finanzen.net
05.09.2019 15:57
Bewerten
(0)

Hongkong und Trump überschatten Merkels China-Reise

- von Andreas Rinke

Berlin (Reuters) - Gerade noch rechtzeitig vor der Reise der Kanzlerin nach China kommen aus Peking positive Signale: Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam beugt sich den seit Monaten anhaltenden Protesten und nimmt das umstrittene Auslieferungsgesetz zurück.

Im US-Handelsstreit mit China reicht die kommunistische Führung Klage bei der Welthandelsorganisation WTO ein - und beschreitet damit den von Kanzlerin Angela Merkel bevorzugten multilateralen Weg. Und zu guter Letzt brachte das Panda-Weibchen Meng Meng im Berlin Zoo Zwillinge zur Welt - was in Chinas "Panda-Diplomatie" als gutes Omen für die bilateralen Beziehungen gilt.

Dennoch beginnt Merkel am Freitag die wohl schwierigste ihrer zwölf Reisen ins Reich der Mitte. Zum einen droht der weiter schwelende Konflikt in der Sonderverwaltungszone Hongkong ihre Bemühungen zu überschatten, mit der Regierung in Peking engere Wirtschaftskontakte zu verabreden. Zum anderen bringt der Handelsstreit der USA mit China deutsche Unternehmen in Bedrängnis. Und Chinas wachsende innenere Kontrollen auch ausländischer Unternehmen sorgt für Verunsicherung.

Merkel läuft demnach Gefahr, dass ihr bei ihrer zwölften China-Reise als Kanzlerin ein Schmusekurs mit Peking vorgeworfen wird. Am Donnerstag etwa erhielt sie aus Wirtschaft und Politik Aufforderungen, sich klar zur Situation in Hongkong zu äußern und Peking zur Zurückhaltung aufzufordern. Denn nach Ansicht der Menschenrechts-Beauftragten der Grünen, Margarete Bause, geht die kommunistische Führung verstärkt gegen Menschenrechte und demokratische Standards vor. Bause war gerade eine Einreise nach China verweigert worden.

DEUTSCHLAND STEMMT SICH GEGEN BIPOLARITÄT USA-CHINA

Dabei hat die Kanzlerin, die mit einer großen Wirtschaftsdelegation nach Peking und anschließend nach Wuhan in der Provinz Hubei fliegt, eben auch eine lange eigene Wunschliste im Gepäck. Gerade weil die Konjunktur in Deutschland lahmt, steht das Thema einer weiteren Marktöffnung des Riesenreichs auf der Agenda. Ein gleichberechtigter Marktzugang - wie für chinesische Firmen in Deutschland - gehört ebenso zu den Forderungen wie ein fairer Wettbewerb auf Drittmärkten. Und ausländische Firmen sorgen sich, dass das soziale Bonus- und Bestrafungssystem für Wohlverhalten auf sie übertragen wird. Das Problem: Ein zunehmend selbstbewusstes China entwickelt inzwischen High-Tech-Produkte in großem Maßstab - und pocht wie beim Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes in Europa auf Marktzugang für eigene Anbieter wie Huawei.

Dennoch gilt der Moment als günstig, von Chinas Führung wirtschaftliche Zugeständnisse zu erhalten. Denn die US-Strafzölle und das harte Vorgehen etwa gegen Huawei zeigen zunehmend Schleifspuren in der chinesischen Wirtschaft. Dabei sind ungebremstes Wachstum und die Aussicht auf weiteren persönlichen Aufstieg die Grundlage für relative Stabilität in der chinesischen Gesellschaft. Michael Winzer, Leiter des Peking-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, sieht deshalb durchaus Kompromissbereitschaft: "Wir sehen eine Umarmungsstrategie Chinas, das mehr Kontakte zu Deutschland und Europa sucht – gerade wegen der aktuellen US-Politik."

"HOFFEN, DASS ES IN DIESE RICHTUNG WEITERGEHT"

Das soll vor allem Bewegung in das geplante Investitionsschutzabkommen zwischen der EU und China bringen. Die Bundesregierung wolle dies möglichst in der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab dem 1. Juli 2020 verabschieden, sagt der Vizechef des China-Forschungsinstituts Merics, Mikko Huotari.

Merkels Reise ist aber auch als Kontrapunkt gegenüber der Politik von US-Präsident Donald Trump gedacht, der US-Unternehmen offen zum Rückzug aus China auffordert, um dessen Aufstieg zur Supermacht zu bremsen. Deutschland und die EU wollen aber nicht in der neuen Bipolarität beider Supermächte zerrieben werden. Immerhin war China 2018 zum dritten Mal in Folge der wichtigste deutscher Handelspartner. Auch im ersten Halbjahr 2019 nahm das Handelsvolumen mit China um vier Prozent auf fast 100 Milliarden Euro zu. Für global aufgestellte deutsche Industrie-Flaggschiffe wie VW, Siemens und BASF, die massiv in China investiert haben, wäre ein erzwungener Rückzug existenzgefährdend. "Wir hoffen sehr, dass das in diese Richtung weitergeht", sagte ein deutscher Regierungsvertreter deshalb mit Blick auf die wachsenden Export- und Import-Zahlen.

