finanzen.net
19.04.2019 14:16
Bewerten
(0)

Hardware-Nachrüstungen für Diesel lassen weiter auf sich warten

DRUCKEN

BAMBERG/KÖNIGSWINTER (dpa-AFX) - Trotz neuer Debatten um eine Lockerung bei den Euro-5-Fahrverboten stehen die Hardware-Nachrüster mit ihren Angeboten in den Startlöchern. "Wir bleiben auf unserem eingeschlagenen Weg", sagte der zuständige Vorstand beim Hersteller Baumot, Stefan Beinkämpen, der Deutschen Presse-Agentur. Zur Jahresmitte würden die fahrzeugspezifischen Anträge beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) gestellt, noch in diesem Jahr könnten Dieselbesitzer die Nachrüstkits kaufen. Auch Konkurrent Mangold-Oberland will im Frühsommer seinen ersten Antrag beim KBA einreichen und noch dieses Jahr Systeme liefern können.

Die Firma Dr Pley Technologies aus Bamberg hingegen will schon dieser Tage ihren Antrag vervollständigen. Die erforderlichen Nachmessungen seien abgeschlossen. "Damit haben wir alle Anforderungen der Nachrüstrichtlinie erfüllt", sagte Firmenchef Martin Pley. Er könnte damit eine der ersten Genehmigungen bundesweit erhalten. Laut Verkehrsministerium liegen bislang vier unvollständige Anträge vor. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, könne das KBA binnen zwei Wochen die Genehmigungen erteilen.

Dass es so lange dauert, liegt nach Angaben der Hersteller auch an den strengen Vorgaben des KBA. 270 Milligramm Stickoxid je Kilometer dürfen die Autos im Realbetrieb noch ausstoßen. "Die geforderten Grenzwerte und Nachweise an die Stickoxidreduzierung sind dabei zum Teil deutlich höher als für aktuelle Euro-6-Systeme", kritisiert man bei Baumot. Auch hätte der Hersteller gern mehr Unterstützung von der Bundesregierung. Eine reduzierte Mehrwertsteuer von sieben Prozent wäre denkbar, ebenso wie staatliche Zuschüsse für private Pkw, fordert Vorstand Beinkämpen. "Die politische Diskussion müsste zielorientierter sein", sagte Beinkämpen. "Für die Gesellschaft geht es um die Klimaziele, für den einzelnen Autobesitzer um den Werterhalt."

Die deutschen Hersteller haben sich nur mit Murren auf Zuschüsse eingelassen, sie favorisieren Software, um die Abgaswerte zu verbessern. Bislang unterstützen nur Daimler und Volkswagen (Volkswagen (VW) vz) ihre Kunden finanziell bei der Nachrüstung. Der Wolfsburger Autokonzern wird aber nicht müde zu betonen, dass Nachrüstlösungen "technisch, wirtschaftlich und auch unter Umweltgesichtspunkten mit Nachteilen verbunden" seien. Die Bundesregierung gibt Geld nur für Verbesserungen an Handwerkerautos.

Dabei stellt sich für Autofahrer die Frage, ob die Nachrüstkits überhaupt lohnen. Ein flächendeckendes Fahrverbot für Euro-5-Diesel gibt es bislang in keiner deutschen Stadt. In Hamburg beispielsweise sind nur einzelne Straßen für die nicht mehr ganz neuen Diesel gesperrt. Für Stuttgart kündigte die grün-schwarze Landesregierung in der vergangenen Woche an, angesichts neuer Prognosen zur Luftreinhaltung auf flächendeckende Euro-5-Fahrverbote zu verzichten und nur einzelne Straßen zu sperren. Gelingt die Einhaltung der Grenzwerte allerdings nicht wie prognostiziert, müsste die Landesregierung wohl wieder umsteuern.

Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe kritisierte Politiker, die die Botschaft vermittelten, es werde nicht zu Fahrverboten kommen: "Es ist unverantwortlich, dass Regierungspolitiker die Bürger in vermeintlicher Sicherheit wiegen", sagte er. Dann werde aber auch die Luftbelastungen in den Städten nicht zurückgehen.

Martin Pley, Gründer und Chef des gleichnamigen Unternehmens, sieht die Diskussion deshalb gelassen. Am EU-Grenzwert für Stickstoffdioxide sei nicht zu rütteln. "Auch nicht außer Acht lassen darf man die Kompensation von Wertverlusten im Gebrauchtwagenmarkt durch die Hardware-Nachrüstung."

Nach Schätzungen des Zentralverbands des Kraftfahrzeuggewerbes standen Ende 2018 noch rund 190 000 unverkaufte Euro-5-Diesel auf den Höfen deutscher Autohändler. Mit Hilfe der Nachrüstlösungen könnten Restwerte stabilisiert werden, sagte ein ZDK-Sprecher.

