundestagswahlergebnis deutlich gestärkt - auch im Innenverhältnis zur Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. "Wir sind unter unseren Erwartungen geblieben", räumte Baerbock erneut ein und übernahm Verantwortung für eigene Fehler im Wahlkampf. Ihr Buch würde sie nicht noch einmal schreiben, sagte die 40-Jährige. Es ist wegen zahlreicher kopierter Passagen in die Kritik geraten. Zudem hatte Baerbock Nebeneinkünfte zu spät gemeldet und ihren Lebenslauf an mehreren Stellen korrigieren müssen.

Die Grünen kamen bei der Bundestagswahl am Sonntag zwar auf ein Rekordergebnis von 14,8 Prozent. Von der angestrebten Führung der Regierung sind sie als drittstärkste Kraft im Land aber weit entfernt. In Umfragen wurden sie vor einigen Monaten fast doppelt so stark gesehen.

HABECK GLÄNZT MIT DIREKTMANDAT - BAERBOCK NICHT

Habeck nahm der CDU den Wahlkreis Flensburg-Schleswig ab. Mit 28,1 Prozent landete er vor der CDU-Abgeordneten Petra Nicolaisen (23,4 Prozent). Habeck übertrumpfte das Zweitstimmen-Ergebnis der Grünen dabei um 9,5 Prozentpunkte. Baerbock schnitt dagegen in ihrem Wahlkreis in Potsdam etwas schlechter als ihre Partei ab, das Direktmandat ging hier mit deutlichem Vorsprung an SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

Bei Pressekonferenzen teilen sich Habeck und Baerbock für gewöhnlich penibel genau das Rederecht, als Kanzlerkandidatin stand Baerbock zuletzt meist im Vordergrund. Am Montag war es genau anders, Habeck stand in der Bundespressekonferenz eindeutig im Fokus. In Teilen der Partei heißt es, Habeck werde vermutlich den ersten Zugriff auf ein Ministerium bekommen und könne auch Vize-Kanzler werden.

"Wir führen die Verhandlungen gemeinsam", sagte Habeck mit Blick auf die anstehenden Sondierungen zur Bildung der nächsten Regierung. Das persönliche Verhältnis zu Baerbock sei gut und vertrauensvoll. "Bei uns sind die Fragen geklärt", sagte Baerbock, wollte allerdings keine Details nennen, was dies konkret bedeutet. Personalien würden zu ihrer Zeit verkündet, nicht einen Tag nach der Wahl. Wer neben Habeck und Baerbock für die Grünen sondiert, steht noch nicht fest. Die Abstimmungen in den Gremien seien noch nicht abgeschlossen, sagte Baerbock.

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