Merkel wird in ihren Gesprächen mit Premierminister Li Keqiang und Präsident Xi Jinping aber auch über eine Reihe internationaler Themen sprechen, bei denen China - anders als die USA - enger Partner der EU ist: Dazu gehört etwa das Atomabkommen mit dem Iran, das Pariser Klimaschutzabkommen und die WTO-Reform der Welthandelsorganisation. Nur ändert dies nichts an den Sorgen über die als zunehmend repressiv angesehene chinesische Innenpolitik. Gerade haben etliche internationale Firmen von Cathay Pacific bis zu Modeketten wie Zara zu spüren bekommen, dass Peking etwa beim Thema Hongkong keinen Spaß versteht und unmissverständlich Loyalität einfordert.

Nachrichten zu Volkswagen (VW) AG Vz.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Medienbericht dementiert
Volkswagen: Keine Pläne für Verkauf oder Börsengang von Lamborghini
Der Autobauer Volkswagen (VW) hat einen Medienbericht über mehrere strategische Optionen für seine italienische Sportwagentochter Lamborghini dementiert. "Es gibt keine Pläne für einen Verkauf oder ein IPO von Lamborgini.

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Volkswagen (VW) AG Vz.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
14.10.2019Volkswagen (VW) vz OutperformCredit Suisse Group
10.10.2019Volkswagen (VW) vz kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
10.10.2019Volkswagen (VW) vz buyGoldman Sachs Group Inc.
08.10.2019Volkswagen (VW) vz buyUBS AG
04.10.2019Volkswagen (VW) vz OutperformRBC Capital Markets
14.10.2019Volkswagen (VW) vz OutperformCredit Suisse Group
10.10.2019Volkswagen (VW) vz kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
10.10.2019Volkswagen (VW) vz buyGoldman Sachs Group Inc.
08.10.2019Volkswagen (VW) vz buyUBS AG
04.10.2019Volkswagen (VW) vz OutperformRBC Capital Markets
13.09.2019Volkswagen (VW) vz Equal-WeightMorgan Stanley
05.09.2019Volkswagen (VW) vz Equal-WeightMorgan Stanley
25.07.2019Volkswagen (VW) vz HaltenIndependent Research GmbH
15.07.2019Volkswagen (VW) vz Equal-WeightMorgan Stanley
02.07.2019Volkswagen (VW) vz HoldJefferies & Company Inc.
09.09.2019Volkswagen (VW) vz VerkaufenDZ BANK
03.05.2019Volkswagen (VW) vz VerkaufenDZ BANK
25.02.2019Volkswagen (VW) vz VerkaufenDZ BANK
18.02.2019Volkswagen (VW) vz SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
31.10.2018Volkswagen (VW) vz VerkaufenDZ BANK

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Volkswagen (VW) AG Vz. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

Dow schließt mit kleinem Minus -- DAX geht etwas schwächer aus dem Handel -- Facebook verliert erneut namhafte Partner für Libra-Projekt -- Daimler, AIXTRON, Rheinmetall, K+S, FMC im Fokus

Harley-Davidson stoppt Produktion von Elektro-Motorrädern. HelloFresh-Aktie zieht kräftig an: Hoffnung auf höheren Betriebsgewinn. Klöckner-Aktie gibt deutlich ab: Ausblick erneut gesenkt. Bayer bekommt weitere US-Zulassung für Gerinnungshemmer Xarelto. INDUS-Aktien knicken nach Gewinnwarnung ein. TOTAL beteiligt sich an indischer Adani Gas.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

In diesen Berufen bekommt man das höchste Gehalt
Mit welchem Beruf kommt man am ehesten an die Spitze?
Big-Mac-Index
In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?
Das sind die bestbezahlten Schauspieler 2019
Wer verdiente am meisten?
Die Performance der Rohstoffe in in Q3 2019.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die Performance der TecDAX-Werte in Q3 2019.
Welche Aktie macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Bundesregierung erlaubt anscheinend Huawei-Technik bei Aufbau des 5G-Netzes. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
NEL ASAA0B733
Apple Inc.865985
Microsoft Corp.870747
Amazon906866
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
CommerzbankCBK100
BASFBASF11
Infineon AG623100
SAP SE716460
Aurora Cannabis IncA12GS7
TUITUAG00
Allianz840400