Dennoch hat sich ein erster Hersteller bereits von dem Plan abgewandt. Marktführer HJS aus dem sauerländischen Menden will keine Nachrüstlösungen für Pkw anbieten. "Das unternehmerische Risiko für uns als mittelständisches Unternehmen ist zu groß um eigenständig in den Pkw-Markt einzusteigen", sagte Stefan Lefarth, der bei HJS für Strategie und Produktinnovationen zuständig ist.

Aus der Sicht von HJS sind Aufwand und Komplexität bei der Hardware-Nachrüstung für Autos immens. Zunächst müssten grundsätzlich geeignete Fahrzeuge identifiziert werden, dann gebe es viele Unterschiede innerhalb der Baureihen, sagte Lefarth. Front-, Heck- oder Allradantrieb genau wie Automatikversionen wirkten sich auf die Emissionen des Motors aus. "Die Komplexität der Pkw-Nachrüstung können wir als Mittelständler nur im engen verantwortlichen Schulterschluss mit einen Hersteller stemmen." HJS konzentriere sich daher auf den Nachrüstmarkt für Nutzfahrzeuge.

Bundesweit waren im Oktober 2018 noch 5,5 Millionen Diesel der Euro-5-Norm in Deutschland zugelassen. Baumot hingegen schätzt das Potenzial in den besonders betroffenen Städten auf 1,3 Millionen Autos. Bei Kosten von um 3000 Euro pro System beliefe sich der Gesamtmarkt also auf knapp vier Milliarden Euro./ang/tst/DP/he

Anzeige

Nachrichten zu Daimler AG

  • Relevant
    2
  • Alle
    3
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Daimler AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
14.05.2019Daimler buyMerrill Lynch & Co., Inc.
13.05.2019Daimler market-performBernstein Research
30.04.2019Daimler VerkaufenDZ BANK
30.04.2019Daimler buyDeutsche Bank AG
29.04.2019Daimler HoldKepler Cheuvreux
14.05.2019Daimler buyMerrill Lynch & Co., Inc.
30.04.2019Daimler buyDeutsche Bank AG
26.04.2019Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
26.04.2019Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
12.04.2019Daimler buyDeutsche Bank AG
13.05.2019Daimler market-performBernstein Research
29.04.2019Daimler HoldKepler Cheuvreux
29.04.2019Daimler NeutralCredit Suisse Group
29.04.2019Daimler Equal weightBarclays Capital
26.04.2019Daimler HoldKepler Cheuvreux
30.04.2019Daimler VerkaufenDZ BANK
21.03.2019Daimler ReduceHSBC
18.02.2019Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
15.01.2019Daimler UnderweightBarclays Capital
07.12.2018Daimler VerkaufenDZ BANK

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Daimler AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht tiefer ins Wochenende -- Wall Street beendet Tag leichter -- Trump verschiebt Entscheidung über EU-Autozölle -- Fresenius legt große Übernahmen auf Eis -- Pinterest, thyssen, Dürr im Fokus

Unfallermittler: Teslas 'Autopilot' war bei Todescrash eingeschaltet. Arcelor-Aktien erneut sehr schwach - Längste Verlustserie seit 1997. Siemens und Philips anscheinend in Brasilien im Visier des FBI. Juventus Turin trennt sich von Trainer Allegri. Labour erklärt Brexit-Gespräche mit Regierung für gescheitert. Salzgitter, Klöckner, thyssen: Stahlwerte-Aktien schwächeln weiter. Zalando-Aktie unter Druck - UBS skeptisch mit Blick auf Wachstum.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Die Änderungen unter den Top-Positionen
Die erfolgreichsten Kinofilme der letzten 25 Jahre
Welche Titel knackten die Milliardenmarke an den Kinokassen?
In diesen Berufen bekommt man das höchste Gehalt
Mit welchem Beruf kommt man am ehesten an die Spitze?
Städte für Millionäre
Hier fühlen sich die Vermögenden am wohlsten
In diesen Ländern ist Netflix am billigsten
Wo zahlen Abonnenten am wenigsten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundesjustizministerin Barley (SPD) hat vorgeschlagen, die Mietpreisbremse zu verschärfen. Was halten Sie von dieser Idee?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Scout24 AGA12DM8
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Wirecard AG747206
Amazon906866
TeslaA1CX3T
Allianz840400
BMW AG519000
SAP SE716460
E.ON SEENAG99
BayerBAY001
CommerzbankCBK100
NEL ASAA0B733
BASFBASF11