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Amazon-Aktie im Blick: Warum Graviton für Aktien von NVIDIA, Intel und AMD gefährlich werden könnte

26.04.26 14:49 Uhr

Neue Offensive im Halbleitermarkt: Wie NASDAQ-Aktie Amazon mit Graviton NVIDIA, Intel & AMD Konkurrenz macht | finanzen.net

Amazon baut mit eigenen Chips seine Macht im Cloud-Geschäft weiter aus. Graviton könnte die Dominanz etablierter Halbleiterkonzerne zunehmend unter Druck setzen.

Werte in diesem Artikel

• Graviton-Chips bieten laut Amazon deutlich bessere Preis-Leistung als klassische Serverprozessoren
• Nachfrage so hoch, dass Kapazitäten bereits stark ausgelastet sind
• Chip-Offensive könnte Abhängigkeit von NVIDIA, Intel und AMD reduzieren

Amazon setzt auf eigene Chips als strategischen Hebel

Amazon treibt mit seinen selbst entwickelten Graviton-Prozessoren den Umbau seines Cloud-Geschäfts voran. Die Chips wurden speziell für den Einsatz in Rechenzentren konzipiert und sollen Anwendungen schneller, günstiger und energieeffizienter machen. Wie das Unternehmen mitteilt, zielen sie darauf ab, klassische Serverprozessoren zu ersetzen, die ursprünglich nicht für Cloud-Workloads entwickelt wurden.

Seit der Einführung im Jahr 2018 hat Amazon bereits fünf Generationen der Graviton-Chips veröffentlicht. Die aktuelle Version, Graviton5, bietet laut Unternehmensangaben bis zu 25 Prozent mehr Leistung als der Vorgänger und verfügt über bis zu 192 Prozessorkerne. Gleichzeitig bleibt die Energieeffizienz ein zentrales Verkaufsargument.

Preis-Leistung als entscheidender Wettbewerbsvorteil

Ein zentraler Punkt der Strategie ist die Kostenstruktur. Laut CEO Andy Jassy liefern Graviton-Chips "bis zu 40 Prozent bessere Preis-Leistung als vergleichbare x86-Prozessoren". Genau hier setzt Amazon an: Kunden sollen bei gleicher oder besserer Performance deutlich weniger zahlen.

Das kommt an. Laut Unternehmensangaben nutzen inzwischen 98 Prozent der Top-1.000-Kunden der Cloud-Plattform AWS Graviton-basierte Systeme. Zudem entfällt mehr als die Hälfte der neu hinzugefügten Rechenleistung auf diese Chips.

Die hohe Nachfrage zeigt sich auch in der Kapazitätsauslastung. Jassy zufolge hätten zwei große Kunden sogar angefragt, "die gesamte Graviton-Kapazität für 2026 zu kaufen" - ein Wunsch, den Amazon jedoch ablehnen musste.

Direkter Angriff auf etablierte Chip-Giganten

Mit Graviton positioniert sich Amazon zunehmend als ernstzunehmender Wettbewerber für klassische Halbleiterhersteller. eTeknix zufolge treten die eigenen Chips mittlerweile direkt gegen Produkte von NVIDIA, Intel und AMD an.

Dabei verfolgt Amazon eine klare Strategie: weniger Abhängigkeit von externen Zulieferern und gleichzeitig bessere Margen im Cloud-Geschäft. Die Chips werden über die Tochter Annapurna Labs entwickelt und sind tief in die Infrastruktur von AWS integriert.

Jassy spricht von einem Geschäft, das "on fire" sei. Hochgerechnet könnte die Chip-Sparte als eigenständiges Unternehmen laut seinen Angaben einen Jahresumsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar erreichen.

Mehr als nur Cloud: Expansion ins Hardwaregeschäft möglich

Bislang nutzt Amazon seine Chips ausschließlich innerhalb der eigenen Cloud. Doch das könnte sich ändern. Der Konzern deutete an, künftig auch komplette Server-Racks oder Chips an externe Kunden zu verkaufen.

Ein solcher Schritt würde Amazon direkt in den globalen Halbleitermarkt katapultieren und die Konkurrenzsituation deutlich verschärfen. Gleichzeitig würde das Geschäftsmodell über die Cloud hinaus erweitert.

Graviton als Baustein einer größeren KI-Strategie

Graviton ist nur ein Teil der Gesamtstrategie. Parallel entwickelt Amazon mit der Trainium-Reihe eigene Chips für KI-Anwendungen. Zusammen bilden sie die Grundlage für eine Infrastruktur, die langfristig unabhängiger von externen Anbietern werden soll.

Für Anleger ergibt sich daraus ein klarer Trend: Amazon entwickelt sich zunehmend vom Cloud-Anbieter zum integrierten Infrastrukturkonzern. Die eigenen Chips könnten dabei ein entscheidender Hebel für Wachstum, Margen und Wettbewerbsfähigkeit werden.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

In eigener Sache

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Bildquellen: Jonathan Weiss / Shutterstock.com

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