finanzen.net
19.02.2019 12:56
Bewerten
(1)

Ifo: Deutschlands Überschuss in der Leistungsbilanz weiter rückläufig

DRUCKEN

MÜNCHEN (Dow Jones)--Deutschlands Überschuss in der Leistungsbilanz ist das dritte Jahr in Folge gefallen. 2018 verringerte er sich auf 7,4 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung, wie das Ifo-Institut mitteilte. 2017 gab es einen Überschuss von 7,9 Prozent, 2016 von 8,5 Prozent und 2015 einen Hochpunkt von 8,9 Prozent. Die EU hält höchstens 6 Prozent für langfristig tragfähig.

Der Rückgang sei auf zwei Ursachen zurückzuführen, erklärte das Ifo-Institut: So sank der Überschuss beim Warenexport gegenüber Europa, weil die Importe stärker stiegen. Außerdem nahm die Jahreswirtschaftsleistung einschließlich Inflation recht kräftig zu um 3,4 Prozent.

Dennoch dürfte Deutschland im Jahr 2018 wieder das Land mit dem größten Leistungsbilanzüberschuss werden, wie schon in den beiden Jahren zuvor. Mit 294 Milliarden US-Dollar (249 Milliarden Euro) liegt der deutsche Wert vor Japan, das einen Überschuss von 173 Milliarden US-Dollar aufweist, was 3,5 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung entspricht.

Auf Rang drei folgt neuerdings Russland mit rund 116 Milliarden US-Dollar (7,0 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung). Dagegen dürften die USA wieder das Land mit dem größten Leistungsbilanzdefizit sein mit etwa 455 Milliarden US-Dollar, was aber nur 2,3 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung entspricht.

US-Leistungsbilanzdefizit weiter vergrößert

Inmitten der Handelsstreitigkeiten vergrößerte sich das Leistungsbilanzdefizit der USA um weitere 5 Milliarden US-Dollar. Der Warenhandel wurde noch defizitärer, dafür vergrößerten sich die Überschüsse beim Verkauf von Dienstleistungen und bei den Einnahmen aus Auslandsvermögen. Die Ausfuhr nach China reduzierte sich deutlich, während die Einfuhr aus China weiter kräftig zulegte.

China ist 2018 nicht mehr unter den ersten drei Ländern mit den höchsten Überschüssen zu finden. Verantwortlich dafür ist nach Ifo-Angaben ein deutlich niedriger Warenüberschuss, der sich aber weniger aus den Handelsstreitigkeiten ergeben hat, sondern aus verstärkten Maschineneinfuhren. Dies sei im Zusammenhang mit dem Anfang 2018 erweiterten Förderprogramm "Made in China 2025" zu sehen.

Russland ist erstmals unter den drei Ländern mit dem höchsten Überschuss. Der ungewöhnlich große Anstieg des Überschusses im vergangenen Jahr ist nach Darstellung des Ifo-Instituts auf den Warenhandel zurückzuführen. Während die Ausfuhr weiter zulegte, nicht zuletzt wegen steigender Erdöl- und Erdgaspreise, stagnierte die Einfuhr. Dies dürfte eine Folge verschiedener politischer Maßnahmen sein, die darauf abzielen, die Abhängigkeit von Einfuhren langfristig zu verringern.

Leistungsbilanzüberschüsse gehen definitionsgemäß mit hohen Nettokapitalexporten einher, erläuterte das Ifo-Institut. Deutschland baut damit mehr finanzielle Forderungen gegenüber dem Ausland auf als das Ausland gegenüber Deutschland. Dauerhaft hohe Leistungsbilanzüberschüsse können dann problematisch werden, wenn die Forderungen nicht eingelöst werden können, etwa wenn das Ausland nicht mehr fähig ist, die Zinslast zu bedienen.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/apo/gos

(END) Dow Jones Newswires

February 19, 2019 06:57 ET (11:57 GMT)

Enormes Potenzial

Der Gesundheitsmarkt gilt als Megatrend: Und Sie als Anleger können daran teilhaben - wenn Sie auf die richtigen Unternehmen setzen. Welche das sind und wie Sie am besten am Megatrend Gesundheit partizipieren, erfahren Sie am Dienstag um 18 Uhr.
Jetzt kostenlos anmelden und live dabei sein!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX schwach -- US-Börsen schließen kaum verändert -- ifo-Index steigt -- freenet: Nettogewinn gesteigert -- Neue Wirecard-Spekulationen -- Apple, Bayer, Scout24, WACKER CHEMIE, Brexit im Fokus

CropEnergies will nach Gewinneinbruch Dividende kürzen. Medienwerte fallen auf mehrjährige Tiefstände. Angeschlagener Reus gibt Entwarnung für BVB-Spiel: 'Es ist alles gut'. MAN schickt Ingenieure zur 'Viking Sky'. Musterverfahren der VW-Investoren: Dämpfer für Volkswagen. Heidelberger Druck nimmt mit Kapitalerhöhung 69 Millionen Euro ein.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt
DIe innovativsten Unternehmen
Diese Unternehmen sind am fortschrittlichsten
Die Top-Autos des Genfer Autosalon 2019
Das sind die Highlights
Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen
mehr Top Rankings

Umfrage

Der Vorstandschef der Deutsche Wohnen AG hat sich gegen Enteignungen privater Wohnungsunternehmen in Berlin ausgesprochen. Was halten Sie von dieser Bürgerinitiative?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
BayerBAY001
Deutsche Bank AG514000
Apple Inc.865985
Daimler AG710000
Aurora Cannabis IncA12GS7
CommerzbankCBK100
Amazon906866
Deutsche Telekom AG555750
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
TeslaA1CX3T
Allianz840400
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
SteinhoffA14XB9