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17.04.2019 12:54
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HINTERGRUND/Kursschub für Commerzbank durch spekulative Fusionsalternativen

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Von Ulrike Dauer

FRANKFURT (Dow Jones)--Seit genau einem Monat ist offiziell bekannt, dass die Deutsche Bank und die Commerzbank vor und hinter den Kulissen in "ergebnisoffenen" Gesprächen die Möglichkeiten eines eventuellen Zusammengehens ausloten.

Seit den zeitgleichen Adhoc-Mitteilungen der beiden größten börsennotierten deutschen Banken am 17. März um 13:04 Uhr wartet der Kapitalmarkt gespannt auf Rauchzeichen aus den Bankentürmen.

Inzwischen tauchen - ein Deja-Vu wie bei vergangenen Fusionsgesprächen - regelmäßig europäische Banken als Alternative für eine grenzüberschreitende Fusion mit einem der beiden potentiellen Partner auf. Jetzt wird über die niederländische ING spekuliert.

Die Aktie der Commerzbank stieg am Mittwoch, in der Spitze um gut 3,6 Prozent, nachdem das Manager Magazin von Interesse der niederländischen Großbank ING Groep NV am gelben Frankfurter Geldhaus berichtet hatte. Die Aktie der Deutschen Bank notiert 1,4 Prozent im Plus.

Laut Manager Magazin habe ING-Chef Ralph Hamers sowohl bei der Bundesregierung in Berlin als auch bei Commerzbank-CEO Martin Zielke "um die Aufnahme entsprechender Gespräche gebeten". Zielke soll die Aufnahme von Gesprächen abgelehnt, den Kontakt allerdings nicht gänzlich abgebrochen haben. Sprecher der Commerzbank sowie der ING wollten den Bericht auf Nachfrage von Dow Jones nicht kommentieren. Das Magazin hatte bereits im Februar vom generellen Interesse der ING berichtet, die in Deutschland mit der Direktbank ING vertreten ist.

Andere Banken wurden bereits früher als mögliche Fusionskandidaten genannt, unter anderem immer auch französische Finanzhäuser wie BNP Paribas.

Über das Interesse von Unicredit hatte die Financial Times spekuliert. Die italienische Bank, die in Deutschland mit der Hypovereinsbank vertreten ist, bereite nach einem Bericht der FT von Anfang April ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vor. Sie könnte nach dem Scheitern der Gespräche mit der Deutschen Bank in die Bresche springen und die Commerzbank dann mit der Hypovereinsbank fusionieren.

Jefferies-Analysten wären bei ING von M&A überrascht

Eine Annäherung der ING an die Commerzbank käme für die Analysten von Jefferies als überraschender Schritt. In der Strategie der niederländischen Bank sei kein externes Wachstum durch Akquisitionen vorgesehen, schreiben sie.

Analyst Maxence le Govello du Timat sieht durchaus einige Synergien bei den deutschen und polnischen Aktivitäten beider Banken. Allerdings gäbe es im Firmenkundengeschäft nur wenige Kostensynergien.

Außerdem hätte ING dieselben Probleme wie andere potenzielle Käufer der Commerzbank: Erstens, wie soll die Transaktion strukturiert werden (mit dem Risiko, dass die Aktie zwischenzeitlich deutlich teurer wird). Zweitens gebe es Ausführungsrisiken bei der IT-Integration und drittens, möglicherweise strengere Kapitalanforderungen an eine fusionierte Bank, die dann als systemrelevant gelten dürfte.

Möglicherweise gibt es ja vor Ostern oder bis 26. April, wenn die Deutsche Bank über das erste Quartal berichtet, bereits ein 'Daumen hoch' oder 'Daumen runter' für das Zusammengehen zwischen den beiden deutschen Fusionskandidaten. Danach drängen sich die Termine. Die Commerzbank berichtet am 8. Mai über das erste Quartal. Ihre Aktionäre treffen sich am 22. Mai zur Hauptversammlung, die der Deutschen Bank einen Tag später, am 23. Mai.

Wie unterschiedlich der Ausgangspunkt für die innerdeutschen Fusionsgespräche war, hatten bereits die Formulierungen der beiden Häuser vor einem Monat gezeigt. Während die Commerzbank gleich deutlich machte, dass sich beide Häuser "darauf verständigt haben, ergebnisoffene Gespräche über einen eventuellen Zusammenschluss aufzunehmen", sparte sich die Deutsche Bank dies für den deutlich vorsichtigeren Schlusssatz auf.

Erst wies sie darauf hin, dass der Vorstand "mit Blick auf sich bietende Opportunitäten" beschlossen habe, "strategische Optionen zu prüfen". Diese Optionen werde der Vorstand "daraufhin bewerten, ob sie Wachstum und Profitabilität der Bank stärken". Es gebe "keine Gewähr, dass es zu einer Transaktion kommt".

Und erst dann tauchte die Commerzbank auf: "In diesem Zusammenhang bestätigen wir, dass Gespräche mit der Commerzbank geführt werden".

Sollte jedoch Plan A im Sinne einer Deutschen Commerzbank scheitern und auch Plan B aus Commerzbank plus Bank X aus Europa nicht Realität werden, bliebe immer noch Variante C wie China. Denn bei früheren Fusionsgesprächen in der deutschen Finanzbranche kam in solchen Fällen gerne eine (zumeist nicht genannte) chinesische Bank ins Spiel, die angeblich großes Interesse habe.

(Mitarbeit: Christine Benders-Rueger)

Kontakt zur Autorin: ulrike.dauer@wsj.com; @UlrikeDauer_

DJG/uxd/smh

(END) Dow Jones Newswires

April 17, 2019 06:55 ET (10:55 GMT)

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