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12.09.2019 10:35
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HWWI: Konjunktur am Scheideweg zwischen Rezession und Erholung

Von Andreas Kißler

HAMBURG/BERLIN (Dow Jones)--Auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat seine Prognosen für das Wirtschaftswachstum in diesem und im kommenden Jahr gesenkt. Die Ökonomen schlossen sich damit den Erwartungen von Forscherkollegen an, die am Berichtstag und am Vortag ebenfalls eine schwächere Entwicklung vorausgesagt hatten. Das HWWI erwartet nun für 2019 ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,6 Prozent und für 2020 - auch aufgrund von mehr Arbeitstagen - von 1,4 Prozent. Bisher hatten sie 0,9 Prozent und 1,7 Prozent veranschlagt.

"Die deutsche Konjunktur ist im Frühsommer ins Stocken geraten", erklärten die Hamburger Ökonomen. Auch für das dritte Quartal sei mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung zu rechnen, was nach technischer Definition eine Rezession bedeute. Angesichts des üblichen Revisionsbereichs des Statistischen Bundesamts wäre es nach Einschätzung der Ökonomen "allerdings verfrüht, bereits von rezessiven Tendenzen zu sprechen". Die außenwirtschaftlichen Störfaktoren hätten sich aber bereits deutlich ausgewirkt.

Unter diesen Bedingungen stehe die deutsche Wirtschaft je nach Politikentwicklung, insbesondere im Ausland, "an einem Scheideweg zwischen einer Rezession und einer möglichen Rückkehr auf einen moderaten Wachstumspfad". Unter der Voraussetzung, dass die außenwirtschaftspolitischen Risiken begrenzt blieben, vor allem also keine US-Strafzölle beschlossen würden und es zu einem geordneten Brexit komme, würden in der optimistischen Variante weiterhin die noch relativ robusten binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die weitere Entwicklung der Wirtschaft bestimmen. Dann dürfte sich die deutsche Konjunktur im restlichen Jahresverlauf wieder festigen.

Das HWWI rechnet mit einer Zunahme der privaten Konsumausgaben um 1,4 Prozent in diesem und um 1,3 Prozent im kommenden Jahr und der Anlageinvestitionen um 3,0 Prozent 2019 und 2,8 Prozent 2020. Für die Ausfuhren werden Zuwächse um 1,3 Prozent in diesem, aber 3,9 Prozent im kommenden Jahr veranschlagt, und für die Einfuhren wird ein Plus von 2,8 Prozent im Jahr 2019 und 4,3 Prozent 2020 gesehen. Die Arbeitslosenzahl soll 2019 bei 2,27 Millionen und 2020 bei 2,29 Millionen liegen, die Arbeitslosenquote soll in beiden Jahren 4,8 Prozent betragen.

Würden sich in der pessimistischen Variante hingegen die außenwirtschaftspolitischen Risiken, speziell ein No-Deal-Brexit und US-Strafzölle, materialisieren, würde das "nicht nur in noch erheblich stärkerem Maße die Exportwirtschaft, sondern auch den Dienstleistungssektor und die Binnenwirtschaft belasten", warnten die Ökonomen.

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